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7. Juli 2019 Autor: Sabine Andresen/BauInfoConsult

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BIM-Studie 2019: Status Quo BIM am Bau

Eine neue Studie zur BIM-Nutzung in der Baubranche zeigt, dass sich viele Bauakteure mittlerweile wohl auf eine kleine Revolution am Bau einstellen.

Der deutsche Bau digitalisiert sich immer stärker und die Anwendung von BIM verstärkt sich. Das Düsseldorfer Marktforschungsinstitut BauInfoConsult befragte Bauakteure nach ihrer BIM-Nutzung. Im Vergleich zur Befragung vor zwei Jahren nutzen nicht nur immer mehr Player am Bau BIM, sondern auch die Hoffnung wird größer, dass sich durch BIM eine weitreichende Prozessoptimierung am Bau einstellen wird. Allerdings deuten die Studienergebnisse darüber hinaus auch darauf hin, dass die Nachfrage auf Kundenseite nach BIM-Bauprojekten noch gering ist und die Bauprofis viele unterschiedliche Problemfelder rund um den Einsatz von BIM erkennen.
In der neuen BIM-Studie hat BauInfoConsult insgesamt 302 Planer und Verarbeiter nach BIM und dessen aktuelle Nutzung am deutschen Bau befragt. Die Ergebnisse der tiefergehenden Untersuchung zeigen dabei ein zwiespältiges Bild auf. Auf der einen Seite erkennen die Forscher, dass sich BIM am Markt immer besser positionieren kann, während parallel jedoch unter den Bauakteuren viele verschiede Vorbehalte gegenüber BIM die Runde machen.
Die Studienresultate zeigen deutlich, dass die Nutzung von BIM am Bau zugenommen hat. Ein starkes Viertel (28 %) der befragten Firmen arbeitet demzufolge mit BIM – 2017 waren es nur 20 Prozent. Dabei liegt der aktuelle Anteil von BIM-Projekten am gesamten Projektvolumen im Schnitt bei einem Zehntel. Auch wenn die gegenwärtige Nachfrage nach BIM-gesteuerten Projekten noch gering ist, stellt sich die Mehrheit der Betriebe darauf ein, BIM in den kommenden Jahren in ihren Prozessen zu implementieren – lediglich ein Viertel der Befragten outet sich als BIM-Verweigerer.
Rein theoretisch lässt sich ein Neubau in allen Bauphasen mit BIM realisieren. Die aktuelle BIM-Praxis zeigt jedoch, dass die heute schon BIM-nutzenden Akteuren in ihren eigenen BIM-Projekten mehrheitlich die Ausführungsplanung (73 %), die architektonischen Entwurfsplanung (65 %) sowie die gebäudetechnischen Fachplanung (61 %) nach der BIM-Methode organisieren.
Doch wie wird BIM nun genau eingesetzt? Die Mehrheit der Unternehmen, die heute schon BIM-Projekte abwickeln, berichten davon, dass sie bei BIM vor allem auf die 3D-Visualisierung und Animationsdarstellung setzen (83 %). Darüber hinaus nutzen viele BIM, um 2D-Zeichnungen aus 3D-Modellen zu erstellen (81 %). Auch für das Kollisionsmanagement und Mengenplanungen wird nicht nur in der Theorie, sondern auch praktisch auf BIM zurückgegriffen (71 %).

BIM-Software: Wer behauptet sich am Markt?
Mittlerweile haben fast alle bekannten Bausoftwareanbieter BIM-kompatible Anwendungen im Portfolio. Vor allem die Softwares AutoCad sowie Revit aus dem Hause Autodesk als BIM-Software sind unter den Befragten bekannt.
Allerdings zeigt die Untersuchung, dass je nach Anwendergruppe und Aufgabenstellung innerhalb des BIM-Prozesses verschiedene Softwares zum Einsatz kommen: So nutzen die Architekten unter den BIM-Nutzern momentan während der architektonischen Entwurfsplanung insbesondere Archicad von Graphisoft, während sie beispielsweise bei der Ermittlung von Massen/Mengen und Baukosten auf die Plattform von Orca zurückgreifen.

Informationsquellen
Google und andere Suchmaschinen sind mit Abstand die wichtigsten Informationsquellen zum Thema BIM. 62 % der 302 befragten Bauprofis geben an, hierdurch an ihre BIM-Informationen zu gelangen. Doch auch Webseiten der Hersteller sind mit einigem Abstand ähnlich wichtig wie der persönliche Kontakt zum jeweiligen Außendienst (ebenfalls 13 %).
Wenn es darum geht, in welcher Form die Interviewten ihre BIM-Informationen am liebsten erhalten würden, verschieben sich die Informationswege etwas. Vor allem die BIM-Nichtnutzer informieren sich am liebsten selbstständig und unverbindlich im Internet über BIM – meistens ganz allgemein auf den unterschiedlichen Webseiten. Bei den BIM-Nutzern spielt der direkte Austausch mit den Anbietern in Schulungen und Seminaren indes eine größere Rolle. Daneben wurden zusätzlich auch Newsletter und der Außendienstbesuch als bevorzugte Informationskanäle angegeben.

Kritikpunkte
Die befragten Bauprofis sehen jedoch auch kritische Punkte rund um das Thema BIM. So wird BIM noch nicht als merklich umsatzrelevant eingeschätzt. Auch der finanzielle und persönliche Investitionsaufwand einer BIM-Einführung wird von vielen gescheut. Die Amortisationsdauer einer Umstellung auf BIM wird von vielen Interviewten sehr hoch angesetzt (im Schnitt mehr als zwei Jahrzehnte). Nichtkompatible, konkurrierende Datenaustauschformate und der noch nicht vollzogene, aber notwendige Mentalitätswandel hin zum digitalen Bauen stehen der Technologie nach Meinung der Nutzer außerdem noch im Wege.

Die Fakten dieses Beitrags entstammen der Studie "BIM-Monitor 2019". Sie kann kostenpflichtig bei BauInfoConsult bestellt werden (Alexander Faust, faust@bauinfoconsult.de).

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