26. Juni 2020 Autor: IRENA/Sabine Andresen

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IRENA-Bericht regenerative Energien

Die Internationale Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA) hat den Bericht "Kosten der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien 2019" veröffentlicht.

Der vollständige Bericht als PDF (144 Seiten) befindet sich unter "Anhänge".

Regenerative Energie ist zunehmend günstiger als Strom aus fossilen Brennstoffen. Zu diesem Schluss kommt ein neuer Bericht der Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA). Der Bericht "Kosten der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien 2019" zeigt, dass mehr als die Hälfte der im Jahr 2019 hinzugekommenen Kapazitäten aus regenerativen Energien niedrigere Stromkosten aufweisen als die der günstigsten neuen Kohlekraftwerke.
Im Durchschnitt kosten neue Photovoltaik- und Windenergieanlagen an Land weniger als die Betriebserhaltung zahlreicher bestehender Kohlekraftwerke – und Auktionsergebnisse deuten auf eine Beschleunigung dieses Trends hin, was für einen vollständigen Ausstieg aus der Kohle spricht. Der Bericht zeigt, dass der Betrieb von bis zu 1.200 Gigawatt (GW) bestehender Kohlekapazitäten im nächsten Jahr teurer sein könnte als neue Solar PV-Großanlagen.
Laut IRENA würde der Umstieg von den teuersten 500 GW Kohle zu Solar PV und Windenergie an Land im nächsten Jahr die Stromsystemkosten jedes Jahr um bis zu 23 Mrd. US-$ senken und die jährlichen Emissionen um rund 1,8 Gigatonnen (Gt) CO2) reduzieren, was 5 % des gesamten weltweiten CO2-Ausstoßes im Jahr 2019 entspricht.
„Wir haben eine Zäsur in der Energiewende erreicht. Neue Kohlekraftwerke und ein Großteil der bestehenden Kohleverstromung sind sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich nicht mehr zu rechtfertigen“, so Francesco La Camera, Generaldirektor von IRENA. „Regenerative Energien kristallisieren sich zunehmend als günstigste Quelle für neue Stromkapazitäten heraus und bieten ein enormes Potenzial zur Ankurbelung der Weltwirtschaft und Schaffung von Arbeitsplätzen. Investitionen in regenerative Energien sind stabil, kosteneffektiv und attraktiv, bieten konsistente und kalkulierbare Renditen und nutzen der Wirtschaft insgesamt. Die Strategie zur weltweiten wirtschaftliche Erholung muss grün sein“, fügte La Camera hinzu. „Regenerative Energien bieten die Möglichkeit, kurzfristige politische Maßnahmen mit mittel- und langfristigen Energie- und Klimazielen in Einklang zu bringen.Regenerative Energien müssen das Rückgrat der nationalen Bemühungen zur Wiederbelebung der Wirtschaft nach der Corona-Pandemie bilden. Mit der richtigen Politik können sinkende Kosten für regenerative Energien eine Verlagerung der Märkte bewirken und einen wichtigen Beitrag zu einem grünen Aufschwung leisten.“
Die Kosten für Strom aus regenerativen Energien sind in den letzten zehn Jahren stark gesunken, was auf optimierte Technologien, Skaleneffekte, zunehmend wettbewerbsfähige Lieferketten und wachsende Erfahrungen in der Projektentwicklung zurückzuführen ist. Die Stromgestehungskosten für Photovoltaik sind seit 2010 um 82 % gesunken, gefolgt von solarthermischen Kraftwerken mit 47 %, der Windenergie an Land mit 39 % und der Windenergie auf See mit 29 %.
Auch die Kosten für Solar- und Windenergietechnologien sind im Vergleich zum Vorjahr weiter gesunken. Die Stromkosten für PV-Großanlagen fielen 2019 im Jahresvergleich um 13 % auf 6,8 Cent (0,068 US-$) pro Kilowattstunde (kWh). Bei Windenergieprojekten an Land und auf See wurde eine Senkung um ca. 9 % auf 0,053 US-$/kWh bzw. 0,115 US-$/kWh verzeichnet.
Die jüngsten Auktionen und Stromlieferverträge zeigen, dass sich der Abwärtstrend bei der Inbetriebnahme neuer Projekte im Jahr 2020 und danach fortsetzt. PV-Preise für Projekte, die 2021 in Betrieb genommen werden, könnten durchschnittlich auf 0,039 US-$/kWh beziffert werden. Dies entspricht einem Rückgang von 42 % gegenüber 2019 und ist mehr als ein Fünftel günstiger als der billigste Konkurrent im Bereich fossiler Brennstoffe, nämlich Kohlekraftwerke. Auktionspreise für Photovoltaik auf Rekordtief in Abu Dhabi und Dubai (VAE), Chile, Äthiopien, Mexiko, Peru und Saudi-Arabien bestätigen, dass bereits Preise von bis zu 0,03 USD-$kWh möglich sind.
Erstmals befasst sich der Jahresbericht von IRENA auch mit dem Investitionswert im Verhältnis zu sinkenden Gestehungskosten. Dieselbe Summe, die heute in regenerative Energien investiert wird, erzeugt mehr neue Kapazität als noch vor einem Jahrzehnt. Im Jahr 2019 wurden doppelt so viele erneuerbare Kraftwerkskapazitäten in Betrieb genommen wie 2010, es waren jedoch nur 18 % mehr Investitionen erforderlich.

Über die Internationale Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA)
IRENA ist nach eigener Aussage eine Agentur für die globale Energiewende, die Länder beim Übergang zu einer Zukunft der regenerativen Energien unterstützt und als Hauptplattform für die internationale Zusammenarbeit, als Kompetenzzentrum und Quelle für Politik, Technologie, Ressourcen und finanzielles Wissen über regenerative Energien dient. Mit 161 Mitgliedern (160 Staaten und die EU) und 22 weiteren Ländern, die sich im Beitrittsprozess befinden und aktiv beteiligen, fördert IRENA die Übernahme und nachhaltige Nutzung aller Formen regenerativer Energien im Bemühen um nachhaltige Entwicklung, Zugang zu Energie, Energiesicherheit sowie emissionsarmes Wirtschaftswachstum und Wohlstand.

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Artikelnummer: cci88996

Kommentare (2):

Der Kostenvergleich von Solar- und Windstrom (ungesicherte Leistung) mit jederzeit verfügbarem Strom aus thermischen Kraftwerken ist doch der Vergleich von Äpfeln mit Birnen!
Ich hoffe der obige Text ist nicht von CCI verfasst sondern als PR - Text von IRENA zur Verfügung gestellt worden. Aber auch dann steht CCI mit in der Verantwortung.
Detlef Orth 29.06.2020
Sehr geehrter Herr Orth,
zunächst einmal vielen Dank für Ihren Kommentar. Wir freuen uns immer über eine Rückmeldung.
Ich habe als Redakteurin den Beitrag auf Basis der Informationen, die uns von IRENA zur Verfügung gestellt wurden, verfasst. In einem PR-Text würde es von Ausführungen wie "wir sind die größten...besten...einzigen...und haben die neuesten Erkenntnisse..." etc. wimmeln. All dies finden Sie in unseren Artikeln nicht. Stattdessen - um unsere "moderierende" Distanz zu zeigen -, finden Sie Formulierungen wie "nach Aussagen von..." oder Zitate.
Sinn meines Beitrags war, lediglich die Tatsache, dass es diese Studie gibt, vorzustellen. Die Inhalte der von uns vorgestellten Studien können wir nicht auf Richtigkeit überprüfen.
Wir überlassen es unseren Lesern, sich ein Urteil zu bilden. Wenn Sie jedoch Kritik an der IRENA-Studie haben, wäre es gut, Sie würden diese IRENA direkt zukommen lassen. Ansprechpartnerin ist Nicole Bockstaller, Kommunikationsbeauftragte, +971 56 681 69 46, nbockstaller@irena.org.
Wenn Sie mich über die Ergebnisse informieren, freue ich mich darüber. Herzlichen Dank.
Sabine Andresen 02.07.2020

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