Studie Interconnection Consulting: Europamarkt kontrollierte Wohnungslüftung 2019

  • Studie Interconnection Consulting: Europamarkt kontrollierte Wohnungslüftung 2019
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Interconnection Consulting, Wien, hat den europäischen Markt für kontrollierte Wohnraumlüftung untersucht.

Nach der Marktanalyse wuchs der Markt für Wohnraumlüftung in Europa im Jahr 2019 um 2,4 % nach Wert. 2018 lag das Wachstum bei 2,1 %. Ein Rückgang bei Baufertigstellungen und eine Marktsättigung vor allem bei zentralen Systemen mit Wärmerückgewinnung sind für die schwachen Wachstumsraten der beiden letzten zwei Jahre verantwortlich.
Laut Interconnection Consulting sprechen die derzeitigen Indikatoren dafür, dass der Markt für Wohnraumlüftung in den untersuchten Märkten (Deutschland, Österreich, Schweiz, Frankreich, UK, Italien, Polen, Benelux, Skandinavien) bis 2023 um 0,6 % jährlich nach verkaufter Menge zulegen wird, wobei ein positives Wachstum in einigen Ländern erst 2023 wieder zu erwarten ist. Von den untersuchten Ländern konnte Österreich 2019 mit 6,4 % das stärkste Wachstum nach Menge verzeichnen (bei gleichzeitigen Rückgang nach Wert von -3,0%), während sich Polen mit 5 % Wachstum nach Menge (6,5 % nach Wert) insgesamt am besten entwickelte. Der Schweizer Markt schrumpfte um -0,8 % nach Stück, verlor aber nach Wert sogar um -3,9 %. Deutschland konnte insgesamt ein Wachstum von 3,6 % nach Menge einfahren, wobei auch hier ein zweistelliges Wachstum der dezentralen Systeme mit Wärmerückgewinnung (WRG) die Rückgänge aus den zentralen Systemen mit WRG kompensieren musste.

Gemessen nach Verkaufswert, unter Betrachtung aller untersuchten Länder, kommen dezentrale Einheiten mit WRG aktuell auf 10,2% während Zentrale Systeme m. WRG 42,4% ausmachen und der Rest (47,5%) auf Abluftsysteme ohne WRG entfällt. Nach Anzahl verkaufter Stück, sind Abluftsysteme ohne WRG, als auch dezentrale Systeme (mit WRG) aufgrund des geringeren Durchschnittspreises deutlich stärker repräsentiert.
Bei einer ganzen Reihe der untersuchten Länder, war das Wachstum bei zentralen Einheiten (mit WRG) negativ, wobei auch hier in einigen Ländern differenziert werden muss. Zum Teil waren vom Rückgang vor allem Systeme mit geringerer Leistung betroffen, während leistungsstärkere Systeme, die aber mengenmäßig in deutlich geringeren Stückzahlen verkauft werden und neben dem Wohnbau auch immer mehr in Bereichen wie Schulen, Kindergärten und Besprechungsräumen, eingesetzt werden können, sogar Zuwächse verzeichnen konnten. Laut Interconnection fokussieren sich Hersteller auch gerne auf diesen Bereich, da hier zum Teil noch etwas höhere Margen erzielt werden können. So sind die Herstellkosten bei größeren Systemen nur marginal höher im Verhältnis zu den deutlich höheren Preisen, die mit leistungsstärkeren Einheiten erzielt werden können.

Ein weiterer Einfluss auf die verwendeten Systeme ergibt sich außerdem durch einen immer höheren Anteil an Wohnungen (mehrgeschossiger Wohnbau), während der Anteil der Ein- und Zweifamilienhäuser Jahr für Jahr in so gut wie fast allen Ländern zurückgeht. In Österreich etwa klagt die Branche, dass es zunehmend schwieriger wird, die Investitionskosten (die mit der Installation einer zentralen Einheit mit WRG einhergeht), auch zu argumentieren. Hier wird immer mehr auf günstigere Alternativen wie dezentrale Systeme oder Abluftsysteme ohne WRG zurückgegriffen. Notwendige Förderungen, die diesen Trend kompensieren könnten fehlen zudem. Im geförderten, sozialen Wohnbau steht außerdem häufig das Argument, möglichst günstigen Wohnraum zu schaffen, im Vordergrund.
Ein kleiner Lichtblick im Ländervergleich bleibt Polen, wo 2019 auch zentrale Systeme deutliche Zuwächse verzeichnen konnten.

Ein spezieller Fall ist Italien. Zwar waren die Preise dort schon seit Jahren unter Druck (mit hohen einstelligen Preisrückgängen und gerade im südlichen Raum für viele Hersteller geringen Durchschnittspreisen), jedoch ist auch 2019 der Markt für zentrale Systeme um wiederum -7,8 % gefallen – bei einem kleinen mengenmäßigen Plus von 1,8 %. Großbritannien ist ein weiterer Markt, der aufgrund der niedrigen Produktpreise und hohen Marktkonzentration von so manchen Herstellern auch gemieden wird.
Preisunterschiede ergeben sich aber auch durch die länderspezifisch unterschiedliche Distribution. Während man in Österreich und der Schweiz überwiegend auf zweistufigen direkten Vertrieb über Installationsunternehmen setzt, ist in den meisten anderen Regionen der indirekte 3-stufige Vertrieb eher die Regel. Daher sind die Durchschnittspreise in den zwei genannten Ländern auch höher als in anderen Märkten, wobei sich die deutlich höheren Preise in der Schweiz nicht dadurch erklären lassen.

Dezentrale Systeme mit Wärmerückgewinnung konnten in so gut wie allen Ländern deutliche Zuwächse erzielen, vorausgesetzt es gibt überhaupt einen Markt im jeweiligen Land. In der Schweiz oder in Frankreich beispielsweise sind solche Systeme nämlich kaum zu finden, aber auch in Nordeuropa und Benelux ist der Markt für diese Produkte im Verhältnis recht klein. In Italien konnten 2019 dezentrale Systeme mit WRG um 25,8 % zulegen, in Deutschland um 13,2 %, womit Deutschland auf rund 225.000 dezentrale Einheiten kommt.
Der Löwenanteil der dezentralen Systeme entfällt auf Wand- und Deckenmontage, nur ein sehr kleiner Teil entfällt auf Fensterlüftung. Fensterlüftung ist nur von einigen wenigen Unternehmen besetzt, gilt jedoch laut Interconnection als Markt mit hohem Wachstumspotenzial. Auch wenn die Konkurrenz hier von der Anzahl der Unternehmen überschaubar ist, so liegt die Schwierigkeit in der Fertigung von großen Stückzahlen bei gleichzeitiger, individuell maßgefertigter Produktion, weshalb sich einige Anbieter bereits wieder aus diesem Feld zurückgezogen haben.

Auf alle untersuchten Länder bezogen, belief sich das Wachstum auf rund 2,65 % nach Menge, wobei über 75 % der Systeme auf dezentrale Abluftsysteme (Bad/WC-Lüfter) entfallen. Hier gibt es jedoch sehr große länderspezifische Unterschiede, so sind etwa zentrale Abluftsysteme ohne WRG in einigen Ländern fast gar nicht zu finden. Ein besonders großer Anteil der Abluftsysteme entfällt auf Großbritannien.
Problematisch wird vor allem der sich abzeichnende Nachfragerückgang hinsichtlich neuer Bauprojekte und damit rückläufiger Baugenehmigungen, da die Finanzierung vieler Projekte erst mal „auf Eis liegt“. Der Nichtwohnbau ist noch stärker betroffen als der Wohnbau.
Die langfristige Entwicklung von Wohnraumlüftungen, wird aber auch maßgeblich davon bestimmt sein, inwieweit diese zukünftig als fixer Bestandteil von neu geschaffenem Wohnraum etabliert werden können. Dies ist wiederum stark von der Bewusstseinsbildung innerhalb der Bevölkerung, über die Notwendigkeit von Energieeffizienz und hoher Luftqualität durch konstante Frischluftzufuhr, abhängig.

Insgesamt hat die Marktkonzentration im Vergleich zum Vorjahr etwas zugenommen. Die 126 von Interconnection analysierten Unternehmen kommen nach Wert auf über 91 % kumulierten Marktanteil. Die Top 30 kommen aber schon auf ca. 72 % Marktanteil, wobei in kleineren Ländern die Marktkonzentration oft noch deutlich höher ist. Innerhalb der letzten Jahre haben viele Unternehmen auch noch versucht, über Zukäufe und Übernahmen ihre Reichweite zu erhöhen. Dazu gehören zum Beispiel Helios (Vallox), Zehnder (Paul, Enervent, Greenwood), Soler & Palau ( Pluggit, Envirovent, Unelevent), Volution Group (Inventer, Pamon, Ventilair).
Eine umfassende Marktanalyse ist kostenpflichtig über www.interconnectionconsulting.com zu beziehen.

Artikelnummer: cci88900

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