Leserumfrage: Einsatz von HEPA-Luftfiltern in RLT-Anlagen

HEPA-Filter sind meistens Teil eines Filterverbunds mit unterschiedlichen Abscheidungsgrößen. (Abb. © Vectorman2017/stock.adobe.com)

Donnerstag ist Techniktag. Derzeit erleben hocheffiziente HEPA-Luftfilter zum Einsatz in zentralen Lüftungsanlagen, die dort Covid-Viren oder Aerosole abscheiden sollen, eine starke Aufmerksamkeit. cci Branchenticker fragt die Leser: Haben Sie dazu Erfahrungen?

HEPA-Luftfilter der Klassen E10 bis H14, die häufig zum Beispiel in OP-Klimaanlagen und in Reinräumen eingesetzt werden, können bis zu 99,95 % aller Partikel über 0,3 um abzuscheiden. Und da Covid-Viren in der Raumluft gemeinsam mit mikrofeinen Wasserpartikeln als Aerosole auftreten und Durchmesser über 0,3 um aufweisen, können somit Schwebstoffilter solche Aerosole wirksam abscheiden. Daher werden derzeit viele Produkte angeboten, die mit solchen H-Filtern ausgestattet sind und die Luft in einzelnen Räumen als Sekundärluftgeräte von Covid-19 befreien sollen (zum Beispiel in Klassenzimmern, Großraumbüros).

Darüber hinaus gibt es aber auch Empfehlungen, zentrale Lüftungsanlagen (besonders Bestandsanlagen) mit solchen HEPA-Filtern nachzurüsten. Dazu zwei wichtige Anmerkungen:

Eine solche Nachrüstung ist nur dann eine Überlegung wert, wenn die Lüftungsanlage einen Umluftbetrieb fährt oder wenn festgestellt wird, dass im Gerät ein unzulässig hoher Anteil von Abluft auf die Zuluft übertragen wird. Wenn die Anlage aber sowieso im reinen Außenluftbetrieb ohne Umluft arbeitet oder der Umluftbetrieb abgeschaltet wurde, macht der Einsatz eines HEPA-Filters keinen Sinn – denn schließlich befinden sich in der Außenluft keine Covid-Viren oder -Aerosole.

Anders sieht es aus, wenn aus welchen Gründen auch immer (Heiz-, Kühllast) auf den Umluftbetrieb nicht verzichtet werden kann. Dann könnte der Ersatz des bisherigen Luftfilters (zum Beispiel F7 = ISO ePM1 50 %) durch einen höherwertigen Luftfilter eine Option zur Abscheidung von Covid-Aerosolen sein. Doch dabei sollten auch die möglichen Folgen beachtet werden: Die Druckdifferenz eines HEPA-Filters ist deutlich höher als die eines Standard-Luftfilters. Und diese erhöhte Druckdifferenz kann dazu führen, dass nun der Ventilator nicht mehr genügend Leistung (oder Leistungsreserven) hat, um weiterhin den Nennluftvolumenstrom zu fördern. Dies führt zwangsläufig zu Verlusten an thermischer Leistung und zu einer Verringerung der Luftqualität.

Frage an unsere Leser: Haben Sie bereits Erfahrungen beim nachträglichen Einsatz eines HEPA-Luftfilters in bestehende Lüftungsanlagen gemacht? Bitte schreiben Sie uns an redaktion@cci-dialog.de. Vielen Dank für Ihre Statements!

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Ein Kommentar zu “Leserumfrage: Einsatz von HEPA-Luftfiltern in RLT-Anlagen

  1. Ich denke, wenn jemand eine Empfehlung ausspricht, eine zentrale Bestandsanlage nachträglich mit einem Hepafilter auszustatten, soll dann bitte auch sagen, wie das geschehen soll. Der Unterschied zu allen anderen Filtern ist doch, dass der Hepafilter mit einer Spannvorrichtung auf den Filtersitz gepresst werden muss, damit er die Qualität H13 bzw. H14 haben soll. Also ist nicht nur der Filter zu wechseln, sondern der gesamte Filtersitz muss verändert werden. Dieser Aufwand, vom erforderlichen Platz ganz zu schweigen, ist enorm und praktisch ohne erheblichen Aufwand nicht zu realisieren. Der Hepafilter benötigt auch immer noch einen Vorfilter, sonst ist die Standzeit gleich Null.

    Helmut Gosert

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