28. Juli 2015 Autor: Rolf Grupp (Bearbeiter)

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cci Forum: Wohnungslüftung mit Wärmerückgewinnung

Die Regel-air Becks GmbH, Geldern-Walbeck, hinterfragt die Sinnhaftigkeit von Hightech-Lüftung in Wohngebäuden:
"Die Notwendigkeit, Energie einzusparen, ist unbestritten. In Deutschland wird im Bauwesen bereits seit Jahrzehnten versucht, diesem Ziel durch umfangreiche Baugesetze, -verordnungen und kontinuierlich erweiterte Normen näher zu kommen. Auch mit moderner Lüftungstechnik - so die (Werbe-)Aussagen entsprechender Gerätehersteller - kann ein wesentlicher Beitrag zur Energieeinsparung geleistet werden. Hierfür werden auch aufwändigere Zu- und Abluftsysteme mit Wärmerückgewinnung (WRG) angeboten, deren Anschaffung und Einbau sich bereits nach kurzer Zeit durch Heizenergieeinsparungen amortisieren soll.
Doch es ist Vorsicht geboten. In vielen Fällen bedeutet die Installation einer solchen „Hightech"-Lüftung für die Investoren, zum Beispiel eine Wohnungsbaugesellschaft, zunächst eine erhebliche Mehrbelastung für ihr Bau- oder Sanierungsbudget. Und auf die Nutzer solcher Anlagen, d. h. Haus- und Wohnungseigentümer oder Mieter, kommen allzu oft Folgekosten in ungeahnten Größenordnungen zu, die vorher nicht bedacht wurden. Oder auch - ob bewusst oder unbewusst - verschwiegen oder zumindest nicht ausreichend dargestellt werden.
Mehrere bedeutende Faktoren bleiben bei Zu- und Abluftsystemen mit Wärmerückgewinnung häufig unerwähnt:
- die Stromkosten für den permanenten elektrischen Betrieb der Lüftungsanlage (auch die zusätzlichen Stromkosten für den Betrieb des Heizregisters, das ein Einfrieren des Wärmeübertragers und damit weitere Schäden verhindert)
- die Kosten für die gemäß VDI 6022 geforderten regelmäßigen Inspektions- und Wartungsarbeiten durch Fachpersonal
- die Kapitalkosten
- die Kosten, die durch Lüftungswärmeverluste entstehen
Insofern muss neben dem ökologischen Nutzen von Energiesparmaßnahmen im Allgemeinen auch die Frage nach der Wirtschaftlichkeit bestimmter empfohlener Maßnahmen und Technologien gestellt werden. Und inwieweit manche Maßnahmen überhaupt noch dem Wirtschaftlichkeitsgebot des Energieeinsparungs-Gesetzes (EnEG, § 5, Abs. 1) entsprechen.
Wie sinnvoll und wirtschaftlich eine Lüftungsanlage letztendlich wirklich ist, hängt nicht nur von den Investitionskosten und der langfristig erzielbaren Heizkosteneinsparung ab, sondern insbesondere auch:
- vom tatsächlichen Stromverbrauch der Anlage und den aktuellen Stromkosten
- vom Wärmerückgewinnungsgrad der Anlage
- den Filter- und Wartungskosten (meist sind kürzere Wartungsintervalle nötig als ursprünglich angegeben!)
Zu berücksichtigen ist auch noch, dass bei Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung die Fenster möglichst geschlossen bleiben müssen, da die teuer erkaufte Energieeinsparung sonst schnell dahin schmilzt und die erhoffte Wirkung ausbleibt.
Eine auf den ersten Blick leistungsfähige energiesparende Anlage erweist sich dann bei genauerer Betrachtung in der Regel nicht mehr als die optimale Lösung über die gesamte Lebensdauer."

Frage der Redaktion von cci Forum: Was sagen Sie? Machen Lüftungsanlagen mit Zu-Abluftsystem und Wärmerückgewinnung im Wohnungsbau Sinn?

Antworten der Leser

1.
Auch ich sehe in den Hightech-Lüftungsanlagen für Wohnungen nur eine zusätzliche Absicht der Industrie, Umsatz zu generieren und stelle die Sinnhaftigkeit dieser Anlagen in Frage. Ähnlich wie die Firma Regel-air Becks GmbH denke ich auch. Mit ein wenig klugen Ideen für bauliche Eingriffe (definierte Fugenöffnungen vielleicht regelbar?) könnte man den geforderten Mindestluftwechsel auch hin bekommen ohne Hightech und Einhaltung der VDI 6022. Das spart den Nutzern viel Geld und der Umwelt den unnützen Verbrauch von Ressourcen für diese Anlagen.

Dipl.-Ing. Torsten Strauß, Zentrales Baumanagement (ZBM), Deutsche Bundesbank, Frankfurt, 27.11.2012


2.
Ich gebe den Ausführungen recht, aber aus meiner Sicht geht es differenziert gesehen noch weiter!
Der Preis ist heutzutage alles! Aber was ist mit der Sicherheit? Diese ist heute in Hinsicht auf „billige“ Lüftungsgeräte nichts mehr wert. Ich nenne in diesem Zusammenhang nur:
- Rauchschalter gemäß Lüftungsanlagenrichtlinie!
- Frostschutzschaltung: Ausführung in Hardware- und Softwareform in der Steuerung
- Möglichkeit Brandschutzklappen aufzuschalten
Lassen wir wieder die ersten tragischen Unfälle passieren, was in Deutschlang oft der Auslöser für Denkprozesse darstellt, dann wird wieder ein Aufschrei durch die Landschaft fegen und entsprechende Punkte wieder mit Ihrer Bedeutung auch gewichtet!

Ralf Weikert, Building@Controls GmbH, Lauterhofen, 27.11.2012


3.
Diese Betrachtung ist fachlich äußerst fraglich, um nicht zu sagen falsch. Hier handelt es sich nur um Lobbyarbeit eines Herstellers von Fensterlüftungs Komponenten. Die Problematik der freien Lüftung über künstliche Undichtigkeiten, wird wohlweislich verschwiegen. Es macht deshalb keinen Sinn, diesen Beitrag zu kommentieren.

Helmut Gosert, 27.11.2012


4.
Nun ja - wie die Interessen eben so fallen... Komplizierte und wartungsanfällige Technik macht im Wohnbau wenig Sinn - so verstehen heute noch immer viele nicht mal die Funktion von Thermostatventilen!
Was wirklich fehlt, ist ein simpler Fenstergriff, der eine festgelegte Zeit nach manueller Öffnung das Fenster automatisch wieder zuzieht (natürlich mit Einklemmschutz aber ohne klobigen Motor). Eine Komfort-Steigerung kann eine automatische Öffnung/Schließung nach CO2-Grenzwert sein.
Soviel ich weiß, gibt es sogar schon ein Patent für so einen automatischen Fenstergriff, aber die Beschlagsindustrie versteht die Chancen nicht.

Hans Kranz, 27.11.2012


5.
Den vorgetragenen Überlegungen kann ich nur zustimmen. Nicht die herrschende Euphorie, sondern zuerst rechnerisch gestütztes Nachdenken hilft zu nachhaltigen Investitionen. Anfügen würde ich im Zusammenhang mit der Wärmerückgewinnung auch die Feuchterückgewinnung, z.B. mit WRG-Sorptionsrädern, denn Luftbefeuchtung ist energetisch aufwändig und sollte in eine wirtschaftliche Betrachtung einbezogen werden. Zu trockene Wohraumluft kann die unterschiedlichsten Kosten auslösen.

Peter Behr, Ingenieurberatung, Stuttgart, 27.11.2012


6.
Diesem Artikel kann ich mit eigenen Erfahrungswerten nur beipflichten und sehe den Einsatz von solchen Anlagen ebenfalls kritisch. Im Jahr 2000 bezog ich mein neu gebautes Haus, das mit einer Zwangsbe- und Entlüftungsanlage ausgestattet wurde (Maico WRG 300). Die Lüftungsanlage ist im Frisch-/Außenluftkanal mit einem einfachen Filter ausgestattet und im Wärmeübertragerkompaktgerät (Maico) befinden sich zwei weitere Luftfilter (Zu- und Fortluft), an die man aber nur mit erhöhtem Aufwand herankommt. Im Zuluftkanal (also hinter dem Wärmeübertrager) wurde ein zusätzliches Warmwasserregister eingebaut, um kalte Zuluft im Winter zu vermeiden. Am Bedienterminal stehen mir nach einer Aufrüstung die Funktionen Ein-Aus und drei Lüfterstufen zur Verfügung (zuvor nur Ein/Aus). Tatsächlich wurde mir für diese Anlage weder eine Wartungsanleitung noch jemals eine Wartung angeboten. Hinzu kommt, dass die Anlage nicht besonders wartungsfreundlich verbaut wurde (auf dem Boden stehend und zwischen Rohren eingezwängt).
Nun zum Betrieb: Bei Außentemperaturen zwischen ca. 12 °C und ca. 25 °C läuft die Anlage unauffällig. Positiver Effekt: Gerüche werden schnell entfernt. Bei Temperaturen darüber heizen sich die Innenräume langsam auf. Eine Abkühlung nachts ist kaum spürbar, da die Zuluft über den Wärmeübertrager erwärmt wird (Bypassschaltung gibt es nicht). Bei tieferen Temperaturen im Winter kommt es trotz PWW-Registers zu einer permanenten Abkühlung der Räume. In den letzten Jahren gingen wir dazu über, im Winter die Auslassventile komplett zu verschließen und den Ventilator auszuschalten. Ein ausgeschalteter Ventilator allein reichte nicht aus, da die Kaltluft von außen sich selbst den Weg bis in die Zimmer suchte (luftdichte Rückschlagklappen sind keine verbaut).
Nachdem ich dann auf die Idee kam, nach Filtern zu suchen, traf mich der Schlag (ca. zwei Jahre nach Bezug). Der Außenluftfilter sah aus wie eine Kraterlandschaft und war kaum mehr als Filter erkennbar (kann auch an der Nähe zum Tagebau liegen). Einer der beiden im Wärmeübertragerblock verbauten Filter hatte bereits Schimmelansätze. Um den Zugang zu den eingebauten Filtern zu erleichtern, habe ich inzwischen einen Umbau vorgenommen, sodass ich die Filter von außen herausziehen und reinigen bzw. wechseln kann. Da die Filter längst nicht alles zurückhalten, was so in der Luft ist (Schmutzpartikel, Schimmelsporen und Bakterien) werden zwangsläufig die Luftkanäle (Wickelfalzrohr) langsam mit verschmutzen, das ist nur eine Frage der Zeit.
Mein persönliches Fazit lautet:
1. Ob die Wärmerückgewinnung tatsächlich groß genug ist, um den Aufwand zu rechtfertigen, wage ich zu bezweifeln.
2. Die Steuerung solch einer Anlage sollte wenigstens über eine Filtermeldung verfügen und bei völlig verschmutzten Filtern die Anlage außer Betrieb nehmen und einen Warnton abgeben, damit der Betreiber eine Reinigung vornimmt bzw. vornehmen lässt. Außerdem sollte es eine Sommer/Winterumschaltung geben (siehe Punkt 5).
3. Im Idealfall wird der Zuluftventilator in Abhängigkeit der Raumluft gesteuert, bzw., wenn keiner im Haus ist, sogar abgeschaltet. Das könnte einfach gelöst werden mit ein paar Bewegungsmeldern und einer Zeitschaltuhr.
4. Falls mittlerweile noch nicht Standard, sollten luftdichte Rückschlagklappen in jeder Anlage Pflicht sein, um das Eindringen von unerwünschter Kaltluft zu vermeiden.
5. Eine Bypassklappe gehört für mich ebenfalls dazu, um im Sommer nachts kühle Außenluft einleiten zu können (das würde dem System auch in der warmen Jahreszeit einen Sinn geben, denn nicht jeder kann oder will bei offenem Fenster schlafen, schon aus Sicherheitsgründen.
6. Die Wartungskosten, um solch eine Anlage nach VDI 6022 zu betreiben, werden nur wenige Hausbesitzer aufbringen wollen, es sei denn, es wird eines Tages staatlich vorgeschriebene Kontrollen für solche Anlagen geben.
Den Vorteil dieses Systems sehe ich derzeit nur im schnellen Luftaustausch und damit in der Geruchsbeseitigung. Dass dabei etwas Wärme rückgewonnen wird, ist zwar schön, aber sicher nicht optimal gelöst.

Rüdiger Geier, Verkaufsleiter Nord, Stulz GmbH Geschäftsbereich Klima- und Befeuchtungssysteme, 27.11.2012


7.
Ventilatorgestützte Wohnungslüftung ist eine zukunftssichere Investition. Der Energieverbrauch ist ein zentrales Thema beim Neubau und besonders auch bei der Sanierung von Wohngebäuden. Die Europäische Kommission und die Bundes- und Landesregierungen haben hierzu ehrgeizige Pläne bis zum Jahr 2020 und weiter formuliert, nach denen der Energiebedarf um 30 bis 40 % verringert werden soll. Die ventilatorgestützte Wohnungslüftung mit Bedarfsregelung und/oder Wärmerückgewinnung kann hierzu maßgebliche Anteile beitragen. Verfolgt man eine konsequente Förderung von Wohnungslüftungsanlagen in Neubau und Bestand, dann können bis zum Jahr 2020 mit knapp 6 Mio. t etwa 4 % der gesamten CO2-Einsparziele der Bundesregierung alleine durch diese Maßnahme sichergestellt werden.
Im aktuellen Entwurf zur Ecodesign-Richtlinie der Europäischen Kommission für Lüftungsgeräte wurde das Energieeinsparpotenzial durch den Einsatz von ventilatorgestützten Wohnungslüftungssystemen mit Wärmerückgewinnung und Bedarfsregelung gegenüber freien Lüftungssystemen auf 100 TWh Primärenergie und 20 Mio. t CO2-Äquivalent geschätzt.
Die alleinige Fokussierung auf Energiesparziele greift allerdings zu kurz. Die Nutzer erwarten auch eine gute Raumluftqualität und eine gute thermische Behaglichkeit. Zusammengefasst muss ein Wohnungslüftungssystem neben den Mindestanforderungen des Bautenschutzes folgende Kriterien erfüllen:
- Gute Luftqualität (Außenluftvolumenstrom, Luftfilterung)
1. CO2- und Feuchteabfuhr
2. Gerüche
3. Schadstoffe aus Einrichtungsgegenständen
4. Filterung von Allergenen
- Thermische Behaglichkeit
5. Raumlufttemperaturen
6. Vermeidung von Zugluft
- Schallschutz
- Nutzerunabhängige Funktion
Diese Anforderungen gelten für den Neubau und auch für die Sanierung von Gebäuden. In der Energieeinsparverordnung (EnEV) 2009 ist erstmals für Wohngebäude ein Lüftungssystem für die Ausstattung im Referenzfall vorgesehen. Es wird in der EnEV damit begründet, dass wegen der energetisch wichtigen Anforderung zur Luftdichtigkeit ein ausreichender Außenluftwechsel durch Fugenlüftung nicht mehr sichergestellt ist und deshalb ein Lüftungssystem vorgesehen werden muss. In der Folge davon berücksichtigen viele Förderprogramm inzwischen die Wohnungslüftung als wichtige Energieeinspartechnologie.
Auch im Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) ist die Wohnungslüftung mit Wärmerückgewinnung als Ersatzmaßnahme anerkannt. Der Bauherr kann mit der kontrollierten Wohnungslüftung drei Fliegen mit einer Klappe schlagen:
- Behagliche und hygienische Raumluftzustände
- Energieeffizienz
- Erfüllung der Anforderungen zur Nutzung von Regenerativen Energien
Ventilatorgestützte Wohnungslüftungssysteme sind eine seit langem bewährte Technologie und eine zukunftssichere Investition. Da Systeme mit Wärmerückgewinnung – je nach Bauart des Wärmeübertragers – bis zu 90 % der Wärme von der verbrauchten Luft auf die Frischluft übertragen und somit den Heizungsbedarf entsprechend senken können, sind diese besonders zu empfehlen. Abluftlösungen mit Bedarfsregelung sind eine bevorzugte Brückentechnologie auf dem Weg zu besonders effizienten Wohngebäuden, denn das "Nullenergiehaus" kann ohne Wärmerückgewinnung nur schwer umgesetzt werden.
Oftmals wird einseitig auf den Strombedarf von ventilatorgestützten Lüftungssystemen eingegangen. Es wird unterschlagen, dass dieser Strombedarf immer mit einem Wärmegewinn verbunden ist. Moderne Lüftungssysteme gewinnen aus einer Kilowattstunde Strom über 10 bis 15 Kilowattstunden Wärmeenergie. Dies ist etwa dreimal höher als bei Wärmepumpen und berücksichtigt schon die möglicherweise notwendige Wärme für den Einfrierschutz.
Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten sind bei allen Lüftungssystemen (auch bei Außenluftdurchlässen) notwendig. Zusätzliche Aufwände (z.B. für Filter) stehen einem zusätzlichen Nutzen gegenüber (Luftqualität, Schadstoffe, Allergenfreiheit) und sind somit nicht ohne diese Aspekte zu bewerten.
Bei richtig ausgelegten Wohnungslüftungsanlagen können die Fenster geschlossen bleiben. Damit werden unnötige Wärmeverluste durch Lüftung vermieden. Sie müssen aber nicht geschlossen bleiben. Wenn der Nutzer die Fenster öffnen will, dann ist das jederzeit möglich und außerhalb der Heizperiode auch sinnvoll, wenn z.B. eine Luftfilterung nicht notwendig ist.
Oft werden Querlüftungssysteme, die nur eine Feuchteschutzfunktion bieten, als vollwertige Wohnungslüftungssysteme angeboten. Man tut so, als ob die Sicherstellung des Bautenschutzes (Schimmelbildung) vollkommen ausreicht, und es wird unterschlagen, dass zur Sicherstellung einer guten Luftqualität die Fenster geöffnet werden müssen. Damit steigen die Lüftungswärmeverluste in Abhängigkeit des Nutzerverhaltens wieder an (Dauerlüftung Fester auf Kippstellung).
Zusammengefasst lässt sich sagen, dass die Investition in ventilatorgestützte Wohnungslüftungssysteme schon heute richtig ist und ein notwendiger Baustein für ein energiesparendes und gesundes Wohnumfeld ist.

Claus Händel, Fachverband Gebäude-Klima, 27.11.2012


8.
Sehr geehrter Herr Händel, Ihre Aussage „Ventilatorgestützte Wohnungslüftung ist eine zukunftssichere Investition“ können wir voll akzeptieren. Gemeint sind hiermit doch aber auch Feuchte- und VOC-gesteuerte Abluftsysteme mit Fensterlüftern für die Zuluft. Mindestanforderungen des Bautenschutzes erfüllen unsere Fensterlüfter in der Querlüftung auch ohne Ventilatorunterstützung. Mit Ventilatorunterstützung wird die Nennlüftung für die Zuluft über Fensterfalze nach der DIN 1946 Teil 6 problemlos und energiesparend gewährleistet.
- Es wird eine gute Luftqualität generiert.
- Gerüche und Schadstoffe werden sicher abgeführt.
- Zugluft wird vermieden, da die Zuluft bereits vorgewärmt über die Fensterfalze eingeleitet wird.
- Die Schalldämmwerte betragen bis 42 dB.
- Die Fensterlüfter sind nach DIN 1946-6 nutzerunabhängig.
Ventilatorgestützte Wohnungslüftungen mit Wärmerückgewinnung sind unter Berücksichtigung der Anschaffungs- und Kapitalkosten sowie Wartungskosten durch Fachpersonal eine mehr als doppelt zu teuer erkaufte Energieeinsparung. Die Wirtschaftlichkeit ist nach meiner Meinung daher höchst fragwürdig.
Sie schreiben, dass es außerhalb der Heizperiode sinnvoll ist, über die Fenster zu lüften, weil eine Luftfilterung nicht notwendig ist. Sie wollen aber doch den Allergenen (Pollen) begegnen, die hauptsächlich außerhalb der Heizperiode auftreten. Sind Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung außerhalb der Heizperiode weniger geeignet, weil es möglicherweise zu einer Kondenswasserbildung in der Lüftungsanlage mit einer anschließenden Verkeimung kommen kann? Ich glaube, zur Wärmerückgewinnung gibt es mehr Fragen als Antworten.

Heinz Becks, Regel-air Becks GmbH, 27.11.2012

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Artikelnummer: cci38823
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