1. März 2017 Autor: Rolf Grupp (Bearbeiter)

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WC-Lüftung in öffentlichen Gebäuden

Leseranfrage: Wir sind mit einem Kunden im Gespräch, der die Gaststättenlüftung (es handelt sich um eine große Gaststätte) in die WC-Lüftung eingebunden haben möchte. Gibt eine DIN oder Verordnung, die die WC-Lüftung regelt?

Antworten der Leser

1.
Die VDI 6000 Blatt 3 "Ausstattung von und mit Sanitärräumen - Versammlungsstätten und Versammlungsräume" sagt in Kapitel 10 (kurz) was dazu. Ebenso kurz die VDI 3818 "Öffentliche Sanitärräume" in Abschnitt 7.6. Die ASR A4.1 "Sanitärräume" gibt im Abschnitt 5.1 Folgendes an:
(Abb. ASR A4.1) (Abb. ASR A4.1)
Rolf Grupp, cci Wissensportal
 

2.
Als Arbeitshilfe kann zum Beispiel auch Abschnitt 6 "Lüftung der Toilettenräume" der Arbeitsstätten-Richtlinie "Toilettenräume" (ASR 37/1) herangezogen werden. Dort werden Größen für Fensteröffnungen angegeben und Luftvolumenströme für maschinelle Lüftungsanlagen, die der ASR A4.1 "Sanitärräume" entsprechen. Je WC-Sitz soll der Luftvolumenstrom mindestens 30 m³/h und je Urinal 15 m³/h betragen, insgesamt soll im Raum jedoch mindestens ein fünffacher Luftwechsel vorgenommen werden:

(Quelle: ASR37-1 Abschnitt 6)(Quelle: ASR37-1 Abschnitt 6)
Georg Tale-Yazdi (Sachverständigen- und Ingenieurbüro, Schöneck)


3.
Die von Herrn Tale-Yazdi genannten Luftmengen sollten in der Gastronomie nie unterschritten werden. Bei kleineren Toiletten eher etwas mehr. Auf die Zuluftnachströmung sollte geachtet werden, wenn mehr als 200 m³/h durch eine Tür strömen sollen, dann gibt es Probleme, deshalb haben wir im Vorraum bei den Waschbecken meist auch Zuluft ausgeblasen, wobei ein Unterdruck von etwa 100 bis 200 m³/h je Tür eingehalten werden sollte. Auf die Fensterlüftung kann man sich nicht so sehr verlassen, auch wenn diese zulässig ist. Manchmal ist die Windrichtung auf diese Fenster gerichtet. Bei Fastfood-Restaurants hat sich die Zuluft im Vorraum oder Vorlauf bei Einhaltung des Unterdrucks sehr bewährt. Allerdings waren unsere Luftmengen meist mit 50/25 m³/h und manchmal 60/30 m³/h größer. Bei Problemlagen in schmuddeliger Umgebung war die größte Luftmenge 100/50 m³/h, und es gab keine Beanstandungen in diesen Räumen.

Es gibt immer wieder Leute, insbesondere bei Urinalen, die die Spülung nicht drücken, deshalb ist da eine Automatik zu wählen. Auch ist mit Leuten zu rechnen die nicht zielsicher ihr Geschäft verrichten, dann ist die größere Luftmenge besser, wenn der Abstand der Kontrollen mehr als 3 Stunden beträgt. Das mag in feinen Restaurants anders sein, dort sind dann aber auch die Ansprüche an die gute Luft größer.

Diese Erfahrungen habe ich mit weit über hundert Restaurants gemacht. Dabei haben wir die Fensterlüftung nie berücksichtigt.

Reinhard Siegismund, Bad Vilbel


4.
Dies ASR A4.1 Sanitärräume (September 2013) besagt: "Lüftungstechnische Anlagen sind so auszulegen, dass ein Abluftvolumenstrom von 11 m3/(h m2) erreicht wird. Die Abluft aus Toilettenräumen darf nicht in andere Räume gelangen."

Steffen Gräfe - Exhausto by Aldes GmbH

 

Artikelnummer: cci54341

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