21. Februar 2014 Autor: Volker Jochems

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  • Leser helfen Lesern: Geräusche in Großraumbüros
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Leser helfen Lesern: Geräusche in Großraumbüros

Diese Frage eines Lesers klang zunächst ungewöhnlich: Er möchte den Geräuschpegel in Großraumbüros erhöhen. Wir erhielten verständnisvolle Antworten.

9312Der Hintergrund: Der Leser ist im Bereich TGA eines großen Versicherungskonzerns tätig, der derzeit seine Hauptverwaltung modernisiert. Darin befinden sich mehrere, über 1.000 m² große Bürozonen als Großraumbüros mit einzelnen, abgetrennten Büroinseln. Bislang wird das Gebäude mit einer Nur-Luft-Klimaanlage mit recht hohen Luftvolumenströmen beheizt und gekühlt, nun sollen Akustik-Kühldecken nachgerüstet werden. Nachdem in einer Musterzone eine solche schallgedämpfte Kühldecke installiert wurde und die Luftvolumenströme deutlich verringert wurden, stellte sich das Phänomen ein, dass die dort tätigen Personen über eine nun unnatürliche Ruhe irritiert sind und sich ihr ehemaliges Rauschen der Klimaanlage wieder herbeiwünschen.

Die Redaktion von cci Branchenticker fragte: Kennen Sie dieses Phänomen und kennen Sie Anbieter, die Lösungen haben?

Wir erhielten Antworten von der Plüth Gebäudeautomation, von Maschinenfabrik Gg. Kiefer GmbH und von voice INTER connect.

"Die Plüth Gebäudeautomation GmbH hat die ERGO-Hauptverwaltungen in Hamburg auf das BAOPT-System umgerüstet. Dort gab es auch das Ergebnis geringere Luftmengen, folglich geringere Geräusche. Bei ERGO setzt Sonus eine Rauschverdeckungsanlage ein."
Dipl.-Ing. Thomas Schmidt, Technischer Leiter bei der Plüth Gebäudeautomation GmbH

"Gemäß der früher gültigen DIN 1946 Teil 2 galt als Richtwert für den Schalldruckpegel in Großraumbüros ein Wert von 45-50 dB(A). Mit Einführung der EN 13779 wurde der empfohlene Bereich auf 35-45 dB(A) reduziert. Dieser Bereich ist versehen mit dem Hinweis 'Aus Gründen des Schutzes von Unterhaltungen wird in diesem Fall empfohlen, keine geringeren Pegel anzustreben'. Diese Empfehlung steht jedoch im Gegensatz zu meinen Erfahrungen, die ich in vielen Gesprächen mit Fachplanern machen musste. Nach meiner Einschätzung herrscht am Markt die Meinung vor, dass generell ein möglichst niedriger Schalldruckpegel anzustreben sei. Ich kann Ihnen von zahlreichen LVs berichten, in denen auch für Großraumbüros ein Schalldruckpegel von 25 dB(A) gefordert ist. Oft ist die Akustik eines Luftdurchlasses die einzige Bewertungsgröße um verschiedene Produkte miteinander zu vergleichen. Die Qualität der Raumströmung und die damit verbundenen Raumluftgeschwindigkeiten bleiben bei einem solchen Vergleich häufig unberücksichtigt, was sicherlich auch daher rührt, dass die Akustik wesentlich weniger von den Randparametern beeinflusst wird und deshalb leichter geprüft werden kann. Wir haben in unserem eigenen Großraumbüro einen Grundpegel durch die Lüftungsanlage in Höhe von 43 dB(A). Dieses Strömungsgeräusch wird während den Bürobetriebszeiten von den Mitarbeitern nicht wahrgenommen. Wenn aber die Anlage abends abgeschaltet wird, nimmt man natürlich einerseits den Wegfall des Grundpegels wahr, andererseits werden aber auch Telefongespräche von Mitarbeitern am anderen Ende des Großraumbüros plötzlich als störend empfunden. Auch um diesem Effekt entgegen zu wirken, läuft die Lüftungsanlage bei uns in den Abendstunden seit einiger Zeit etwas länger."
Jörg Kranich, Vertriebsleiter bei der Maschinenfabrik Gg. Kiefer GmbH

"Wir beschäftigen uns mit VoIP-basierten Kommunikations- und Beschallungslösungen.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass mit Musik alles besser geht - gegebenenfalls können wir dem Kunden damit ja behilflich sein?"
Dr.-Ing. Diane Hirschfeld, Geschäftsführerin voice INTER connect GmbH

Die Redaktion dankt allen Leser für Ihre Rückmeldung.

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Artikelnummer: cci25822
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Kommentare (2):

Im Vergleich zu luftgeschützten Klimaanlagen erzeugen wassergekühlte Kühldecken oder Kühl-/Heizdecken mit hygienischer Grundlüftung einen deutlich niedrigeren Geräuschpegel (wobei die Geräusche von der Lüftungsanlage kommen). Dies wird von den Nutzern grundsätzlich positiv wahrgenommen. Eine in den vorherigen Kommentaren nicht erwähnte wichtige Zusatzeigenschaft von Kühldecken ist die Schallabsorption. Diese kann Bauart bedingt sehr unterschiedlich sein. Bei guter Schallabsorption wird der von Menschen erzeugte Schall weniger bis nicht störend wahrgenommen werden. Dagegen ist bei geringerer Schallabsorption eine zusätzlich installierte elektroakustische Anlage, die ein einstellbares Grundrauschen als sogenanntes Verdeckungsgeräusch erzeugt, ein bewährter Lösungsansatz. Leise Musik wäre zwar ebenfalls möglich. Doch wer traut sich die Musik auszuwählen, der von allen gleichermaßen akzeptiert wird?

Fritz Nüßle, Zent-Frenger Energy Solutions GmbH
Eingestellt durch cci Dialog GmbH 21.02.2014
WaveScape Technologies GmbH beschäftigt sich seit vielen Jahren intensiv mit dem Thema Akustik allgemein und der Geräuschreduzierung im Speziellen. Zum Thema gehören u.a. auch die psychoakustischen Faktoren, die zukünftig eine stärkere Gewichtung in der Bewertung von Produkten und Umgebungsbedingungen bekommen sollen.

Einerseits sind die Experten hier bei uns im Hause und andererseits arbeiten wir sehr eng mit der Bergischen Universität Wuppertal zusammen, die sich intensiv mit dem Thema Audio und Akustik im Fachbereich Nachrichtentechnik beschäftigt.

Marco Oesterlein
WaveScape Technologies GmbH
Eingestellt durch cci Dialog GmbH 26.02.2014

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