17. Mai 2019 Autor: Sabine Andresen

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  • Krankheitsbedingte Fehlzeiten 2018 (und 2017)
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Krankheitsbedingte Fehlzeiten 2018 (und 2017)

In welchen Berufen gibt es die meisten Krankschreibungen? Das Wissenschaftliche Institut der AOK (Wido) hat seine jährliche umfassende Statistik veröffentlicht.

Das Wissenschaftliche Institut der AOK (Wido) hat den "Fehlzeiten-Report 2018" veröffentlicht. Unter dem Link https://www.wido.de/publikationen-produkte/buchreihen/fehlzeiten-report/2018 stehen Auszüge aus der Publikation zur Verfügung, so unter anderem ein PDF zu krankheitsbedingten Fehlzeiten aus dem Jahr 2017 (1 MB). Aus Copyrightgründen können wir dieses PDF hier nicht direkt unter "Anhänge" veröffentlichen.

Was wir aber unter "Anhänge" zur Verfügung stellen können, ist eine umfassende Presseveröffentlichung des Wido vom März 2019, in der auch sechs aussagekräftige Grafiken enthalten sind => siehe "Anhänge".

Das oben erwähnte PDF zu krankheitsbedingten Fehlzeiten 2017 umfasst knapp 60 (!) Seiten.

Aus der Zusammenfassung:

"Der folgende Beitrag liefert umfassende und differenzierte Daten zu den krankheitsbedingten Fehlzeiten in der deutschen Wirtschaft im Jahr 2017. Datenbasis sind die Arbeitsunfähigkeitsmeldungen der knapp 13,3 Millionen erwerbstätigen AOK-Mitglieder in Deutschland. Ein einführendes Kapitel gibt zunächst einen Überblick über die allgemeine Krankenstandsentwicklung und wichtige Determinanten des Arbeitsunfähigkeitsgeschehens.
Im Einzelnen werden unter anderem die Verteilung der Arbeitsunfähigkeit, die Bedeutung von Kurz- und Langzeiterkrankungen und Arbeitsunfällen, regionale Unterschiede in den einzelnen Bundesländern sowie die Abhängigkeit des Krankenstandes von Faktoren wie Betriebsgröße und Beschäftigtenstruktur dargestellt. In zwölf separaten Kapiteln wird dann detailliert die Krankenstandsentwicklung in den unterschiedlichen Wirtschaftszweigen beleuchtet."

Von den 12.857.438 AOK-Mitgliedern gehören 926.456 dem Baugewerbe an.

Auszug aus dem ersten Kapitel:  Überblick über die krankheitsbedingten Fehlzeiten im Jahr 2017

Der Krankenstand im Jahr 2017 blieb im Vergleich zu den beiden Vorjahren unverändert und liegt bei 5,3 %. In Westdeutschland lag der Krankenstand mit 5,2 % um 0,4 Prozentpunkte niedriger als in Ostdeutschland (5,7 %). Im Vergleich der Bundesländer verzeichneten Sachsen-Anhalt mit 6,1 % sowie das Saarland, Brandenburg und Thüringen mit jeweils 6,0 % den höchsten Krankenstand. In Bayern (4,7 %) und Hamburg (4,5 %) lag der Krankenstand am niedrigsten. Im Schnitt waren die AOK-versicherten Arbeitnehmer 19,4 Kalendertage arbeitsunfähig. Für etwas mehr als die Hälfte aller AOK-Mitglieder (53,4 %) wurde mindestens einmal im Jahr eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ausgestellt.

Das Fehlzeitengeschehen wird hauptsächlich von sechs Krankheitsarten dominiert. Im Jahr 2017 gingen mehr als ein Fünftel der Fehlzeiten auf Muskel- und Skelett-Erkrankungen (22,5 %) zurück. Danach folgten Atemwegserkrankungen (12,6 %), psychische Erkrankungen (11,2 %) und Verletzungen (11,0 %) sowie Erkrankungen des Kreislaufsystems und der Verdauungsorgane (5,5 bzw. 4,9 %). Der Anteil der Muskel- und Skelett-Erkrankungen an den Fehlzeiten ist im Vergleich zum Vorjahr um 0,4 Prozentpunkte am deutlichsten gesunken. Gesunken ist auch der Anteil der Herz-Kreislauf-Erkrankungen und der der Verdauungserkrankungen um jeweils 0,2 Prozentpunkte, während der Anteil an psychischen Erkrankungen und Atemwegserkrankungen im Vergleich zum Vorjahr um jeweils 0,2 Prozentpunkte gestiegen ist.

Im Vergleich zu den anderen Krankheitsarten kommt den psychischen Erkrankungen eine besondere Bedeutung zu: Seit 2008 haben die Krankheitstage aufgrund psychischer Erkrankungen um 67,5 % zugenommen. Im Jahr 2017 wurden erneut mehr Fälle aufgrund psychischer Erkrankungen (5,2 %) als aufgrund von Herz- und Kreislauf-Erkrankungen (3,7 %) registriert. Die durchschnittliche Falldauer psychischer Erkrankungen war im Jahr mit 26,1 Tagen je Fall mehr als doppelt so lang wie der Durchschnitt mit 11,8 Tagen je Fall. Neben den psychischen Erkrankungen verursachten insbesondere Verletzungen (18,4 Tage je Fall), Herz- und Kreislauf-Erkrankungen (17,8 Tage je Fall) sowie Muskel- und Skelett-Erkrankungen (17,1 Tage je Fall) lange Ausfallzeiten. Auf diese vier Erkrankungsarten gingen 2017 bereits 60 % der durch Langzeitfälle (> 6 Wochen) verursachten Fehlzeiten zurück. Weit mehr als ein Drittel der Ausfalltage (42,3 %) gingen auf Langzeiterkrankungen mit einer Dauer von mehr als sechs Wochen zurück. Ihr Anteil an den Arbeitsunfähigkeitsfällen betrug jedoch nur 4,3 %. Bei Kurzzeiterkrankungen mit einer Dauer von ein bis drei Tagen verhielt es sich genau umgekehrt: Ihr Anteil an den Arbeitsunfähigkeitsfällen lag bei 35,5 %, doch nur 6,0 % der Arbeitsunfähigkeitstage gingen auf sie zurück.

Schätzungen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin zufolge verursachten im Jahr 2016 674,5 Mio. AU-Tage1 volkswirtschaftliche Produktionsausfälle von 75 Mrd. bzw. 133 Mrd. Euro Ausfall an Produktion und Bruttowertschöpfung (Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin 2017). Die Ausgaben für Krankengeld sind im Jahr 2017 erneut gestiegen. Für das 1. bis 4. Quartal 2017 betrugen sie rund 12,3 Mrd. Euro. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet das einen Anstieg um 6 % (Bundesministerium für Gesundheit 2017).

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