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23. August 2017 Autor: Anja Toussaint

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  • Fotolyseoxidation mit Einstrahlersystemen. Resultat: Ungenügend
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Fotolyseoxidation mit Einstrahlersystemen. Resultat: Ungenügend

Einrohranlagen (Einstrahler-Systeme) in Ablufthauben halten oft nicht, was die Hersteller versprechen. Dadurch wird die UV-/Ozon-Technologie in ein schlechtes Bild gerückt. Eine Bestandsaufnahme.

Einrohrsystem (Abb. Oxytec)Einrohrsystem (Abb. Oxytec)
Immer häufiger ist in Produktbeschreibungen von Ablufthauben die Rede davon, dass „nur ein UV-Strahler pro Abluftöffnung nötig“ sei. Kann man diese Aussage treffen, wenn man sich ernsthaft mit der UV-/Ozon-Technologie auseinandergesetzt hat? Anrufe unzufriedener Kunden bestätigen, dass man in einer Dunstabzugshaube üblicher Abmessungen eben gerade nicht mit einem Strahler auskommt.

Die technischen Anforderungen
Die Fotolyseoxidation besteht aus zwei Reaktionsschritten, bei denen der erste von wesentlicher Bedeutung ist, um den zweiten zu erleichtern:
1. die Fotolyse direkt am Strahler crackt die Molekühle, spaltet den Sauerstoff auf, wandelt ihn in Ozon um und bildet Hydroxylradikale.
2. die Oxidation auf der Strecke vom Strahler bis zum Ventilator.

Bei der UV-/Ozon-Behandlung oder Fotolyseoxidation soll die gesamte Abluft bestrahlt und aufgecrackt werden. Ein Strahler wirkt bis 70 mm rund um den Strahler. Ein üblicher Fettfilter ist 400 oder 500 mm hoch – das heißt, drei Strahler pro Filter im Haubenraum sind mindestens erforderlich. Außerdem muss für die behandelte Abluft auch die ausreichende Bestrahlungsstärke in W/m² gewählt werden.

Mehr Strahler bedeuten, was die Anschaffungskosten betrifft, eine teurere Anlage, denn die Anlage muss so ausgelegt und bestückt sein, dass sie dauerhaft funktioniert. Einzelstrahler sind allerdings häufig um ein Vielfaches teurer als Strahler in Modulsystemen. Bei den Betriebskosten sind mehrere Strahler günstiger. Das bessere Ergebnis von Modulsystemen führt zu Fettfreiheit der Haube, deutlich reduzierten Reinigungskosten der Luftleitungen und einer guten Geruchsreduzierung. Abgesehen davon fällt eine Anlage mit einem Modulsystem nicht gleich komplett aus, sobald ein Strahler nicht mehr funktioniert.

Vergleicht man das Modul- oder Mehrstrahlersystem mit dem Einrohr- oder Einstrahlersystem, muss man beim zweiten häufig von deutlich zu niedriger Leistung ausgehen. Da außerdem der Schritt der Fotolyse fehlt, wirkt nur das Ozon, womit eine erheblich längere Reaktionszeit erforderlich wird. Das Ergebnis ist absolut nicht zufriedenstellend:

Vergleich Mehrrohr-/Einrohrsystem (Quelle: Oxytec)Vergleich Mehrrohr-/Einrohrsystem (Quelle: Oxytec)

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Artikelnummer: cci59148

Kommentare (1):

Das 1-Rohr UV-C Systeme einwandfrei funktionieren ist in zahlreichen Anlagen längst bewiesen.
Dass die im Bild gezeigte Anlage nicht funktionieren kann, wird einem Fachmann der UV-C Technik sofort auffallen. Dieses Bild diskreditiert nicht die 1-Rohr UV-C Anlage an sich, sondern den Errichter der Anlage bzw. alle in dem Projekt beteiligten Fachunternehmen.
Das Problem:
Nicht wenige Hersteller von UV-C Systemen verkaufen ihre Systeme an Hersteller von Hauben und Deckensystemen, ohne sich im Detail mit den Randbedingungen, welche das jeweilige Projekt an die Anlage stellt, auseinander zu setzen und entziehen sich so ihrer Verantwortung, dass die verkaufte Anlage auch wirklich funktioniert.
Darüber hinaus gibt es Hersteller von UV-C Systemen, welche ihr System in eine Haube integrieren und dieses als Paket entweder an ein ausführendes Unternehmen (Lüftungsbauer) weiter verkaufen oder auch noch montieren, ohne Detailinformationen abzufragen, um die Funktionsfähigkeit im Vorfeld zu prüfen. Auch Händler von lufttechnischen Komponenten bewegen sich auf dem Markt, die Hauben mit UV-C Anlagen bestückt an Jedermann verkaufen, ohne jegliche Verantwortung.

Vorrausetzung für eine einwandfreie Funktion sind allerdings neben einigen der gelisteten Fragen, weitere Fragen, welche abgearbeitet werden müssen.
Diese betreffen die konstruktive Ausführung des Abluftelementes (Haube, Deckenabluftelement) sowie die Integration des UV-C Reaktors in das Abluftelement.
Hinzu kommen Anforderungen an das Kanalsystem sowie die Anbindung des Abluftelementes an das Kanalsystem. Diese Anforderungen und konstruktiven Ausführungen haben Einfluss auf das Strömungsverhalten innerhalb des Abluftelementes sowie im Abluftstutzen und somit auf die Effizienz des UV-C Reaktors.

Kosten:
Die von der Autorin angenommene Bewertung hinsichtlich der Kosten ist nicht nachvollziehbar. Unsere Erfahrungen mit beiden Systemen zeigen ein anderes Bild.

Nur bei Gegenüberstellung der beiden Systeme für eine identische Anlage, ließe sich ein annähernder Vergleich herstellen.
Allerdings empfiehlt sich eine ganzheitliche Betrachtung der Systeme (Kosten der Komponenten) Installationskosten, Inbetriebnahme, Betriebskosten, Kosten für Wartung (Wartungsintervalle), Kosten für Austausch der Reaktoren usw..
Hinsichtlich der Betriebssicherheit bei Ausfall eines Reaktors sei empfohlen, wenigstens 1 oder 2 Reaktoren vor Ort zu haben, um diese von dem autorisierten Handwerker austauschen zu lassen.
Wenn dann die UV-C Überwachung den defekten Reaktor im Display örtlich auch noch anzeigt (Qualitätsmerkmal), kann der Handwerker gezielt vorgehen und das Problem schnellstens beheben.


Fazit:
Nur wenn alle am Projekt beteiligten Parteien (Küchenplaner, Lüftungsplaner, Küchenbetreiber, Lüftungsanlagenbauer, Decken- oder Haubenlieferant sowie der UV-C Hersteller) übergreifend zusammenarbeiten, kann auch ein zufriedenstellendes Ergebnis erzielt werden.
Die Praxis sieht leider anders aus.

Dipl.-Ing. Detlev Piontek
Detlev Piontek 01.09.2017

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