Meinung: Keine Mail nach 18 Uhr

Sabine Andresen
Sabine Andresen, sabine.andresen@cci-dialog.de (Abb. © cci Dialog GmbH)

Schon viele Jahre vor Corona wusste ich die Vorteile wöchentlicher Home-Office-Tage zu schätzen. Spätestens seit der Pandemie ist „HO“ als Arbeitsform gesetzt. Dass das Arbeiten zuhause viele Vorteile hat, die über den Infektionsschutz hinausgehen, dürfte unbestritten sein. Nachteile gibt es aber auch: So „verschwimmen“ – je nach Unternehmenskultur – die Grenzen zwischen Berufs- und Privatleben.

Der italienische LüKK-Hersteller Carel hat sich mit diesem Thema beschäftigt und nun offiziell Unternehmensrichtlinien eingeführt, um die Qualität der Arbeit zu verbessern und eine bessere Work-Life-Balance für die Mitarbeiter zu gewährleisten. So wurde beispielsweise festgelegt, dass Mails außerhalb der Bürozeiten nicht verschickt werden dürfen, insbesondere nicht zwischen 18 und 8 Uhr, es sei denn, dies sei aufgrund der unterschiedlichen Zeitzonen von Kollegen in verschiedenen Teilen der Welt erforderlich. Die Leitlinien enthalten auch einige Vorschläge zur Optimierung der am Arbeitsplatz verbrachten Zeit und insbesondere der Zeit, die für Sitzungen aufgewendet wird. Die Standarddauer von Sitzungen wurde geändert: nicht mehr 30 oder 60 Minuten, sondern 25 oder 50 Minuten, damit zwischen den Sitzungen immer eine Pause eingelegt wird. Und so weiter und so fort.
Ich finde die Intention dieser Regelungen gut und wichtig, wobei man natürlich andererseits auch aufpassen muss, dass kein starres Verhaltenskorsett entsteht. In Zeiten moderner flexibler Arbeitsplatzgestaltung könnten solche Vorgaben auch ziemlich nach hinten los gehen.
Mir ist in der deutschen LüKK bisher kein Unternehmen begegnet, das solche Regelungen aufgestellt hat. Es würde mich brennend interessieren, ob es diese hierzulande auch gibt.

Herzliche Grüße übermittelt Ihnen
Sabine Andresen

cci135623

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