16. Dezember 2019 Autor: Destatis/Umweltbundesamt
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Destatis: F-Gase-Emissionen 2019

Der potenzielle Treibhauseffekt verwendeter fluorierter Treibhausgase ist laut Untersuchungen des Statistischen Bundesamts seit 2015 um 37 % gesunken.

Hinweis: Unter "Anhänge" stehen drei ergänzende Grafiken des Umweltbundesamt zu fluorierten Treibhausgasen.

Der potenzielle Treibhauseffekt der im Jahr 2018 in Deutschland eingesetzten fluorierten Treibhausgase (FKW, HFKW, Blends) ist gegenüber 2017 um fast 21 % und gegenüber 2015 sogar um 37 % gesunken. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) zur UN-Klimakonferenz vom 2. bis 13. Dezember 2019 in Madrid mitteilt, ist die Ursache für diesen Rückgang der Umstieg von hochwirksamen fluorierten Treibhausgasen auf solche mit niedrigerem Treibhauspotenzial nach der F-Gas-Verordnung der Europäischen Union (Verordnung (EU) Nr. 517/2014).
Der Einsatz der verwendeten Treibhausgase lag 2017 bei rund 9.390 metrischen Tonnen und reduzierte sich 2018 auf rund 8.036 metrische Tonnen (-14 %). Gemessen in CO2-Äquivalenten sank 2018 die eingesetzte Menge von 13,8 Millionen Tonnen (Jahr 2017) auf 10,9 Millionen Tonnen, woraus sich der Rückgang des potenziellen Treibhauseffekts um 21 % ergibt.

Destatis schreibt: "Klimawirksame Stoffe nehmen Einfluss auf die Erderwärmung und tragen zur Klimaveränderung bei. Da diese Stoffe überwiegend in geschlossenen Systemen wie zum Beispiel in Klimaanlagen verwendet werden, tritt eine Gefährdung erst mittel- bis langfristig bei der Freisetzung in die Atmosphäre auf. Daher werden diese Stoffe auch als potenziell emissionsrelevant bezeichnet. Der Einfluss der einzelnen Treibhausgase auf die Klimaveränderung ist unterschiedlich hoch. Als Vergleichsgröße dient die Klimawirksamkeit von Kohlendioxid (CO2) mit einem Erwärmungspotenzial (CO2-Äquivalente) von 1."

R134a (Tetrafluormethan) ist das am häufigsten verwendete fluorierte Treibhausgas in Deutschland. Der Stoff trägt in einem Zeithorizont von 100 Jahren 1.430 Mal stärker zum Treibhauseffekt bei als CO2. 2018 wurden rund 3 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente R134a überwiegend als Kältemittel zum Beispiel in Klimaanlagen oder Kühlschränken eingesetzt. Im Vergleich zu 2017 (3,9 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente) verminderte sich das Emissionspotenzial dieses Stoffes bei seiner Verwendung als Kältemittel um rund 20 %. Auch beim Einsatz als Treibmittel zur Herstellung von Kunst- und Schaumstoffen, wie zum Beispiel in aufgeschäumten Dämmplatten zur Wärmedämmung von Gebäuden, wurde durch den Umstieg auf Ersatzstoffe mit geringerer Klimawirksamkeit deutlich weniger R134a (-40 %) eingesetzt.

Das Umweltbundesamt hatte für 2017 Treibhausgasemissionen in Höhe von insgesamt 907 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten errechnet. Der Anteil der fluorierten Treibhausgase (FKW, HFKW, Blends) daran belief sich auf 1,2 %.

Das Umweltbundesamt berichtet auf seiner Webseite:

Die Emissionen der FKW und von Schwefelhexafluorid konnten seit Anfang der 1990-er Jahre erfolgreich reduziert werden. Dagegen stiegen die H-FKW-Emissionen seit 1997 an. H-FKW werden verstärkt als Kältemittel in Kälteanlagen eingesetzt und diese Anlagen werden auch entsprechend öfter entsorgt. Die dadurch entstehenden Emissionen übertrafen die Einsparungen durch den verminderten Einsatz der F-Gase in Polyurethan (PU)-Montageschäumen. Minderungen bei den FKW wurden hauptsächlich bei der Herstellung von Primäraluminium und Halbleitern erreicht. Verminderte SF6-Emissionen gehen bis 2003 in erster Linie auf die auslaufende Anwendung in Autoreifen zurück. Erfolgreiche Umweltaufklärung und europäische Gesetzgebung haben hier eine Emissionssenkung um über 100 Tonnen (t) bewirkt und die Treibhausgasemissionen um 2,5 Mio. t Kohlendioxid-Äquivalente gesenkt. Vergleichbares gilt für Schallschutzscheiben, in denen Schwefelhexafluorid bei der Herstellung nicht mehr eingesetzt werden darf und bei Anlagen zur Elektrizitätsübertragung. Allerdings nehmen die Emissionen von Schwefelhexafluorid aus der Entsorgung von Schallschutzscheiben seit 2006 sichtbar zu, da die angenommene Lebenszeit dieser Scheiben erreicht wird.
In Zukunft ist damit zu rechnen, dass die F-Gas-Emissionen durch die Umsetzung der Verordnung(EU) Nr. 517/2014 stagnieren und längerfristig abnehmen. Die Schwefelhexafluorid-Emissionen aus der Entsorgung werden weiter steigen.

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