11. August 2017 Autor: Dr. Manfred Stahl

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  • Analyse: Regenerative Energien im ersten Halbjahr 2017
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Analyse: Regenerative Energien im ersten Halbjahr 2017

Ende Juli 2017 veröffentlichten das Umweltbundesamt (UBA), Dessau, der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE), Berlin, und Agora Energiewende, Berlin, jeweils Statistiken zur Bedeutung der regenerativen Energien im ersten Halbjahr 2017 - und kommen dabei zu unterschiedlichen Ergebnissen.

Zunächst die Ergebnisse des UBA. Demnach ist die Stromproduktion aus regenerativen Energien von Januar bis Juni 2017 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 10 % auf 107 Mrd. kWh gestiegen. Gleichzeitig verweist das UBA auf eine sehr erfreuliche Entwicklung beim Zubau installierter elektrischer Leistung in den Monaten Januar bis Mai 2017. Die Daten zeigen, dass die Entwicklung des Vorjahreszeitraums zum Teil deutlich übertroffen wurde. Die prozentuale Steigerung des Zubaus betrug bei der Windenergie an Land und auf See 44 % (+657 MW), bei der Photovoltaik 59 % (+216 MW) und bei der Bioenergie 74 % (+38 MW).
Während das UBA ein positives Fazit zieht, beurteilt das BEE die aktuelle Lage - auch mit Blick auf 2020 - eher kritisch und skeptisch. Der Anteil regenerativer Energien ist über alle Sektoren hinweg im ersten Halbjahr 2017 erneut nur leicht angestiegen. Positiv ist der Anstieg bei der Stromerzeugung, dem aber ein Rückgang im Verkehrssektor gegenübersteht. Im Wärmesektor gab es nur einen leichten Anstieg. „Die Energiewende kommt in Deutschland viel zu langsam voran“, kritisiert Harald Uphoff, kommissarischer Geschäftsführer des Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE), und verweist auf folgende Zahlen für das 1.Halbjahr 2017:

Entwicklung regenerativer Energien im ersten Halbjahr 2015, 2016 und 2017 (Abb. BEE)Entwicklung regenerativer Energien im ersten Halbjahr 2015, 2016 und 2017 (Abb. BEE)

Stromproduktion aus regenerativen Energien: 105 Mrd. kWh
Dieser Wert entspricht 35,1 % der gesamten Stromerzeugung (Vorjahr 32,7 %)

Wärme aus regenerativen Energien: 96,8 Mrd. kWh
Dieser Wert entspricht 13,6 % des gesamten Wärmeverbrauchs (Vorjahr 13,3 %)

Insgesamt erreichten regenerative Energien einen Anteil von 15,2 % (Vorjahr 14,8 %) am Endenergieverbrauch.

Prognose des BEE: Wenn nicht politisch gegengesteuert und der Ausbau beschleunigt wird, erreicht Deutschland im Jahr 2020 lediglich einen Anteil von 16,7 % regenerative Energien am Endenergieverbrauch. Die fehlenden 1,3 %-Punkte entsprechen auf die gesamte Energiemenge bezogen 7,2 % weniger regenerative Energien als von der EU für Deutschland vorgeschrieben und 14,8 % weniger, als Deutschland im nationalen Aktionsplan für Erneuerbare Energien gegenüber der EU zugesagt hatte. Das Ziel, bis 2020 die CO2-Emissionen um 40 % zu verringern, ist für Deutschland sogar noch weiter entfernt. Der BEE geht davon aus, dass höchstens 30 % geschafft werden.

Ähnlich kritisch sieht auch die Agora Energiewende das Erreichen der CO2-Minderungsziele bis 2020 und verweist darauf, dass die CO2-Emissionen im 1. Halbjahr 2017 gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum um 5 Mio. t (+1,2 %) auf 428 Mio. t gestiegen sind. Dazu liefert Agora folgende weitere Informationen:
- Die CO2-Emissionen aus Mineralöl stiegen um 4,6 Mio. t, aus Erdgas um 2,9 Mio. t und aus Braunkohle um 2,3 Mio. t. Demgegenüber sanken Emissionen aus der Steinkohlenutzung um 5,1 Mio. t.
- Ursache beim Anstieg des Mineralöls ist ausschließlich der höhere Benzin- (+2,5 %), Diesel- (+6,5 %) und Kerosinverbrauch (+8 %). Der Heizölabsatz ist trotz der kälteren Witterung im ersten Halbjahr 2017 sogar leicht gefallen.
- Die Verbrauchsänderungen bei Braunkohle, Steinkohle und Erdgas sind vor allem auf die Entwicklungen am Strommarkt zurückzuführen: So haben die regenerativen Energien deutlich zugelegt, ebenso die Nutzung von Gas in Kraftwerken (insbesondere KWK-Anlagen), was zu Lasten der Steinkohle ging – hier wurden auch einige Steinkohlekraftwerke im 1. Halbjahr 2017 stillgelegt. Gleichzeitig weiteten die Braunkohlenkraftwerke ihre Stromproduktion aufgrund einer verbesserten Kraftwerksverfügbarkeit aus.

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