So gelingt die Dekarbonisierung des Gebäudesektors

Road Map
Wohin geht die Wärmepumpenreise? (Abb. © Mike Parker/stock.adobe.com)

Der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) hat eine „Roadmap für die Wärmepumpe“ vorgelegt, die in drei Phasen aufzeigt, wie die Wärmewende in den nächsten Jahren in Deutschland gelingen kann.

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Die neue Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) hat Dynamik in den Heizungsmarkt gebracht. Im vergangenen Jahr hat die Branche bereits 1 Mio. Wärmepumpen erreicht. Doch der Weg ist noch weit. Klimastudien sehen einen Technologiewechsel im Heizungskeller als erforderlich an: Bis zum Jahr 2030 sollten 6 Mio. Wärmepumpen installiert sein. Dafür kommt es wesentlich auf die nächste Legislaturperiode an. Durch die richtigen Weichenstellungen könnte laut BWP schon bis zum Ende der kommenden Legislaturperiode der Einsatz von Wärmepumpen verdreifacht werden.

In der Politik ist die Notwendigkeit der Wärmewende mittlerweile angekommen: Die (vorläufigen) Wahlprogramme von SPD und B90/Die Grünen sehen vor, den Ausbau der Wärmepumpen-Technik in den nächsten Jahren immens zu unterstützen. Doch was bisher noch fehlt, ist eine dezidierte Strategie für die Wärmewende, wie es sie für die Energiewende im Stromsystem schon seit Jahren gibt.

Der BWP will die Pläne der Parteien mit ihrer Roadmap Wärmepumpe unterstützen. Sie soll einen prägnanten Weg zu Dekarbonisierung des Gebäudesektors aufzeigt. Die Roadmap benennt notwendige Ausbauziele für Wärmepumpen, die sich an den aktuellen Klimastudien orientieren (3 Mio. installierte Geräte bis 2025, 6 Mio. bis 2030). Sie unterteilt den Weg in Zwischenschritte und beschreibt einen notwendigen Katalog an Maßnahmen. Zudem werden die Wechselwirkungen zwischen politischen Handlungsschritten und den zu erwartenden Marktentwicklungen erläutert.

Mit der Fortführung der neuen Förderung und einer deutlichen Entlastung des Strompreises in Höhe der EEG-Umlage kann die aktuelle Dynamik im Wärmemarkt nicht nur verstetigt, sondern sogar verstärkt werden, so die Aussageb des BWP. Hingegen sind vom CO2-Emissionshandel vorerst nur geringe Einflüsse auf die Wärmewende zu erwarten, denn eine wirkliche Lenkungswirkung wird das Instrument in seiner derzeitigen Ausgestaltung erst gegen Ende des Jahrzehnts entfalten können.

Die Roadmap wurde im Verband auf der Basis von Studien der Forschungsstelle für Energiewirtschaft in München (FfE) und der PricewaterhouseCoopers GmbH (PwC) erarbeitet. Sie bezieht dabei Wirtschaftlichkeitsberechnungen, Auswirkungen fehlender Planungssicherheit und Potenzialanalysen zum Gebäudebestand und CO2-Einsparungen ein. Im Zeitverlauf strukturiert die Roadmap den Ausbau der Wärmepumpen-Technologie in einen 3-phasigen Transformationsprozess, in welchem sich zunächst der Wärmemarkt in zwei Phasen bis zum Jahr 2030 auf regenerative Energien ausrichtet. In der ersten Phase (2021 bis 2025) muss laut BWP eine signifikante Strompreisentlastung die notwendige Marktdynamik auslösen. Während der zweiten Phase (2025 bis 2030) profitieren Wärmepumpen von dem dann etablierten höheren und damit wirksameren CO2-Preis. In einer dritten Phase von 2030 bis 2050 wird es darum gehen, die Dekarbonisierung des restlichen Gebäudebestands voranzutreiben. Durch einen klaren Plan für den Wärmepumpen-Ausbau und entsprechende wirtschaftliche Rahmenbedingungen steigt die dringend notwendige Planungssicherheit für Endkunden, Handwerker, Contractoren und Hersteller.

Ein PDF mit der vollständigen Roadmap Wärmepumpe (21 Seiten) steht unter diesem Beitrag. Das Dokument gliedert sich in folgende Kapitel:

  1. Gebäudebereich kann auf etablierte Technologien setzen
  2. Klimaschutz erfordert enormen Aufwuchs von Wärmepumpen-Installationen
  3. Planungssicherheit für neue Chancen und Geschäftsmodelle
  4. Roadmap
    4.1 Ausgangslage: Wärmepumpentechnologie ist vorbereitet auf die Herausforderungen im Bestand
    4.2 Erste Phase (2021-2025): Strompreisentlastung sorgt für zusätzliche Marktdynamik
    4.3 Zweite Phase (2025-2030): Wärmepumpen profitieren vom höheren CO2-Preis
    4.4 Ausblick auf die dritte Phase (2030-2050): Dekarbonisierung des restlichen Gebäudebestands
  5. Zusammenfassung

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