26. Januar 2018 Autor: Sabine Andresen/DGNB

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  • DGNB vergleicht LEED-Zahlen mit eigenem Zertifizierungssystem
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DGNB vergleicht LEED-Zahlen mit eigenem Zertifizierungssystem

Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) hat in einer Pressemitteilung auf Marktzahlen zur internationalen Verbreitung des Green-Building-Gebäudezertifizierungssystems LEED verwiesen, die Ende Januar 2018 vom U.S. Green Building Council (USGBC) veröffentlicht wurden. Die DGNB setzt die Zahlen mit dem eigenen DGNB-Zertifizierungssystem in Beziehung - und stellt eher die negativen Aspekte zu LEED heraus (und das eigene System positiv). Am Ende räumt die DGNB aber ein ("Weiterführende Anmerkung"), dass eine Vergleichbarkeit sowohl von Zertifizierungszahlen als auch von einzelnen zertifizierten Projekten untereinander nur eingeschränkt möglich ist.

So lauten die Feststellungen der DGNB:

Das U.S. Green Building Council (USGBC) hat Ende Januar 2018 Marktzahlen zur internationalen Verbreitung des Green-Building-Gebäudezertifizierungssystems LEED veröffentlicht. Nach der Auswertungsmethodik des USGBC ist Deutschland auf Platz 5 der internationalen LEED-Märkte außerhalb der Vereinigten Staaten (gemessen nach zertifizierter Bruttogrundfläche).

Demnach gab es zum 31. Dezember 2017 in Deutschland 276 LEED-zertifizierte Projekte, die zusammengenommen einer Bruttogrundfläche von 7 Mio. m² entspricht.

LEED hat bei der Zahl der zertifizierten Projekte in Deutschland in den vergangenen Jahren kein signifikantes Wachstum verzeichnet. Der Wert für das Jahr 2017 (57 %) liegt auf dem Niveau von 2014 (53 Projekte).

Ein Drittel der 2017 nach LEED zertifizierten Projekte in Deutschland bezieht sich auf das Nutzungsprofil „Core & Shell“, das lediglich die Gebäudehülle bewertet und den Ausbau explizit ausklammert.

Die Zahl der neu angemeldeten Projekte liegt 2017 mit 41 auf dem niedrigsten Niveau seit 2010.

96 % der in Deutschland zertifizierten Projekte wurden auf Grundlage der Version „LEED 2009“ oder älter bewertet.

Der Gesamtanteil an internationalen Projekten bei LEED beträgt 12 %.


Verglichen damit hier die entsprechenden Kennzahlen der DGNB-Zertifizierung:

2017 hat die DGNB 1.052 Projekte ausgezeichnet, davon 976 in Deutschland.

Nimmt man die Projekte heraus, die auf Basis einer Serienzertifizierung im Nutzungsprofil „Neubau kleine Wohngebäude“ (NKW) ausgezeichnet wurden, ergibt sich die Zahl von 306 Projekten, die von der DGNB 2017 ausgezeichnet wurden, davon 230 in Deutschland.

In den vergangenen zwei Jahren verzeichnete die DGNB jeweils ein Wachstum von rund 20 % bei der Zahl der zertifizierten Projekte in Deutschland.

Die Zahl der neu angemeldeten Projekte der DGNB im Jahr 2017 beträgt 2.112, davon 1.965 in Deutschland. Ohne das Nutzungsprofil NKW liegt die Zahl der angemeldeten Projekte in Deutschland im Jahr 2017 bei 345.

Insgesamt sind zum 31. Dezember 2017 weltweit 2.825 Projekte nach DGNB ausgezeichnet worden, davon 2.504 in Deutschland.

Die entsprechende Bruttogrundfläche von DGNB-zertifizierten Projekten beträgt 51,7 Mio. m² davon 33,3 Mio. m² in Deutschland.

Der Anteil an DGNB-zertifizierten Projekten im Ausland beträgt 11 %. Rechnet man die zertifizierten NKW-Projekte heraus, ergibt sich ein Anteil von zertifizierten DGNB-Projekten im Ausland von 23 %.

In diesem Zusammenhang sei auch auf die Ergebnisse des jährlich von BNP Paribas Real Estate veröffentlichen Market Focus „Investmentmarkt Green Buildings“ verwiesen. Demnach hat die DGNB in Deutschland bei Gewerbeimmobilien seit Jahren konstant einen Marktanteil von über 80 % bei Neubauten.

Marktentwicklung DGNB und LEED in Deutschland (DGNB Zahlen ohne kleine Wohngebäude):

Marktentwicklung 2009 bis 2017 von DGNB- und LEED-Zertifizierungen in Deutschland (DGNB-Zahlen ohne kleine Wohngebäude)Marktentwicklung 2009 bis 2017 von DGNB- und LEED-Zertifizierungen in Deutschland (DGNB-Zahlen ohne kleine Wohngebäude)

Klassifizierung der DGNB- und LEED-bewerteten Projekte in Deutschland (beide Abb. DGNB)Klassifizierung der DGNB- und LEED-bewerteten Projekte in Deutschland (beide Abb. DGNB)

Weiterführende Anmerkung: Vergleichbarkeit von Zertifizierungszahlen

Grundsätzlich möchte die DGNB darauf hinweisen, dass eine Vergleichbarkeit sowohl von Zertifizierungszahlen als auch von einzelnen zertifizierten Projekten untereinander nur eingeschränkt möglich ist. Neben den zum Teil grundlegenden inhaltlichen und konzeptionellen Unterschieden zwischen DGNB, LEED und anderen Bewertungssystemen können sich auch die Anforderungen je nach Projekt und dazugehörigem Nutzungsprofil enorm unterscheiden. Dies bezieht sich sowohl auf die jeweils adressierten Kriterien und Gewichtungen als auch auf den daraus resultierenden Umfang der Zertifizierung. Zudem basieren alle Systeme auf dem Prinzip der Versionierung, was dazu führt, dass die Anforderungen an Projekte, die auf Basis einer Systemversion aus dem Jahr 2009 basieren, zum Teil fundamental anders sind als bei aktuellen Kriterienkatalogen.

Beispiel für ein aktuelles LEED-zertifiziertes Gebäude:

Mit einer Höhe von 462 m hat das Lakhta-Center in St. Petersburg/Russland. Bauherr des etwa 1,8 Mrd. € teuren Towers, der auf 87 Etagen für Büros, Konferenzen, Restaurants, Sport und Freizeit eine Gesamtfläche von rund 400.000 m² bietet (inklusive der flachen Vorgebäude), ist der russische Energiekonzern Gazprom. Dieser wird in dem neuen Tower nach seiner Fertigstellung im Jahr 2018 seinen Unternehmenssitz einrichten.
Das Gebäude erhielt das Nachhaltigkeitszertifikat in Gold gemäß dem amerikanischen System LEED (Leadership in Energy and Environmental Design). Zur Herstellung der Fassadenelemente hat die Josef Gartner GmbH, Gundelfingen, die OOO Josef Gartner als eigenständiges Tochterunternehmen mit Werk in St. Petersburg gegründet.

LEED-ausgezeichnet: das Lakhta-Center (Abb. Lahkta Center/Gazprom)LEED-ausgezeichnet: das Lakhta-Center (Abb. Lahkta Center/Gazprom)

Beispiel für ein aktuelles DGNB-zertifiziertes Gebäude:
Im Oktober 2016 wurde das von LOVE architecture and urbanism, Graz/Österreich, geplante Neubau-Projekt 50Hertz-Netzquartier in Berlin, mit dem DGNB-"Diamant"-Zertifikat ausgezeichnet. Das Gebäude war das erste, was den "Diamant" erhielt.
Die neue Zentrale des Stromübertragungsnetzbetreibers 50Hertz in der Eurocity Berlin hat in 13 oberirdischen Etagen eine Bruttogeschossfläche von 24.000 m² (Nutzfläche 17.400 m² inklusive Restaurant, 300-Personen-Konferenzbereich, Kindergarten) und wurde Ende August 2016 von 650 Mitarbeitern bezogen. Die Gesamtkosten des Baus beliefen sich auf 75 Mio. €.

Das mit dem DGNB Diamant ausgezeichnete neue Verwaltungsgebäude der 50Hertz in Berlin (Abb. 50Hertz) Das mit dem DGNB Diamant ausgezeichnete neue Verwaltungsgebäude der 50Hertz in Berlin (Abb. 50Hertz)

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