28. Juli 2015 Autor: Rolf Grupp (Bearbeiter)

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cci Forum: Variable Außenluftvolumenströme in der OP-Anlage

Ich werde vom Planer und Bauherren genötigt, drei OP-Anlagen mit variablen Außenluftvolumenströmen zu realisieren. Zweck: Energieeinsparung. Hat jemand Erfahrung damit? Ich erwarte erhebliche Probleme im Regelverhalten der einzelnen Anlagen sowie bei den Luftbilanzen zwischen den einzelnen Räumen und Flur.

Antworten der Leser

1.
Unter geschicktem Einsatz einer Kombination von Umluft und Außenluftklappensteuerung (z.B. im Monoblock) und richtig dimensionierten Volumenstromreglern ist es kein Problem. Dies wird von uns ständig in den Produktionen der Pharmaindustrie realisiert, wo Luftmenge, je nach Reinheitsklasse (nach US-Standard 100.000 oder 10.000) konstant sein muss, jedoch der Anteil von Umluft und Außenluft wird aus energietechnischen Gründen variert (Angebot-Nachfrage-Regulierung für AUL und UML). Die Raumdruckregulierungen können elektronisch oder pneumatisch gelöst werden. Bei zu dichten Räumen (z. B. pathogene Zellen oder Isolatoren-Schleusen mit aufblasbaren Dichtungen) ist die pneumatische Regulierung (Regler vom Sauter RLP 100 in Kombination mit Verzögerungs-Relais XTP 2) einer elektronischen überlegen.
13.04.2011

2.
Wir haben schon viele Konzepte in der Inbetriebnahme-Phase mit variablen Außenluftanteilen umgesetzt. Nachgeschaltete Volumenstromregler (ob pneumatisch oder elektrisch) sind eine Grundlage für die Umsetzung. Druckregelungen, variable Luftmengen über Ventilator und Volumenstromregler, dichte Kanäle und Räume sind Voraussetzungen für die Funktion der Anlage. Für eine erfolgreiche Umsetzung der Aufgabe gehört eine gute Abstimmung zwischen Bau, Planer, Komponentenhersteller, Anlagenbauer, MSR und dem Inbetriebnahmeteam.

Detlef Malinowsky, 01.10.2011

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Artikelnummer: cci38924

Kommentare (1):

Prinzipiell sprichen gegen diese Forderung, bei Einhaltung des Mindestaußenluftvolumenstromes gem. DIN 1946-4:2008-12 von 1.200 m3/h, weder technische noch strömungsphysikalische Aspekte.

Jedoch die Frage: Welche Einsparungen bringen "variable Außenluftvolumenströme" bzw. was verstehen Sie und Ihre Auftraggeber darunter?
Eine OP-Lüftung kennt im Optimalfall 3 Betriebszustände:

1. Volllastbetrieb: während des OP-Betriebs
2. abgesenkter Betrieb: bei OP-Betrieb Vor-/ Nachbereitung
3. Ruhezustand: d.h. Nachtabsenkung mit im Optimalfall komplett
herunter gefahrener Lüftung.

Letzteres ist möglich und wird in einigen deutschen Kliniken bereits seit mehreren Jahren sowie in Österreich flächendeckend ohne Probleme umgesetzt. Hier besteht das meiste Einsparpotential.

Sie haben nicht erwähnt, welcher Raumklasse die 3 OP`s gem. DIN 1946-4:2008 entsprechen sollen. Sollte dies die Raumklasse Ia sein, gibt es im Volllastbetrieb, bei gewünschter Volumenstromabsenkung, ein Problem mit den Ausströmungsgeschwindigkeiten im Bereich des TAV-Laminarflowfelds von 0,25 m/s respektive 0,20/ 0,38 m/s (Differentialflow). Die erforderlichen Luftgeschwindigkeiten werden nicht mehr erreicht und der zu erzielende Schutzbereich von 3,00 x 3,00 m kann nicht mehr abgesichert werden ... mit erhöhtem Risikopotential für den Patienten die luftgetragene Keimübertragung betreffend.

Sollte dies die Raumklasse Ib gem. DIN 1946-4:2008 sein, ergibt sich ebenfalls ein Problem: Die zu erreichende Freispülung des OP`s von Partikeln und somit von luftgetragenen Keimen über eine erhöhte Luftwechselrate kann so nicht mehr sichergestellt werden.

Ist also in beiden Fällen unter der von Ihnen genannten Forderung kritisch zu begutachten.


Ralph Langholz
MANN+HUMMEL Vokes Air GmbH & Co. OHG, Maintal
Ralph Langholz 22.09.2015

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