Feuchte Raumluft, automatisierte Fensterlüftung und mehr

„Am besten heizt man die komplette Wohnung kontinuierlich und gleichmäßig auf eine Temperatur von etwa 21 °C. So wird vermieden, dass die warme, feuchte Luft in kühlere Räume wandert, und stattdessen dafür gesorgt, dass die Wärme in den Wänden richtig gespeichert wird.“

Nicht jeder wird mit dieser Aussage glücklich sein. Die Redaktion bittet um Kommentare.

Kondenswasser am Fenster kann ein Anzeichen für zu hohe Raumluftfeuchtigkeit sein. (Abb. Velux)

Wer tagsüber die Heizung ausschaltet oder die Raumluft auf weniger als 15 °C herunterregelt, findet am Abend eine ausgekühlte Wohnung vor. Wird dann die Heizung wieder aufgedreht, erwärmt sie zunächst nur die Raumluft, aber nicht die Wände und Fenster. Diese bleiben kühl und bringen die im Raum befindliche Luftfeuchtigkeit zum Kondensieren – eine ideale Bedingung für Schimmelbildung.

Zudem sollten Nutzer die Fenster in der kalten Jahreszeit drei- bis fünf Mal am Tag für etwa fünf bis 15 Minuten öffnen und im Optimalfall für Durchzug sorgen. Dadurch wird die beispielsweise beim Kochen, Duschen oder auch durchs Atmen an die Raumluft abgegebene Feuchtigkeit direkt nach draußen befördert und durch Außenluft ersetzt. Es liegt auf der Hand, dass dies beispielweise für Berufstätige kaum realisierbar ist.

Deutsche unterschätzen Auswirkungen mangelnder Lüftung

Bei der Frage nach den Folgen mangelnden Lüftens im Winter sind die Deutschen geteilter Meinung: 62 % sehen das Hauptproblem in zu trockener Luft, 28 % in zu feuchter Luft. Dies ergab eine im Dezember 2016 im Auftrag des Dachfensterherstellers Velux durch das Marktforschungsinstitut Kantar Emnid realisierte Studie. Während trockene Luft zu Beeinträchtigungen von Wohlbefinden und Gesundheit führen kann, kann die Feuchtigkeit in der Luft zu Schäden an der Gebäudesubstanz führen. Feuchtigkeit in Räumen entsteht beispielsweise durch Schwitzen, Kochen, Duschen oder Wäschetrocknen.

Jeder Erwachsene produziert durchschnittlich bis vier Liter Wasser pro Tag, die an die Luft abgegeben werden. Wird diese Feuchtigkeit durch Lüften nicht abtransportiert, schlägt sie sich an kalten Stellen, wie etwa Außenwänden, nieder. Hier steigt in der Folge das Risiko von Schimmelbildung. Dass diese Problematik nicht zu unterschätzen ist, zeigt ein weiteres Ergebnis der Studie: 16 % der Befragten hatten in den letzten zwei Jahren ein Problem mit Schimmelbildung in ihrem Zuhause. 27 % der Befragten haben gelegentlich Probleme mit Tau- oder Kondenswasser an ihren Fenstern.

Doch nicht nur die Feuchtigkeit ist ein Problem: Bei mangelnder Lüftung kann es durch Atmung und Ausdünstungen von Möbeln, Reinigungsmitteln und Zigaretten zu einer hohen Konzentration von CO2 und flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) im Gebäude kommen. Dann drohen Kopfschmerzen, Müdigkeit, Infektanfälligkeit oder Allergien und Augenreizungen .

Früher erfolgte durch undichte Fugen oder Ritzen auch bei geschlossenen Fenstern ein gewisser Luftaustausch. Bei Neubauten und Modernisierungen ist dies heute meist nicht mehr der Fall, da Bauherren zur Vermeidung von Wärmeverlusten die Dämmung und damit auch die Dichtheit des Gebäudes optimieren.

Lösung: Automatisierte Fenster

Beim Lüften helfen können elektrisch betriebene Fenster. Mit ihnen lassen sich regelmäßige, kurze Lüftungsintervalle einstellen, sodass sich die Fenster automatisch nach Zeitplan oder Luftfeuchtigkeits-Messwerten öffnen und schließen, ohne dass sich jemand darum kümmern muss. Ein Regensensor sorgt dafür, dass sie sich bei Regengefahr von selbst schließen.
Oder es werden nachrüstbare Fensterlüfter mit Wärmerückgewinnung eingesetzt. Hier kann das Fenster geschlossen bleiben. Die Wärme wird – je nach Gerät und Hersteller – zum Beispiel zu 62 %, 76 % oder 81 % zurückgewonnen. Manuell bedienbare Fassaden- und Dachfenster lassen sich meist zu automatisierten nachrüsten, wobei es in der Regel nicht notwendig ist, alle Fenster im Gebäude umzurüsten. Für einen ausreichenden Luftwechsel reicht es in der Regel aus, wenn einige automatische Fenster über die Räume im Gebäude verteilt sind.

Noch wenig Akzeptanz für selbstlüftende Fenster
Die Akzeptanz für Lösungen, die automatisch für einen optimalen Luftaustausch sorgen, ist jedoch noch nicht sehr ausgeprägt. Etwa 50 % der Deutschen lehnen solch eine Technik laut Studie eher ab.
„Es ist wichtig, das Problembewusstsein zu erhöhen. Viele Menschen unterschätzen den Aufwand, Fenster so oft zu öffnen, wie notwendig wäre, und damit auch das Risiko für ihre Gesundheit“, erklärt Sebastian Kording, Produktmanager bei Velux Deutschland.

Quelle
Velux Deutschland GmbH, Hamburg.

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