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15. September 2014 Autor: Frank Kienle

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Abluftnachbehandlung mit Ozondosierung nach DIN 18869 Teil 7

Überprüft im April 2015.
In den vergangenen Jahren wurden vermehrt Komponenten zwecks Veränderung der Ab- und Fortluftqualität in gewerblichen Küchen eingebaut. Ziel ist eine „Neutralisierung“ der Gerüche unter emissionsrechtlichen Aspekten und auch eine Reduzierung der Brandlast „Fett“ in den nachgeschalteten Anlagenteilen. In der Normenreihe DIN 18869 wird dieser Themenbereich im Teil 7 behandelt.

DIN 18869 Teil 7 "Großküchengeräte - Einrichtungen zur Be- und Entlüftung von gewerblichen Küchen - Anlagen zur Aerosol- und Aerosolatnachbehandlung, Anforderungen und Prüfung

Erscheinung
Weißdruck November 2010

Umfang/Kosten
Die DIN 18869-7 hat im Original 28 Seiten und kostet ca. 85 €. Sie kann beim Beuth Verlag bestellt werden.(www.beuth.de)

Zielgruppen
Fachplaner Lüftung und Klima, TGA-Anlagenbauer, RLT-Komponentenhersteller, Gebäudebetreiber und -nutzer, Prüflabors

Inhalt, Resümee, Bedeutung
Die Normenreihe DIN 18869-1 bis -7 enthält Anforderungen an die Bau- und Betriebsweise von Küchenlüftungshauben, Küchenlüftungsdecken, Luftdurchlässen, Luftleitungen und Abscheidern sowie den Einbau und Betrieb von stationären Feuerlöschanlangen. Die in Teil 7 beschriebenen Anlagen zur Aerosol- und Aerosolatnachbehandlung, die in Küchenlüftungshauben und -decken für den Gebrauch in gewerbsmäßigen Küchen integriert sind, einschließlich der Prüfungen, der sicherheitstechnischen und hygienischen Merkmale, dienen zur Nachbehandlung von Fetten in der Abluft und verhindern somit die Ablagerung in den Abluftleitungen. Die Änderung A1 ergänzt die Produktnorm DIN 18869-7:2006-06, beinhaltet zusätzliche Anhänge und legt spezifische Anforderungen an weitere Anlagen zur Aerosol- und Aerosolatnachbehandlung fest. Dazu zählen Anlagen zur mikrobiologischen und katalytischen Photooxidationsanlage zur Aerosol- und Aerosolnachbehandlung. Mit dieser Änderung  werden weitere Reinigungsverfahren der Anlage definiert. Abschnitt 4, Tabelle 1, wurde ergänzt; Anhang D und E wurden neu eingefügt.

Die DIN 18869-7 ist Teil der Normenreihe DIN 18869 "Einrichtungen zur Be- und Entlüftung von gewerbsmäßigen Küchen"

Teil 1: Küchenlüftungshauben, Anforderungen und Prüfung (Berichtigung Mai 2006)
Teil 2: Küchenlüftungsdecken, Anforderungen und Prüfung (Berichtigung Mai 2006)
Teil 3: Luftdurchlässe - Anforderungen und Prüfung (Berichtigung Mai 2006)
Teil 4: Luftleitungen, Ausführung und Dimensionierung (Mai 2005)
Teil 5: Abscheider, Anforderungen und Prüfung (August 2007)
Teil 6: Einbau und Betrieb von stationären Feuerlöschanlagen (Berichtigung Mai 2006)
Teil 7: Anlagen zur Aerosol- und Aerosolatnachbehandlung, Anforderungen und Prüfung (November 2010)

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Artikelnummer: cci31860

Kommentare (3):

..."da dieses Gas bei entsprechender Dosis toxisch ist"...
Wenn ich das lese muss ich an die Reklame von 1900 denken, als Hotels mit einer Ozonierungsanlage für die Lüftung der Zimmer geworben haben: "Bei uns wohnen sie in gesunder Bergluft"...
Vielleicht findet noch jemand eine Beschreibung dieser Ozonierungsanlage von Siemens (schon vor 1900).
(Ich sah das im Siemens-Museum in München) - Übrigens: Werner von Siemens hatte das Patent auf den elektrisch angetriebenen Ventilator (ca. 1870), im Reichstagsgebäude wurden sogar regelbare Ventilatoren schon ca. 1890 eingesetzt, die 1. ZLT gab es dort schon 1897(!)
Hans Kranz 13.09.2014
Steht die Aussage "Abluftnachbehandlung kein Ersatz für Brandschutz" nicht im Widerspruch zur LüAR und zu den Betriebs- und Montageanleitugnen der Hersteller?
Ich denke, dass es unter Berücksichtigung einer wirksamen und effizienten Abluftnachbehandlung durchaus denkbar sein müsste, auch "normale " BSK einzusezten.
Wozu treiben wir denn sonst all den Aufwand.
Johannes Katemann 13.09.2014
Küchenabluft ist auch nach einer Behandlung mit einer Abluftbehandlungsanlage, unabhängig vom verwendeten Verfahren, immer als Küchenabluft anzusehen. Erleichterungen hiervon sind in der MLüAR nicht vorgesehen.

Von Anbietern solcher Systeme wird immer wieder damit geworben, dass mit deren Einsatz Erleichterungen beim Brandschutz in Anspruch genommen werden könnten und z. B. normale Brandschutzklappen (BSK) eingebaut werden dürften. Diese Ansicht ist nicht richtig und wird durch keine eingeführte Baubestimmung, öffentlich rechtliche Vorschrift oder anerkannte Regel der Technik gestützt.

Ganz im Gegenteil wird laut Teil II der Liste der Technischen Baubestimmungen (Ausgabe 3, 29.11.2013) unter Anlage 5/34 Pkt. 9 die Verwendung von üblichen Brandschutzklappen in Ab- und Fortluftleitungen von gewerblichen Küchen ausdrücklich untersagt. In solchen Anlagen dürfen nur BSK eingesetzt werden, für die eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung (abZ) vorliegt.

Die Hersteller von Brandschutzklappen haben darauf reagiert und verbieten üblicherweise in den Betriebsanleitungen normaler BSK solche Anwendungen, wie z. B. die Fa. TROX bei der BSK Typ "FK-EU". Zitat:
Unzulässige Verwendung:

- Verwendung in Abluftanlagen von gewerbliche Küchen (allgemeine Küchenabluft)
- Verwendung in Lüftungsanlagen, in denen die Funktion durch starke Verschmutzung, extreme Feuchtigkeit oder durch chemische Kontamination behindert wird.

Auch bei behandelter Küchenabluft kann extreme Feuchtigkeit durch Kondensation auftreten und bei chemisch behandelter Abluft wird immer auch eine chemische Kontamination auftreten.

Der einzig bauordnungsrechtlich zulässige Weg, Erleichterungen beim Brandschutz in Anspruch zu nehmen, führt über eine Zustimmung im Einzelfall (ZiE) (1) bei der Obersten Bauaufsichtsbehörde des Bundeslandes. Hierbei handelt es sich wirklich um Zustimmungen im einem ganz speziellen, der Behörde genannten und von dieser genehmigten Einzelfall. Aus der Tatsache, dass einmal eine ZiE erteilt wurde, lässt sich kein generelles Recht ableiten. Jeder Einzelfall muss bei der Behörde beantragt und von dieser auch genehmigt werden.

Die Rechtsfolgen eines nicht bestimmungsgemäßen Gebrauchs von Bauprodukten (hier BSK), von unzulässigen Abweichungen von der MLüAR und den Technischen Baubestimmungen können sehr weitreichend sein. Rein formal sind solche Anlagen nicht nutzbar, da die Anlage abweichend von der Baugenehmigung betrieben wird. Nach den Bauordnungen der Länder handelt es sich bei der MLüAR und den Listen der Technischen Baubestimmungen um bauordnungsrechtlich eingeführte technische Baubestimmung.

Abweichungen zur MLüAR sind nur in einem engen Rahmen möglich. Die Abweichung und die Gleichwertigkeit der gewählten Lösung zum Schutzziel sind im Brandschutzkonzept zu beschreiben. Bauprodukte dürfen nur bestimmungsgemäß verwendet werden, hier sind höchstens geringfügige Abweichungen mit der Zustimmung des Herstellers zulässig (2).

Planer und Anlagenbauer haben Anlagen gemäß der Baugenehmigung zu planen und zu errichten und haften i.d.R. für nicht genehmigte Abweichungen. Prüfsachverständige haben nicht genehmigte Abweichungen beim Brandschutz zu bemängeln.

(1) Hinweis: Für Brandschutzklappen die unter die harmonisierte europäische Produktnorm EN 15650 fallen, werden keine Zustimmungen im Einzelfall mehr erteilt.
(2) Hinweis: Laut MBO können Zustimmungen, die nicht wesentlich sind, nur noch für Bauprodukte nach Bauregelliste A erteilt werden. BSK fallen unter Bauregelliste B.

Georg Tale-Yazdi, Sachverständigenbüro Tale-Yazdi, Schöneck
16.09.2014

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