Fraunhofer IBP entwickelt „mobilen Schutzhimmel“ gegen Corona

Der technische Aufbau und die lufttechnische Wirkung des IBP-Schutzhimmels (Abb. © IBP)

Personen, die in Geschäften an Kassen oder Schaltern arbeiten, haben ein besonders hohes Risiko, sich mit Corona zu infizieren. Speziell zu deren Schutz hat das Fraunhofer-Institut für Bauphysik (IBP), Holzkirchen, eine neue lufttechnische Lösung entwickelt und diese auf der digitalen Messe „Bau“ im Januar vorgestellt.

Wir alle kennen mittlerweile die Plexiglaswände, die in Supermärkten, Drogeriemärkten und vielen weiteren Geschäften die Kassenzone von der Kundenzone trennen. Zusätzlich tragen die Personen an den Kassen und die Kunden zum Schutz vor einer Corona-Infektion durch Aerosole eine Mund-Nasen-Schutzmaske. In Ergänzung zu diesen Maßnahmen hat das Fraunhofer-Institut IBP zur weiteren Minimierung eines Infektionsrisikos den „mobilen Schutzhimmel“ entwickelt, der den Kassenbereich von dem Kundenbereich lufttechnisch abschirmen soll (siehe Abbildung).
Das System arbeitet wie folgt: Das Luftfiltergerät hat die Größe eines Raumluftbefeuchters und wird mit Strom aus der Steckdose betrieben. Ein Ventilator saugt Raumluft ins Gerät, wo sie in einem Vorfilter und einem HEPA-Filter zur Virenabscheidung gereinigt wird. Die nun gefilterte Luft gelangt dann als Zuluft über den großflächigen Schutzhimmel, der sich oberhalb der Kassenzone befindet, als langsam strömende „Quelllüftung von oben“ in den Aufenthaltsbereich. Laut IBP wird durch diese kontinuierliche Luftströmung, ähnlich wie bei einem Luftschleier, ein Eindringen von Umgebungsluft in den Arbeitsbereich verhindert. In letzten Tests am IBP sollen die Luftvolumenströme noch so eingestellt werden, dass eine bestmögliche Schutzwirkung erzielt wird und beim Kassenpersonal Zugerscheinungen verhindert werden.
Weitere Informationen zu dem System finden Sie hier.

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2 Kommentare zu “Fraunhofer IBP entwickelt „mobilen Schutzhimmel“ gegen Corona

  1. Das ist eine prima Idee. So werden dann, sollte der unter der Haube Sitzende an welcher Pandemie auch immer leiden, diese Viren, Prionen oder was auch immer fein um ihn herum verteilt und können somit auch von den weiter weg stehenden gut eingeatmet und weiterverteilt werden. Meines bescheidenen Erachtens müsste abgesaugt und dann in die AUL gefiltert werden, damit werden dann aber auch potentielle Keime aus der Umgebungsluft um den unter der Haube Sitzenden gezogen. Noch besser währen abgeschlossen Druckkammern mit AUL/ZUL und ABL/FOL. das ist aber doof beim kassieren und sonstigen Umgang mit dem Kunden. Wie man es dreht und wendet – es gibt immer Bedenken zu tragen. MfG – der tschasti

  2. Das Konzept erinnert ein wenig an die „Bauhauslösung“ der Max-Planck-Gesellschaft – diesmal als UML-Variante.
    Für mich unverständlich: Quellluft von oben in dieser Konfiguration wird nicht durch gutes Zureden nach unten fallen, sondern nur unter „Druck“. Damit besteht jedoch die Gefahr von Zugerscheinungen durch höhere Geschwindigkeiten.
    Bei den aktuellen Laborversuchen (vgl. Fraunhofer Gesellschft-homepage) sollten auf jeden Fall Personendummies eingesetzt werden, da der thermische Auftrieb dem Konzept entgegensteht.

    Prof. Christian Fieberg

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