27. Juli 2015 Autor: Rolf Grupp (Bearbeiter)

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cci Forum: Abstand bei Kombi-Luftdurchlässen

In der DIN EN 13779 „Lüftung von Nichtwohngebäuden“ gibt es im informativen Anhang A2 "Außenluftansaugungen und Fortluftöffnungen" ein Diagramm zur Festlegung von Mindestabständen zwischen Außenluft- und Fortluftdurchlässen bei raumlufttechnischen Anlagen. Durch Anwendung des Diagramms können Abstände zwischen Außenluftansaugungen und Fortluftöffnungen in horizontaler und vertikaler Richtung ermittelt werden. Dabei geht es darum, Rezirkulationen von möglicherweise belasteter Fortluft zur angesaugten Außenluft zu verhindern beziehungsweise zu minimieren. Frage: Wie sind Einzelraumventilatoren mit Wärmerückgewinnung, die in die Außenwand eingebaut werden und die gleichzeitig Zu- und Abluft fördern, bezüglich der Abstände zu bewerten? (Geräte mit Speicher-WRG, bei denen die Zu- und Abluft zeitlich versetzt strömen, sind hiervon m. E. nicht betroffen.)

Antworten der Leser

1.
In diesem Fall, aber auch bei der Bewertung der Situation nach der DIN EN 13779, sollte man stets auch die GMV-Richtlinie (GMV steht für "Gesunder Menschenverstand") berücksichtigen. Diese Richtlinie hat meiner Meinung nach immer Priorität vor allen anderen Regelwerken. Es besteht ja grundsätzlich die Möglichkeit, abweichend von der Norm zu planen und zu bauen. Ich kenne einige Beispiele, die nach der Norm hundertprozentig berechnet wurden, man jedoch anscheinend nicht wusste, woher der Wind weht.

Helmut Gosert, 13.03.2014


2.
Einzelraumventilatoren mit WRG wurden auf der bautec 2014 von fast jedem Hersteller für Wohnungslüftungsanlagen massiv beworben. Mich interessiert mehr, wie ich dem Planer eine rechtliche Absicherung verschaffen kann. Im Streitfall würde sich der Gerichtsgutachter auf Richtlinien, Normen und Verordnungen berufen. Für eine "GMV-Richtlinie" würde die Gegenseite einen messtechnischen Nachweis verlangen, was sehr teuer wäre.

Norbert Nadler, 13.03.2014


3.
Den Hinweis auf die Problematik der "GMV" finde ich sehr gut. Wir als Sachverständige werden immer mehr damit konfrontiert, nachweisen zu müssen in welcher Norm (oder Ähnlichem) diese "vernünftige" Anforderung des GMV steht. Besser wäre immer zu fragen, welches Schutzziel die technische Anlage hat. Im besonderen Fall ist es die Aufgabe der Wohnungslüftung, den Luftaustausch, auch ohne offene Fenster, zu bewirken. Über ein Fenster würde für den einzelnen Raum natürlich auch keine Anforderung (einer Normung?) bestehen, dass die Abstände von Außenluft und Fortluft in m zu trennen sind. Auch bei Einhaltung der Vorgaben der DIN EN 13779 kann in einem Innenhof die Einhaltung der "GMV-Norm" nicht gegeben sein. Sinn der Anforderung der DIN EN 13779 ist hier die mögliche nicht zulässige Verunreinigung der Außenluft durch eine belastete Fortluft zu behindern. Allerdings kann auch bei Einhaltung aller Vorgaben ggf. bei ungünstigen Wetterlagen eine gewisse Beeinflussung nicht immer ausgeschlossen werden. Wir habe festgestellt, dass sich belastete Fortluft teilweise über einen Abstand von über 100 m über dem Flachdach ausbreitet bei leichter Windströmung mit sehr geringem Impuls und so die Außenluftansaugung negativ beeinflussen konnte. Insofern ist es teilweise sinnvoller, die Positionen von Außenluftansaugung und Fortluftdurchlässen nicht so sehr räumlich zu trennen als durch die Art der Ausblasung. Kleine Regel, die oft wirksam ist: Belastete Fortluft immer senkrecht möglichst mit hohem Impuls ausblasen! Und auch die ggf. davon betroffenen Öffnungen wie Fenster oder Lichtkuppeln in der Nähe in der Wertung betrachten.

Hans Christian Sieber, SVfS, 13.03.2014

Artikelnummer: cci38753

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