12. September 2018 Autor: Rolf Grupp (Bearbeiter)

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cci Forum: Luftfilter in Schullüftungsgeräten

In mehreren neuen technischen Regeln wie zum Beispiel der DIN EN 16798 Teil 3, der VDI 6022 Teil 1 und der VDI 3803 Blatt 1 wird für Lüftungsgeräte in Abhängigkeit von der Außenluft- (ODA) und der Zuluftqualität (SUP) bei meist angesetzten mittleren Qualitäten (ODA 2, SUP 2) eine zweistufige Luftfiltration empfohlen (verlangt). Eine solche zweistufige Luftfiltration ist aber bei den kompakten Geräten zur Schullüftung kaum zu bekommen beziehungsweise wird von den Herstellern nicht (kaum?) angeboten. Daher plane ich die aktuelle Anlage mit einer einstufigen Luftfiltration ISOePM 1 > 50 % (ehemals F7). Bin ich damit eigentlich "normativ" auf der sicheren Seite, oder müsste doch zwingend eine zweistufige Luftfiltration (Vorfilter, endständiger Filter) eingesetzt werden?

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1.
Das Platzproblem bei kompakten Lüftungsgeräten und damit auch begrenzte Einbauflächen für Luftfilter lässt sich angesichts erhöhter Anforderungen durch die DIN EN 16798 Teil 3, die VDI 6022 Teil 1 und die VDI 3803 Blatt 1 mit praktikablen Lösungen auflösen.
Im Ansaugungs- und Wetterschutzbereich arbeitet man mit einem großflächigen Wetterschutz mit entsprechend feinmaschigen Ansauggitter/-lochblech, um hier bei niedrigen Anströmungsgeschwindigkeiten de facto die Funktion der ersten Filterstufe G3/G4 teilweise abzudecken. Blätter, Insekten, und größere Störteilchen bleiben hier hängen. Bei ruhendem Anlagenbetrieb fallen diese zurückgehaltenen, unerwünschten Materialien bei optimaler Anordnung einfach ab in Richtung Boden.
Der dann folgende Filter der Filterklasse ePM 1 ≥ 50 % (früher F7) reicht in den meisten Fällen für die zur Verfügung stehende Außenluftqualität in der Gebäudeumgebung der Klassen ODA 1 oder ODA 2 (WHO-Klassifizierung bzw. EU-Vorgaben) aus und man bewegt sich „auf der sicheren Seite“. Werden die Partikelbelastungen in der Luft der Gebäudeumgebung überschritten und steht Luft der Klasse ODA 3 oder schlechter (z. B. Innenstädte mit hoher Verkehrsbelastung, wie beispielsweise Stuttgart-Neckartor), können statt 2-facher Filterung Filter der Filterklasse ePM 1 ≥ 70 % (früher: F8) oder sogar ePM 1 ≥ 80 % (früher: F9) eingesetzt werden, um das vorgegebene Ziel für Bildungseinrichtungen (Schulen/Kindertagesstätten) mit einer SUP-(ZUL)-Qualität der Klasse 2 (IDA 3) sicherzustellen. Diese werden bereits als Austauschfilter im Markt angeboten.
Qualitativ hochwertige Filter weisen gegenüber Filtern niedrigerer Filterklassen nur einen minimal höheren Druckwiderstand auf, sodass die Energieverbräuche der Gesamtanlage somit nur gering ansteigen. Hier sollte man auf Austauschfilter mit einem hohen Energieeffizienzfaktor (A/A+) gemäß Eurovent achten.

Einziges Manko: Bei höherer Luftbelastung und einer effektiveren Filterung verkürzt sich der Filterwechselzyklus und somit der Kostenaufwand für den Anlagenbetrieb. Aber das sollte der Gesellschaft die Gesundheit wie auch eine optimale Lernatmosphäre für unsere nachwachsenden Generationen wert sein. Übrigens gibt es auch hier qualitative Unterschiede bei den verschiedenen Filtern, das Staubspeichervermögen betreffend. Hier sparen heißt, letztendlich auch u. U. am falschen Ende zu sparen.

Dipl.-Wirt.-Ing.(FH) Ralph Langholz, Drexel und Weiss Deutschland GmbH, Burgau



2.
Die dezentralen Lüftungsgeräte "SupraBox Deluxe" von Firma Rosenberg können optional mit zwei Filterstufen für die Außenluft geliefert werden. Vorhandene Lüftungsgeräte können nachgerüstet werden.
Die Baugröße "SBD 500" hat in der Standardausführung ein Panel-Außenluftfilter 48 mm der Klasse ISOePM1 ≥ 50 % (ehemals F7) und einen zusätzlichen Einschubrahmen mit 48 mm für ein zweites Panelfilter. Der Einschubrahmen kann entnommen werden und durch ein zweites Panelfilter 48 mm ersetzt werden. Optional wird die "SBD 500" vom Werk aus mit zwei Filterstufen, zwei Panelfilter je 48 mm, geliefert.
Die Baugröße "SBD 750" hat in der Standardausführung ein Panel-Außenluftfilter 96 mm der Klasse ISOePM1 ≥ 50% (ehemals F7). Dieses Panelfilter mit 96 mm wird durch zwei Panelfilter mit je 48 mm ersetzt. Dadurch können zwei Filterstufen erreicht werden. Optional wird die "SBD 750" vom Werk aus mit zwei Filterstufen, zwei Panelfilter je 48 mm, geliefert.

Dipl.Ing.(FH) Emil Koch, Planerberater für Rosenberg dezentrale Geräte und Schullüftungssysteme, Grieser + Koch GmbH, Aichwald


3.
Ein F7-Filter ist doch schon ein Fortschritt. In einem aktuellen Projekt für ein Privatschwimmbad wurde ein Lüftungsgerät mit G2-Filter angeboten. Damit werden Vögel und Hasen ferngehalten. Nach einigen Diskussionen wurde ein G4-Filter eingesetzt, da es keinen Platz im Lüftungsgerät für eine sachgerechte Filterung gibt. Als Hinweis kam, dass hohe Filterqualitäten nicht von Kunden nachgefragt werden. Ich hatte den Eindruck, dass Kunden eher nicht aufgeklärt werden.

Anton Tienes

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