Rauchvergiftung

Ein Taschentuch vor den Mund und ab durch den Qualm. Wer kennt solche Szenen nicht aus Filmen. In der Realität ist das Selbstmord auf Raten. Denn Rauchvergiftungen sind tückisch und noch nicht wirklich erforscht, da die Folgen oft erst Jahre später auftreten.

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Durch Feuer entstehen Hitze und Rauch. Der Rauch ist eine Mischung aus verschiedensten Substanzen, Tröpfchen und kleinen Partikeln, je nachdem was für Material verbrennt. Hauptsächlich besteht er aus Gasen und Rußpartikeln, die eingeatmet werden können. Die in der Atemluft schwebenden Gifte können tief in die Lunge eindringen und sie schädigen. Durch die heiße Luft wird die Lunge innerlich erhitzt. Es kann zu Verbrennungen der Schleimhäute kommen, die monatelange, gelegentlich lebenslange Funktionsstörungen der Lunge und eine Behinderung der normalen Sauerstoffaufnahme aus der Luft ins Blut bewirken. Die Schadstoffe im eingeatmeten Rauch können eine zusätzliche Schädigung der Lunge bewirken. Auch diese Schädigungen können je nach Substanz des verbrannten Stoffs gravierende, oft lebenslange Folgen haben.

Als weitere Komponente kommt das Kohlenmonoxid (CO) hinzu, das in großen Mengen im Rauch vorhanden ist und das den Sauerstoff in den roten Blutkörperchen (Erythrozyten) verdrängt und damit zu einer Erstickung führen kann. Die roten Blutkörperchen transportieren den Sauerstoff in das Gewebe und alle lebenswichtigen Organe. Sind die roten Blutkörperchen mit Kohlenmonoxid statt mit Sauerstoff beladen, so kommt es zur Schädigung des Gewebes und zur Erstickung. Durch CO kann sehr rasch Bewusstlosigkeit und nach kurzer Zeit schon der Tod eintreten.

Man muss zwischen akuten Rauchvergiftungen und Spätfolgen von Rauchvergiftungen unterscheiden. Die akuten Rauchvergiftungen sind hauptsächlich Erstickungsprobleme. Die Patienten müssen mit Überdruck beatmet werden, damit ihnen genügend Sauerstoff zugeführt werden kann. Das Herz und der Kreislauf können Schaden nehmen, die Lunge selbst kann durch die Schadstoffe ihre Funktion der Sauerstoffaufnahme nicht mehr erfüllen. Durch Schäden am Lungengewebe kann sie sich mit Wasser füllen (Lungenödem), was die Atmung zusätzlich behindert. Durch die Hitze selbst und die Inhalation von Schadstoffen in hohen Konzentrationen können die Atemwege schwer in Mitleidenschaft gezogen werden. Die Verbrennung der Schleimhäute bewirkt, ähnlich wie bei Hautverbrennungen, eine Zerstörung der natürlichen Barriere für Schadstoffe, und diese können dann tief in die Lunge eindringen und zu Infektionen führen. Zudem kann das Lungengewebe bei der Heilung derart narbig verändert werden, dass auch die Zirkulation des Bluts in der Lunge beeinträchtigt wird. Dadurch kann eine spätere Schädigung des Herzens verursacht werden.

Das Lungengewebe kann durch inhalierte Schadstoffe je nach Art und Konzentration derart geschädigt und verändert werden, dass die Sauerstoffaufnahme später gestört ist. Dies äußert sich in Atemnot bei Anstrengung. Um die möglichen Folgeschäden abschätzen zu können, muss bekannt sein, was für Schadstoffe im Rauch waren und welche akuten Symptome bei und kurz nach der Rauchvergiftung auftraten.

Artikelnummer: cci13137

Ein Kommentar zu “Rauchvergiftung

  1. Sobald beim Brand auch noch PVC „im Spiel“ ist, entsteht Salzsäuredampf, der (nicht nur) die Lunge zusätzlich schädigt.
    Übrigens: Nach Norm ist Feuer das gewollte und Brand das ungewollte „Ereignis“. („Feuer machen“, „es brennt“).

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