Arbeitskosten in der EU 2019

(Abb. © pictworks/stock.adobe.com)
Die Arbeitskosten pro Stunde reichten in 2019 von 6 bis 44,7 € pro Stunde. Die niedrigsten Arbeitskosten pro Stunde wurden in Bulgarien (6 €), Rumänien (7,7 €), Litauen (9,4 €), Ungarn und Lettland (je 9,9 €) verzeichnet und die höchsten in Dänemark (44,7 €), Luxemburg (41,6 €), Belgien (40,5 €), Frankreich (36,6 €), den Niederlanden (36,4 €), Schweden (36,3 €), Deutschland (35,6 €) und Österreich (34,7 €). Betrachtet man die Arbeitskosten nach Wirtschaftszweig so lag das Baugewerbe (wozu in diesem Fall auch große Teile der LüKK zählen) mit 29,6 € im EU-Mittelfeld.

Bei den Arbeitskosten wurden Bruttoverdienste und Lohnnebenkosten wie beispielsweise Sozialbeiträge berücksichtigt. Der Anteil der Lohnnebenkosten an den gesamten Arbeitskosten in der gesamten Wirtschaft betrug in der EU 25,1 % und im Euroraum 25,6 % und reichte dabei von 5,3 % in Litauen bis 32,9 % in Frankreich. Deutschland liegt bei den Lohnnebenkosten auf Rang 13 mit 22 % innerhalb der EU.

Stärkster Anstieg der Arbeitskosten pro Stunde in Rumänien
Zwischen 2018 und 2019 stiegen die Arbeitskosten pro Stunde für die gesamte Wirtschaft, ausgedrückt in Euro, in der EU um 2,9 % und im Euroraum um 2,5 %.
Im Euroraum wurden die höchsten Anstiege in der Slowakei (+7,8 %), in Estland (+7,7 %) und Lettland (+7,4 %) verzeichnet. Die geringsten Zunahmen wurden in Malta (+1,0 %) und Finnland (+1,4 %) registriert.

Arbeitskosten pro Stunde
In Deutschland stiegen die Arbeitskosten von 2008 bis 2019 um 27 % von 27,9 € auf 35,6 € pro Stunde. Insgesamt liegen die Arbeitskosten in Deutschland 31 % über dem EU-Durchschnitt. Im Jahr 2018 lagen die Arbeitskosten noch bei 32 % über dem EU-Durchschnitt.

Arbeitskosten (Abb. © Eurostat)
Arbeitskosten nach Wirtschaftsbereich
Im Jahr 2019 zahlten die Arbeitgeber in Deutschland in Branchen des Produzierenden Gewerbes und der wirtschaftlichen Dienstleistungen auf 100 Euro Bruttoverdienst wie im vergangenen Jahr zusätzlich 27 Euro Lohnnebenkosten. Damit lagen die Lohnnebenkosten in Deutschland unter dem EU-Durchschnitt von 33 Euro. Im EU-weiten Ranking lag Deutschland im Mittelfeld auf Platz 13. Auf 100 Euro Lohn wurden in Schweden (48 Euro) die höchsten Lohnnebenkosten gezahlt, in Rumänien (5 Euro) die niedrigsten.

Arbeitskosten nach Wirtschaftsbereich (Abb. © Eurostat)
Fazit
Deutschland bewegt sich bei den Arbeitskosten im EU-Mittelfeld. Das trifft auch auf die Höhe der Lohnnebenkosten zu, wo Deutschland sich von 27 EU-Staaten auf Rang 13 befindet. In Ländern mit niedrigen Lohnkosten wie Bulgarien, Rumänien, Litauen, Lettland, Polen und Ungarn sind im Vergleich zu 2018 die Vergütungen leicht gestiegen. Jedoch ist der Unterschied von 66 % zum EU-Durchschnitt immer noch hoch. Die LüKK hat jedoch weiterhin eine Sonderstellung. So verdient laut dem Arbeitsstellenportal Stepstone ein Klimatechniker in Deutschland rund 37.600 € Brutto und damit mehr als viele andere Gewerke im Baugewerbe.

Quelle: Eurostat. Die gesamte Analyse von Eurostat befindet sich oben unter Anhänge.

Artikelnummer: cci90512

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