28. Juli 2015 Autor: Rolf Grupp (Bearbeiter)

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cci Forum: Luft/Wasser-Wärmepumpe in Küche?

Darf eine „kleine“ Luft/Wasser-Wärmepumpe (Splitgerät) zur Bereitung von Trinkbrauchwasser mit einem separaten Brauchwassererwärmer (beigestellt z. B. 120 Liter), z. B. in einer Küche eines Mehrfamilienhauses, eingebaut werden? Die Energie der Wärmepumpe wird der Raumluft entnommen (in der Heizperiode die vorgewärmte Raumluft der Heizung).

Antworten der Leser

1.
Bei einer Wärmepumpe wird die Wärme aus der Umgebung entnommen und in Bereiche geführt, wo diese benötigt werden. Wenn die Luft/Wasser-Wärmepumpe die Wärme aus der Küche nimmt, sollte diese nicht zum beheizten Bereich gehören. Ansonsten wird Energie vernichtet. In einem Einfamilienhaus ist davon auszugehen, dass keine zusätzliche Wärme anfällt, die abgeführt werden muss (in Großküchen sieht es anders aus). Daher ist eine Aufstellung der Wärmepumpe in der Küche nicht zu empfehlen.

Ronald Sroka, Cofely Gebäudetechnik GmbH, Wien, 15.11.2011


2.
Die richtige Frage wäre doch, ob es Sinn oder Unsinn ist, eine LW-WP in der Küche aufzustellen. Da sind viele zusätzliche Fragen:
1. Es gibt keine fabrikgefertigte LW-WP mit einem 120-l-Speicher, auch nicht in Split, also handelt es sich um eine Bastellösung.
2. Wird die Energie der Raumluft entnommen?
3. Ist der Nebeneffekt Raumkühlung gewollt?
Fragen über Fragen. Für mich ist das Unsinn.

Wolfgang Day, MDKlima, Oberhausen-Rheinhausen, 15.11.2011


3.
Ich kenne keine technische Daten der WP und auch keine genaueren Randbedingungen, unter denen die WP das Trinkwasser erhitzen soll, aber folgende Fragen würde ich mir stellen: Welche Jahresarbeitszahl gibt der WP-Hersteller an? Jahresarbeitszahlen (Laborwerte) über 4 sollten als ausreichend gewertet werden, die Praxis sieht meist viel schlechter aus! Welche Luftmenge wird tatsächlich dauerhaft der Raumluft entnommen und zugeführt? Beachten Sie die Hygieneanforderungen nach DVGW, hieraus ergibt sich Ihre Sollwassertemperatur in Ihrem WW-Speicher, für Kleinanlagen mindestens 50 °C! Beachten Sie die Anbindung und Funktion einer Zirkulationsleitung, wenn diese eingebaut wird. Werden Sie Ihre Wohnraumlüftungsanlage auch im Sommer betreiben, damit Ihre WP warmes Wasser macht? In welchem Kosten/Nutzenverhältnis steht Ihre Warmwasserbereitung?
Es gibt Alternativen zu Ihrer Lösung. Aus meiner Erfahrung kann ich Ihnen sagen, dass es in der Regel jedem Hausbesitzer "weh tut", wenn ihm bewusst wird, dass sein warmes Wasser mit einem Elektroheizstab erhitzt wird, weil z. B. die Lüftungsanlage im Sommer nicht in Funktion ist.

Detlef Malinowsky, IBDM GmbH, Hohenbrunn, 15.11.2011


4.
Dürfen darf man das schon, aber ob das sinnvoll ist? Es gilt Folgendes zu bedenken: Die Wärmepumpe wird nicht geräuschlos betrieben werden können. Das Rauschen eines Verdampferlüfters hört sich beim Frühstück irgendwie nicht so gut an wie das Meeresrauschen auf der Hotelterrasse unter südlicher Sonne. Am Verdampfer wird sich, wenn in der Küche ordentlich gekocht wird, Kondensat bilden, das abgeleitet werden muss. Wer schon mal eine Küche geputzt hat weiß, was sich dort auf den Oberflächen so alles ablagert. Dieser Film aus Staub und Fetten dürfte in Verbindung mit dem Kondensat ein idealer Nährboden für einen Biofilm (sprich Schimmel) sein (die VDI 6022 lässt grüßen). Wenn bestimmte Kältemittelmengen überschritten werden, muss die Anlage regelmäßig auf Kältemittelverlust geprüft werden. Fazit: Ich wollte das in meiner Küche nicht haben. Das wird den Bewohnern des Mehrfamilienhauses nicht anders gehen.

Dipl.-Ing. Martin Glane, pbr Planungsbüro Rohling AG, Osnabrück, 15.11.2011


5.
Soll mit einer Wärmepumpe nur Brauchwasser bereitet werden, gibt es spezielle Brauchwasserwärmepumpen. Hier sind Wärmepumpenmodul und Speicher meist in einem Gerät vereint. Die Brauchwasserpumpe wird üblicherweise im Keller, Hauswirtschaftsraum oder Ähnlichem aufgestellt und kann einfach an das Wassernetz angeschlossen werden. Wärmequelle für die Wärmepumpe ist die Raumluft.

Uta Krone, Bundesverband Wärmepumpe (BWP), Berlin, 15.11.2011


6.
Prinzipell ist dies sicher möglich. Bei einem solchem Projekt sind jedoch die Vorschriften bezüglich Kältemittelart, Kältemittelmenge, Aufstellungsart, Brandschutz usw. zu berücksichtigen. Eine weitere Beurteilung ist erst dann möglich, wenn weitere Details bekannt sind. Grundsätzlich ist für den Bau von Kälteanlagen und Wärmepumpen die Norm DIN EN 378 relevant.
Bernhard Schrempf (Obmann vom AA1 im DIN und Chairman von TC182 bei CEN), KISC- Kälte-Information-Solution-Consulting/Schrempf+Kreß Partnerschaft, Murnau, 15.11.2011

 

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Artikelnummer: cci38907
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