28. Juni 2018 Autor: Volker Jochems

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Testo: Nanopartikel–Handmessgerät

(beide Abb. Testo)(beide Abb. Testo) Das Nanopartikel–Handmessgerät "testo DiSCmini" ist eine Lösung zur Messung von Aerosolen und wird unter anderem eingesetzt zum Monitoring von Umgebungsluft in Innenräumen (Tonerstäube von Druckern und Kopierern an Büroarbeitsplätzen) sowie zur Spotmessung an aerosolbelasteten Arbeitsplätzen (z. B. Metalloxide an Schweißarbeitsplätzen, Formaldehyd an Lötarbeitsplätzen und Phenole in Gießereien). Der Partikelzähler misst Anzahl und den durchschnittlichen Durchmesser von Nanopartikeln, basierend auf deren elektrischen Aufladung. Da der Betrieb lageunabhängig ist, kann der Zähler während der Messung ohne Einschränkungen bewegt und gedreht werden. Diese Unempfindlichkeit gegenüber Vibrationen sowie die geringen Abmessungen machen das Messgerät ideal für die mobile Überwachung und Spot-Messungen. Die gleichzeitige Erfassung von Partikelanzahlkonzentration und Partikelgröße ermöglicht die Bestimmung der durchschnittlichen Partikeloberfläche (Lung Deposited Surface Area, LDSA). Der Messtakt von 1 Hz für alle drei Messgrößen lässt dabei schnelle Veränderungen im Aerosol erkennen. Die Batterie hält im Dauerbetrieb acht Stunden. Sämtliche Daten werden auf einer SD-Karte gespeichert und können per USB an einen Rechner übertragen werden. Die ausgewertete Partikelkonzentration hängt ab von der Partikel-Größenverteilung und der mittleren Zeit der Messung. Typische Werte sind: 1.000 bis 1.000.000 Partikel/cm³ bei einer absoluten Partikelgröße von 10 bis 700 nm.

Hintergrund
Nanopartikel umgeben uns, ohne dass wir sie wahrnehmen. Es gibt zwei Gruppen dieser Partikeln: solche, die durch Verbrennungsprozesse (Straßenverkehr oder Heizanlagen) entstehen und den größten Teil ausmachen sowie künstliche Nanopartikel, wie Titaniumdioxid, Metalle, Metalloxide und Kohlenstoff-Nanoröhrchen. Mit jedem Atemzug nimmt der Mensch Millionen von Partikeln auf. Die meisten davon sind Nanopartikel. Diese können aufgrund ihrer geringen Größe in die Lungenbläschen und von da in die Blutgefäße und den gesamten Organismus eindringen. Daher sind sie gesundheitlich bedenklich (Gefahren: Zerstörung von Zellen, Eindringen in den Zellkern und Schädigung des Erbguts, Erzeugung von Krebs). Umso wichtiger ist es, die Nanopartikel-Konzentration an belasteten Orten regelmäßig zu messen.
Nano-partikel sind so klein, dass sie kaum zu Boden sinken (es sei denn, sie verklumpen; dann lagern sie sich rasch ab). Außerdem sind sie träger als Gasmoleküle. Darum bleiben sie näher an ihrer Quelle. Da sie sich so langsam von der Stelle bewegen, nimmt ihre Konzentration innerhalb weniger Meter stark ab. Wenn die Auswirkungen auf den Menschen überprüft werden sollen, müssen also die Nanopartikel in der direkten Umgebung einer Person untersucht werden. Bei Messungen in größerer Entfernung sind viele Nanopartikel nicht mehr vorhanden. Es gibt zwei Messverfahren: das Zählen von Nanopartikeln und die PM10-Massenmessung. Für gewöhnlich kommt die PM10-Massenmessung zum Einsatz. Aber dabei werden Nanopartikel nicht erfasst. Eine PM10-Messung liefert keinerlei Informationen über Nanopartikel. Die Belastung für Menschen wird nur erfasst, wenn man die Anzahl der Nanopartikel misst. Heute weiß man, dass viele der großen Partikel, die mit der PM10-Massenmessung erfasst werden, keine Gefahr für die Gesundheit darstellen. Dagegen sind es oft die sehr kleinen Kohlenstoffpartikel, die sogenannten Industrieruße, die die Probleme verursachen. Diese werden mit PM10 nur rudimentär gemessen. Das Nanopartikelzählen wird daher die PM10-Massenmessung wohl langfristig verdrängen.

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Artikelnummer: cci68063

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