Web-App berechnet potenzielles Corona-Infektionsrisiko in Räumen

Beispiel für eine Ergebnisdarstellung der HRI-App (Abb. © cci Dialog)

Das Team des Hermann-Rietschel-Instituts (HRI) an der TU Berlin hat gemeinsam mit dem Robert-Koch-Institut, der Charité Berlin und dem Berliner Gesundheitsamt ein Online-Programm entwickelt, das auf Basis einiger einfacher Eingaben das Corona-Infektionsrisiko in Räumen berechnet.

Das Programm geht davon aus, dass sich mehrere Personen in einem Raum befinden, von denen eine infiziert ist und Corona-Aerosole an die Raumluft abgibt. Dadurch ergibt sich für die bisher gesunden Personen ein Infektionsrisiko, dessen Wahrscheinlichkeit von mehreren Parametern abhängt, die in das Programm eingegeben werden:
– Größe des Raums (Länge x Breite x Höhe)
– Anzahl der Personen
– Aktivität der Personen (Auswahlmenü)
– Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes (MNS, Auswahlmenü)
– Belüftung des Raums (sehr schlecht = 10 m³/h Person, sehr gut = 60 m³/h Person)
– zusätzlicher Betrieb eines Luftreinigers (Angabe in m³/h Sekundärluft)
Aus diesen Daten ermittelt das Programm sofort das entstehende Infektionsrisiko im Raum in Abhängigkeit von der Dauer des Aufenthalts der Personen (maximal 7 h) und zeigt dieses in einer Grafik an. Besonders interessant bei diesem Programm ist, wenn man bei der Ersteingabe der Daten zunächst einmal einen „schlechten Fall“ annimmt und dann beginnt, die Situation durch Verbesserungen bei der Lüftung, beim MNS und beim Luftreiniger zu optimieren. Dazu ein Beispiel aus dem Programm:
Ein Raum (150 m³) mit fünf Personen (davon eine infiziert) ist sehr schlecht belüftet (10 m³/h pro Person). Die bürotätigen Personen tragen alle keinen MNS und es gibt auch keinen Luftreiniger. Daraus ergibt sich nach 2 h ein Infektionsrisiko von 58 %. Wird die Lüftung auf „sehr gut“ umgestellt (60 m³/h pro Person), sinkt das Infektionsrisiko auf 33 %. Wird zusätzlich ein Luftreiniger betrieben (300 m³/h), ergibt sich ein Infektionsrisiko von 20 %. Wenn nun noch alle Personen einen MNS tragen, fällt das Infektionsrisiko auf nur noch 9 %.
Der Link zum HRI-Programm ist hier.

cci120471

3 Kommentare zu “Web-App berechnet potenzielles Corona-Infektionsrisiko in Räumen

  1. Also Angst bekommt man nur durch den Personenkreis, die es wirklich nicht verstanden haben, dass Maske und Abstandsverhalten die wesentlichen Voraussetzuneg für unser aller Überleben ist. Die APP ist eigentlich dumm und doch ist sie anwendbar. Mit der Darstellung mit 2 Personen werden die Daten überschaubar. Da wo keine Strömungsturbolenzen auftreten können, macht sie Ihren Dienst. Bei Klassenräumen oder ähnliche Räume etc. ist die APP nicht geeignet. In diesen Räumnen können die Strömungsturbolenzen nicht erfasst werden. Dazu müsste man noch wissen, woher die Luft kommt und wieder abgeführt wird. Dabei spielt natürlich auch die Anzahl der Personen, das Sitzverhalten bzw. Ausfstellung des Inventars eine große Rolle. Die APP ist im kleinen Gebrauch wie vorbeschrieben anwendbar, darüber hinaus :::::::::::::::::::::::::::::::::::::::????????????

  2. Demnach scheint es relativ egal, ob man eine Baumwollmaske trägt oder nicht, erst mit Hilfe einer FFP Maske hat dies Auswirkungen auf die pontentielle Ansteckungsgefahr und den zeitlichen Verlauf. Bei guter Belüftung liegt das potentielle Infektionsrisko in den ersten 3 Stunden sogar noch unter 10%.
    Lediglich bei Singen und Sport ist das Risiko gleich groß, egal bei welchen sinnvollen Konstellationen.
    Wenn dem tatsächlich so ist, könnte bei optimaler Fensterlüftung alle 20 Minuten sogar der Klassen-Unterricht in den Schulen wieder ohne Maske stattfinden und auch Besprechungen u.ä. könnten mit Verweilzeiten unter 1 Stunde und guter Lüftung wieder möglich sein!??
    Manuela Binder, JPP-Frankfurt

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