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10. März 2011 Autor: Wolfgang Render
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Zusammenfassung

Art und Umfang der Bestandsunterlagen sind in der VOB/C sowie über die HOAI erläutert. Durch abweichende einzelvertragliche Regelungen können jedoch Leistungen verlagert werden und zum Beispiel dem Auftragnehmer zugeordnet werden. Die Analyse der Ausschreibungs- und Vertragsunterlagen bringt daher die entsprechende Klarheit zum Leistungsumfang und Liefertermin der Bestandsunterlagen. Als Basis für die Bestandsunterlagen ist gemeinsam mit dem Objektplaner (Architekt) und dem Bauherrn ein Planstand der Architektenpläne zu vereinbaren. Der Übergang von der Bau- in die Nutzungsphase führt bei vielen Projekten dazu, dass der Architekt auf Wunsch des Bauherrn Änderungen vornehmen muss, beispielsweise die Anpassung von Raumnummerierungen. Um daher Verzüge bei der Abnahme zu vermeiden, ist diese Vorgehensweise zur Abstimmung der Planbasis der Architektenpläne für alle Beteiligten sinnvoll. Die Übergabe der Bestandsunterlagen sowie der Umfang der übergebenen Unterlagen sollte mittels Protokoll dokumentiert werden.

Insbesondere bei Bestandsplänen sind häufig Diskrepanzen zwischen der zeichnerischen Darstellung und der tatsächlichen Ausführung festzustellen. Dies kann durch verschiedene Instrumente auf ein Minimum reduziert werden. Allerdings sind alle Projektbeteiligten in der Pflicht, ihrer Verantwortung nachzukommen. Der Bauherr hat dafür zu sorgen, dass Änderungen aus seinem Verantwortungsbereich über die Ausführungspläne der Objekt- und Fachplaner in entsprechender Form an die ausführenden Unternehmen weitergeleitet werden. Dies heißt aber auch, dass der Bauherr entsprechende Planungskosten vereinzelt zu vergüten hat. Die ausführenden Unternehmen unterliegen der Pflicht, ihre Installationen wie ausgeführt in den Bestandsplänen darzustellen. Hier können moderne Vermessungsverfahren hilfreich sein. Da durch diese Vermessungsverfahren auch der Bauherr eine Mehrleistung erhält, sollten Bauherr, Planer und ausführende Unternehmen gemeinsam den Einsatz derartiger Verfahren in Erwägung ziehen. Unter Beachtung der Vorteile für den Bauherrn bietet es sich an, dass dieser derartige Infrarotscannungen durchführen lässt (dies wird bereits in einzelnen Industriezweigen, beispielsweise in der Automobil- und Pharmaindustrie, in größerem Umfang praktiziert).


Autor
Prof. Dipl.-Ing. Wolfgang Render ist Professor für Baubetrieb im Fachbereich Bauen und Gestalten an der Hochschule Kaiserslautern

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Artikelnummer: cci404

Kommentare (1):

In Ihren Ausführungen kann ich keine eindeutige Übereinstimmung mit den geltenden Regeln zu „Mitzuliefernde Unterlagen“ erkennen. Der Umfang dieser Unterlagen ist z. B. in C-Teilen der VOB genannt; dazu gehören nicht „Bestandsunterlagen“ (u. a. Bestandspläne – im einzelnen siehe Ziffer 0 Hinweise, z.B 0.2.22 Hz. und 0.2.17 Sani). Werden solche gefordert, sind es keine Neben- sondern besondere, extra zu vergütende Leistungen. Separat dazu sind die „Berechnungs- und Planungsleistungen“ (der ausgeführten Anlage) des Fachingenieurs (Konstrukteur und Urheber) zu sehen. In der Praxis wird daher besser nach „externer“ und „interner“ Dokumentation bewertet. Eine klare Abgrenzung ist wichtig z. B. im Verhältnis von Bauträgern zu erwerbenden Eigentümergemeinschaften; letztere sind keine VOB-Vertragspartner und haben grundsätzlich keinen Vertragsanspruch auf Konstruktionsunterlagen, damit verbunden Bestandsunterlagen. Der Käufer kann aber die externe Doku, die ihn allein in den Stand versetzt, die technische Anlage nach Gesetz, Wirtschaftlichkeit und Funktion nach den Maßvorgaben des Konstrukteurs zu betreiben/instandzuhalten, verlangen. Leider sind die diesbezüglichen VOB-Vorgaben auch heute noch für eindeutige, rechtlich sichere Vertragsauslegungen z. B. bei Verträgen zwischen Bauherrn und Werkerstellern, äußerst mangelhaft.

Fred Schulz
23.11.2011

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