4. Juli 2013 Autor: Wolf Rienhardt

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Drop-in

Mit Drop-in wird in der Kältetechnik die Kältemittelumstellung bei einer Kälteerzeugungsanlage bezeichnet, ohne dass dabei ein Ölwechsel erfolgt. Die dafür notwendigen Kältemittel sind oft Mehrstoffkältemittel (Kältemittelgemische, siehe unter Beispiele), die auch als Service- oder Übergangskältemittel bezeichnet werden und öllösliche Bestandteile enthalten. Dadurch kann das Kältemaschinenöl in der Anlage verbleiben und die Umstellung des Kältemittels erfordert nur geringfügige Änderungen an Komponenten der Kälteerzeugungsanlage.
In der Regel haben die Mehrstoffkältemittel einem Temperaturgleit bei der Verdampfung oder Verflüssigung (Temperaturänderung bei konstantem Druck im Phasenwechsel).
Im Betrieb der Kälteerzeugungsanlage kann es auf Grund des Temperaturgleit zu einer Verschiebung der Gemischanteile (Konzentrationsverschiebung) in einzelnen Bauteilen der Anlage kommen. Bei Leckagen an der Anlage kann dieser Effekt ebenfalls auftreten. Mit der Konzentrationsverschiebung sind häufig Störungen bei der Überhitzungsregelung verbunden.
Um Konzentrationsverschiebungen bei der Anlagenbe- oder –nachfüllung von Drop-in-Kältemittel zu verhindern, muss das Kältemittel flüssig ein- beziehungsweise nachgefüllt werden.

Drop-in-Kältemittel werden eingesetzt, wenn das bisherige Kältemittel ein Ozonschädigungspotenzial (ODP) hat, wie R22 oder R502, oder einen zu hohen Treibhauseffekt (Global Warming Potenzial, GWP).

Beispiele

R507, eine Zweistoffmischung aus R134a (50 %) und R125 (50 %) mit GWP: 3.850, ODP: 0 wurde als Ersatz für R502 (ozonschichtschädigend) eingesetzt, wird jetzt aber aufgrund des hohen GWP selbst ersetzt durch R407F (GWP: 1.824).

R407F ist außerdem als Drop-In-Lösung bei der Umrüstung von R22-Anlagen geeignet oder als Ersatz für R404A (GWP: 3.800 bis 3.922).

R32 (Difluormethan, CH2F2, GWP-Wert 650, ODP: 0) dient als Ersatz für R410A (GWP-Wert 1.980).

R422D ((Dreistoffmischung aus R125 (65,1 %), R134a (31,5 %) und R600a (Propan, 3,4 %), GWP-Wert: 2.230) und R427A ((Vierstoffmischung aus R134a (50 %), R125 (25 %), R32 (15 %) und R143a (10 %), GWP-Wert: 2.010) dienten als Ersatz für R22 (GWP: 1.700, ozonschichtschädigend), werden nun aber selber ersetzt aufgrund ihres GWP-Werts.

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