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2. Februar 2012 Autor: Dr.-Ing. Manfred Stahl
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Grundlagen: Dezentrale Klimatisierung

Der Beitrag wurde von Dr.-Ing. Manfred Stahl erstellt und im März  2017 überprüft.
Im Vergleich zur zentralen Klimatisierung, bei der Außenluft in einem zentralen raumlufttechnischen Gerät gefiltert, thermisch aufbereitet (erwärmt, gekühlt, be- und/oder entfeuchtet) und dann als Zuluft über ein Luftkanalsystem in die Räume und Nutzungszonen eines Gebäudes verteilt wird, besteht ein System der dezentralen Klimatisierung aus vielen einzelnen Klimageräten, die sich direkt in den Räumen und Nutzungszonen befinden.

Aufbau und Arbeitsweise eines dezentralen Klimageräts

Bei einem System der dezentralen Klimatisierung werden die kompakten Geräte unmittelbar an der Außenwand installiert – zum Beispiel im Doppelboden oder als Standgerät im Raum – und saugen über Bohrungen in der Fassade die Außenluft direkt in das Gerät an. Dort wird die Außenluft zunächst gefiltert, anschließend je nach Bedarf in einem wasserdurchflossenen Wärmeübertrager erwärmt oder gekühlt und strömt dann aus dem Gerät als Zuluft in den Raum. Einige Gerätebauarten haben zusätzlich eine Funktion, durch die in Ergänzung zur Außenluft auch ein Teil Raumluft (Sekundärluft) in das Gerät angesaugt und dort thermisch behandelt wird.

Auf eine bewusste Entfeuchtung (Kondensation) oder Befeuchtung der Außenluft zur Zuluft wird bei nahezu allen dezentralen Geräten verzichtet, weil dadurch der technische Aufwand (zum Beispiel zur Kondensatableitung) oder der Aufwand für Service und Wartung überproportional stark ansteigen würde.

Die Abbildungen 1 und 2 zeigen den Aufbau eines typischen dezentralen Klimageräts und die darin eingesetzten Komponenten.

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Abbildung 1 und 2: Aufbau und Komponenten eines dezentralen Klimageräts. Das in Abbildung 2 dargestellte Gerät ist nur ein Beispiel für viele mögliche Ausführungen von dezentralen Lüftungsgeräten. Diese gibt es unter anderem noch als Vier-Leiter-System (zwei Wärmeübertrager für Erwärmen/Kühlen) und in Ausführungen ohne Wärmerückgewinnung und ohne Umluftbeimischung. (Abb. LTG)     Abbildung 1 und 2: Aufbau und Komponenten eines dezentralen Klimageräts. Das in Abbildung 2 dargestellte Gerät ist nur ein Beispiel für viele mögliche Ausführungen von dezentralen Lüftungsgeräten. Diese gibt es unter anderem noch als Vier-Leiter-System (zwei Wärmeübertrager für Erwärmen/Kühlen) und in Ausführungen ohne Wärmerückgewinnung und ohne Umluftbeimischung. (Abb. LTG)

Ein Radialventilator – dies ist bei neueren Geräten meist ein stufenlos regelbarer, hocheffizienter EC-Ventilator – saugt Außenluft in das Gerät ein. Dort wird die Außenluft gefiltert (Luftfilter der Qualität F7) und durchströmt dann einen Schalldämpfer, um die vom Gerät in den Raum abgestrahlten Geräusche zu minimieren. Danach strömt die Luft durch eine Wärmerückgewinnung und durch einen Wärmeübertrager, der zur Erzeugung der gewünschten Zulufttemperatur mit warmem oder kaltem Wasser durchströmt wird.

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Artikelnummer: cci11862

Kommentare (1):

Da dezentrale Geräte in der Regel nur mit einem zweiten Raumkühlsystem zusammen arbeiten können, wie z.B. eine Betonkernaktivierung oder Kühldecken, muss man die Außenluft
im Sommer bis zu einem gewissen Grad entfeuchten. Wenn das in Fassadengeräten geschehen soll, ist für eine Kondensatableitung mit
einer entsprechenden Reinigbarkeit zu sorgen.
Individuelle Möglichkeiten zur Temperaturregelung oder Luftqualitätsregelung durch die Nutzer, lassen sich auch mit anderen Lösungen realisieren, wobei die Luftqualitätsregelung unbedingt automatisch geschehen sollte. Eigentlich reich hier eine einfache Steuerung über Präsenzmelder.
Man darf auch nicht verschweigen, dass Fassadenlüftungsgeräte die Außenluft unmittelbar am Gebäude ansaugen. Hier ist die Außenlufttemperatur im Sommer deutlich höher und erhöht somit den Kühlbedarf. Der Aufwand für einen jährlichen Wechsel von beispielsweise 1600 Stück Außenluftfilterelementen erfordern einen zu berücksichtigenden Aufwand bei Systemvergleichen. Eine in der EN 13779 geforderte zweistufige Filterung bei bestimmten Außenluftqualitäten muss ebenfalls Berücksichtigung finden. Wenn also Nachteile aufgelistet werden, dann bitte umfassend.
Martin Toerpe 27.11.2012

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