2. Juni 2020 Autor: Rolf Grupp (Bearbeiter)

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  • Kiefer: Schlitzdurchlässe im Louvre Abu Dhabi und im Museum M9 in Venedig-Mestre
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Kiefer: Schlitzdurchlässe im Louvre Abu Dhabi und im Museum M9 in Venedig-Mestre

Im Museum M9 in Venedig-Mestre kommen Schlitzdurchlässe der Kiefer GmbH Luft- und Klimatechnik zur Anwendung. (Abb. © janbitter.de/Kiefer)Im Museum M9 in Venedig-Mestre kommen Schlitzdurchlässe der Kiefer Klimatechnik GmbH zur Anwendung. (Abb. © janbitter.de) Im 1. und 2. Obergeschoss des M9 befinden sich die Räumlichkeiten der Dauerausstellung – hier wurden die Schlitzdurchlässe in die linear angeordneten Lichtleisten integriert. (Abb. © janbitter.de/Kiefer)Im 1. und 2. Obergeschoss des M9 befinden sich die Räumlichkeiten der Dauerausstellung – hier wurden die Schlitzdurchlässe in die linear angeordneten Lichtleisten integriert. (Abb. © janbitter.de) im M9 führt eine Kaskadentreppe aus rauem Sichtbeton in die Ausstellungsräume in den oberen Geschossen. In die fein strukturierte Holzlamellendecke wurden Schlitzdurchlässe integriert. (Abb. © janbitter.de/Kiefer GmbH)  im M9 führt eine Kaskadentreppe aus rauem Sichtbeton in die Ausstellungsräume in den oberen Geschossen. In die fein strukturierte Holzlamellendecke wurden Schlitzdurchlässe integriert. (Abb. © janbitter.de) Lichtdecke in der Permanent Gallery im Louvre Abu Dhabi (Abb. © Kiefer)Lichtdecke in der Permanent Gallery im Louvre Abu Dhabi (Abb. © Kiefer) Für die Deckenkonstruktion in den Bronze Galleries und Vestibules des Louvre Abu Dhabi entwickelte Kiefer Strangpressprofile mit einer Höhe von mehr als 500 mm. (Detail) (Abb. © Kiefer)Für die Deckenkonstruktion in den Bronze Galleries und Vestibules des Louvre Abu Dhabi entwickelte Kiefer Strangpressprofile mit einer Höhe von mehr als 500 mm. (Detail) (Abb. © Kiefer) Die Luft- und Klimatechnik besitzt im Museumsbau einen hohen Stellungswert, da sie maßgeblich für den Erhalt der Kunstschätze verantwortlich ist. Welche Luftfeuchte und Lufttemperatur optimal sind, richtet sich nach den gezeigten Objekten und wird in der Regel von den zuständigen Konservatoren festgelegt. Die international empfohlenen Standardwerte liegen bei 20 °C bei 50 % relativer Luftfeuchte. Noch wichtiger als die Einhaltung solcher Absolutwerte sind jedoch konstante Luftverhältnisse im Raum: Schnelle Temperatur- und Luftfeuchteschwankungen setzen den Exponaten extrem zu. Langsamere Veränderungen, wie zwischen den Jahreszeiten, stellen hingegen kein Problem dar. Mit Mischlüftungssystemen wie Schlitzdurchlässen ist es möglich, relativ große Luftwechselraten und hohe Temperaturdifferenzen umzusetzen – diese sind notwendig, um rasche Temperatur- und Luftfeuchteschwankungen durch Besuchergruppen zu vermeiden.
Wer als Planer oder Architekt mit einem Museumsbau beauftragt wird, sollte bereits in einer frühen Planungsphase an die Integration der Luft- und Klimatechnik denken. Dann kann sie optimal in die bestehende Architektur eingefügt werden – ohne Abstriche bei der Gestaltung der Ausstellungsräume.

Die Schlitzdurchlässe der Kiefer Klimatechnik GmbH, Stuttgart, haben eine spezielle Ausblasgeometrie, bei der feine, alternierende Freistrahlen entstehen. Dadurch wird die Induktion der Raumluft intensiviert, wodurch sich die Temperaturdifferenz zwischen Zu- und Raumluft auf kurzem Wege abbaut ohne spürbare Zugluft. Die hohe Induktion ermöglicht eine hohe Temperaturdifferenz zwischen Raum- und Zuluft bis -14 K und in besonderem Maße die Nutzung der freien Kühlung. Die erforderliche Kälteleistung wird so minimiert. Mit den Schlitzdurchlässen lassen sich durch eine diffuse, absolut walzfreie Raumluftströmung höchste Komfortansprüche umsetzen. Der Volumenstrom liegt zwischen 20 und 250 m³/h pro lfd. m. Da die Freistrahlcharakteristik die Zuluft direkt in den Aufenthaltsbereich verteilt, ohne die Decken zu benetzen, verschmutzen die Decken nicht.

Louvre Abu Dhabi
Das Kunstmuseums Louvre Abu Dhabi ist von einer riesigen Kuppel überspannt. Sie hat einen Durchmesser von 180 m und wiegt 7.500 Tonnen. Durch die versetzte Anordnung der Schichten ergeben sich 7.850 Öffnungen, die in Größe und Winkel variieren. Das Ergebnis sind je nach Lichteinfall wechselnde Schatten an den Wänden und auf den Böden. Die Kuppel überspannt die in weiß getünchten Quadergebäude, die die eigentlichen Galerien beherbergen. Diese erinnern in ihrer Anordnung mit Gassen und Plätzen an eine arabische Altstadt (Medina). Die Ausstellungsfläche beträgt 8.600 m². Die Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich auf mehr als 1,5 Mrd €. Dagegen nehmen sich die 580 Mio € für die eigentlichen Baukosten fast bescheiden aus.
Durch Buro Happold, Bath/Großbritannien wurden Strömungsversuche durchgeführt, um in den Gallerien auch bei extremen Außenkonditionen eine bestmögliche Raumluftströmung zu gewährleisten. Basierend auf dem durch den Strömungsversuch festgelegten Ausblasprofil wurden von Kiefer "Indul V45"-Sonderschlitzdurchlässe entwickelt, um den architektonischen Anforderungen Rechnung zu tragen. Hervorzuheben sind dabei die Auslässe in den Permanent Galleries, in den Vestibules und den Bronze Gallerien.. In den Permanent Galleries wurden die Schlitzdurchlässe in die Tragkonstruktion der Lichtdecke integriert. Hierzu waren Sonderauslässe mit Halshöhen über 500 mm und Baulängen von zum Teil nur 250 mm erforderlich. Darüber hinaus wurden die Ausblasprofile hochglanzpoliert und die Luftlenkelemente beschichtet. In den Vestibules sollten neben den Ausblasprofilen auch die Hälse der Schlitzdurchlässe als in den Raum ragende Rippen sichtbar sein. Hierfür wurden Strangpressprofile mit einer Höhe von über 500 mm entwickelt, die auch bezogen auf die jeweilige Gesamtlänge von teilweise mehr als 10 m praktisch keinen Verzug aufweisen durften. Sämtliche Sichtflächen wurden in diesem Fall pulverbeschichtet in Signalschwarz (RAL 9004), matt, wobei der geforderte extrem geringe Glanzgrad eine Herausforderung darstellte. Insgesamt wurden ca. 4.000 Schlitzdurchlässe in Sonderausführung installiert.

Museum M9 in Venedig-Mestre
Im Museum M9 im italienischen Venedig-Mestre (25.600 m² Bruttogeschossfläche) wurden farbige Keramikfliesen mit Sichtbeton kombiniert. Die Formensprache der Gebäudehülle setzt sich im Gebäudeinneren fort, wie eine Kaskadentreppe aus rauem Sichtbeton zeigt. Ebenso viel Wert wie auf die Gestaltung des Gebäudes wurde auf die Luft- und Klimatechnik gelegt – unter anderem mit „Indul N“-Schlitzdurchlässen. Sie kamen überall dort für die Luftverteilung zur Anwendung, wo die Gebäudetechnik den Charakter der Räumlichkeiten nicht beeinträchtigen sollte. Die Durchlässe fügen sich in den Räumen der Dauerausstellung zur Geschichte Italiens des 20. Jahrhunderts im ersten und zweiten Obergeschoss unauffällig in die linear angeordneten Lichtleisten ein. Auch im Eingangsbereich und im Foyer sowie über der Kaskadentreppe sind sie zwischen den fein strukturierten Holzlamellen der abgehängten Zwischendecke für die Besucher unsichtbar. Des Weiteren sorgen sie im Auditorium für Zuluftzufuhr. Insgesamt wurden mehr als die Hälfte der Museumsfläche mit über 1.000 lfm Schlitzdurchlässen (Typ Indul N AVI 24-125 N und Indul N AVI 45-160 N) ausgestattet. Sie verfügen über eine mineralfaserfreie Luftkammerisolierung, weisen Schlitzbreiten von 24 und 45 mm auf und besitzen Bauhöhen von 231 und 266 mm.

Desweiteren ist Kiefer mit lufttechnischen Komponenten in der James-Simon Galerie in Berlin und weiteren Projekten, die noch in der Umsetzung sind, wie dem Pergamonmuseum in Berlin oder der Neuen Nationalgalerie in Oslo vertreten.

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