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11. Januar 2013 Autor: Hannes Lütz

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  • Die DIN EN 15232 - Auswirkungen der Gebäudeautomation auf die Gebäudeeffizienz
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Die DIN EN 15232 - Auswirkungen der Gebäudeautomation auf die Gebäudeeffizienz

Die DIN EN 15232 "Energieeffizienz von Gebäuden - Teil 1: Einfluss von Gebäudeautomation und Gebäudemanagement - Module M10-4, 5, 6, 7, 8, 9, 10" (Dezember 2017) ist eine Überarbeitung der Norm von 2012. Sie bietet eine Methode zur Abschätzung der Energieeffizienz in neuen und bestehenden Gebäuden und kann genutzt werden, um die Wirtschaftlichkeit von Investitionen in die Erneuerung von Gebäudeautomationssystemen zu bewerten.

Die DIN EN 15232 legt fest:
- eine strukturierte Liste von Funktionen der Gebäudeautomation und des technischen Gebäudemanagements, die zur Energieeffizienz von Gebäuden beitragen
- ein Verfahren zur Definition der Mindestanforderungen hinsichtlich der Funktionen der Gebäudeautomation und des technischen Gebäudemanagements, die in Gebäuden unterschiedlicher Komplexität umzusetzen sind
- ein faktorbasiertes Verfahren für eine Abschätzung des Einflusses dieser Funktionen auf Gebäudetypen und Nutzungsprofile
- Verfahren zur Bewertung des Einflusses dieser Funktionen auf ein bestimmtes Gebäude. Die Verfahren erlauben es, den Beitrag dieser Funktionen in die Berechnungen der Kennzahlen und Leistungsindikatoren der Energieeffizienz nach den relevanten Normen aufzunehmen
- mit der Gebäudeautomation verbundene Bezeichner für gebäudetechnische Anlagen.

Gegenüber der DIN EN 15232 von 2012 wurde geändert
- die Nummer der Norm wurde geändert in DIN EN 15232-1
- der Titel wurde auf die bei den EPBD-Normen übliche Modulstruktur angepasst
- die Abschnitte wurden überarbeitet sowie durch Tabellen und Bilder ergänzt
- die normativen Verweisungen wurden aktualisiert.

Auf Seite 2 finden Sie einen Beitrag, der noch den Stand von 2012 beschreibt.

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Artikelnummer: cci18213

Kommentare (4):

Sicherlich ist diese Norm der richtige Schritt. Nur leider fehlt der schwerwiegendste Faktor bei der Beurteilung ob die Investition wirklich wirtschaftlich ist. Und zwar die Bewertung des Personals dass für den Betrieb der Anlage zuständig ist. Ohne ein geschultes Personal und ein funktionierendes Energiemanagement hilft die tollste Technik nichts. ...Auch das sparsamste Auto kann ich mit Vollgas Fahren...
Sebastian Palmer 26.01.2013
Prinzipiell hat Sebastian Palmer Recht, nur eine Energieschleuder kann auch der beste Betreiber nicht sparsam fahren. Eine wirtschaftliche Bewertung ist nicht Aufgabe einer Norm. Das müssen die interessierten Kreise schon selbst machen.
Das wirklich "Dumme" an dieser Norm ist, dass sie wie jede Norm per Vertrag vereinbart werden muss. Daher haben die wissenden Experten dafür gesorgt, dass die Inhalte der Europanorm 15232 auch als Teil 11 in die DIN V 18599 eingeflossen sind - und damit sind die Ergebnisse der Norm verbindlich im Rahmen des Energieausweises für Gebäude - zumindest in Deutschland.
Im Internet gibt es auch neutrale Tools für die wirtschaftliche Bewertung der Normvorgaben, z.B. :
http://gebaeude-iq.de/tool/Gebaeude-IQ-Checkliste.pdf
oder www.Gebaeude-IQ.de/Bierdeckel
Viel Spass und Erfolg damit
Hans Kranz 30.01.2013
Hallo Herr Kranz,

habe ihren Kommentar gelesen und eine fachliche Frage zur Thematik die vermutlich nur ein Kenner des Markts beantworten kann.

Gibt es bereits Systeme, die die Ergänzenden Funktionen, wie sie im Beitrag definiert sind, erfüllen?
Herbert Haser 15.01.2014
Die zu ergänzenden Funktionen lassen sich aus der Tabelle 3 der DIN EN 15232 entnehmen:
- Raumautomation (Heizung/Kühlung)
Ersetzen von Thermostatventilen durch eine kommunizierende Einzelraumregelung, die ihren Bedarf an die Energieerzeuger weitergibt.
=> Das ist Stand der Technik - ein Signal, dass Energiebereitstellung erforderlich ist - das kann jede GA- und RA-Firma (wenn sie diese Bezeichnung verdienen) - und wenn es im Auftrag enthalten ist.

- Anlagenautomation (Erzeugung und Verteilung von Heiz und Kühlenergie)
Der Energiebedarf der Verbraucher (Heizkreise) muss den Erzeugern (Kessel, Kühlanlagen) mitgeteilt werden. Implementierung von optimierter Start/Stopp-Funktionen, Einsatz von Pumpen mit variabler Drehzahl und Steuerung der Energieerzeugersequenz nach Wirkungsgrad.
=> Das geht nur, wenn die "Erzeuger" und Pumpen über eine Schnittstelle verfügen - am günstigsten BACnet -, um auf die Signale zu reagieren. Aber die HLK-Firmen kaufen regelmäßig immer die billigste Variante, bei der das nicht geht, daher kann sich die GA meist auf den Kopf stellen und mit den Beinen wackeln... ;-)

- Klimaanlage
Stichworte hier sind lastabhängige Regelung, Außentemperaturkompensation, Enthalpieregelung und Feuchteregelung.
==> Na ja, fast jede Regelung wirkt "lastabhängig" - wenn sie funktioniert. AT-Kompensation kennt man seit 50 Jahren (oder länger), die h,x-geführte Regelstrategie hatte ich schon mit Pneumatik realisiert ("Enthalpieregelung"), Feuchteregelung ist Standard, wenn die Anlage das zulässt.
Also dieser Punkt ist m. E. nur eine naive Aufzählung eines Nichtfachmanns.

- Beleuchtung
Hier ist Augenmerk zu legen auf eine automatische Anwesenheitserkennung und eine automatische Beleuchtungsregelung.
=> Anwesenheitserkennung geht sogar ohne Bus und Automation, eine automatische Beleuchtungsregelung ist Frage der Kompetenz der Installationsfirma - manche machen auch eine "Bügeleisenregelung" (Ein wenn dunkel, Aus wenn hell).
Mit GA könnte man beides mit dem Sonnenschutz und der Raumlufttechnik sinnvoll verknüpfen.

- Verbesserungen am Technisches Gebäudemanagement
Erkennung von Fehlern im Gebäudeautomationssystem, Überwachung des Energieverbrauchs und der Innenbedingungen.
=> Auch hier laienhafte Darstellung: "Fehler im Automationssystem" werden, soweit möglich, immer gemeldet ("Watchdog-Funktion") - gemeint sind wohl Fehler in der Anlagentechnik, die die GA erkennt(?). Für die Überwachung des Energieverbrauchs gibt es neben allen GA-Systemen (die sich so nennen dürfen nach DIN EN ISO 16484) auch spezialisierte Systeme - die meist nicht mit der GA kommunizieren können - und damit viel Potenzial verschenken.
Die oft als GA vorgetäuschten SCADA-Systeme können meist nur die bunten Bildchen und Alarme - und etwas "History" - selten Auswertung, Analyse etc. Nach o.g. Norm sind das keine "GA-Systeme".
Die Überwachung der Innenbedingungen ist Standard, seit es GA gibt und der Bauherr es bezahlt (erste Erwähnung 1897, Leittechnik für das Reichstagsgebäude Berlin)...

Hier sollte wohl stehen, dass solche Systeme eingebaut U N D betrieben werden müssen.

Hans Kranz
15.01.2014

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