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2. November 2015 Autor: Dr.-Ing. Manfred Stahl
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DIN EN 16211 (2015) - Lüftung von Gebäuden. Luftvolumenstrommessung in Lüftungssystemen – Verfahren

Lüftung von Gebäuden - Luftvolumenstrommessung in Lüftungssystemen – Verfahren

Erscheinung
Weißdruck September 2015

Umfang/Kosten
40 Seiten, ca. 120 €

Zielgruppen
Fachplaner und Sachverständige der LüKK, TGA-Anlagenbauer, Energieberater

Inhalt, Resümee, Bedeutung
Die Norm behandelt verschiedene Verfahren zur Bestimmung von Luftvolumenströmen in runden und eckigen Luftleitungen sowie an Zuluft- und Abluftdurchlässen. Solche Messungen sind wichtig bei der Inbetriebnahme einer RLT-Anlage (Abgleich der Luftvolumenströme in Soll-Teilluftströme für bestimmte Zonen und Bereiche) und zur Überwachung und zum Nachweis der tatsächlichen Luftvolumenströme während des Anlagenbetriebs. Zum Einsatz kommen Verfahren auf Basis von Prandtl-Rohren, Hitzdraht- und Flügelradanemometern, Drosseln, der Zugabe von Indikatorgasen sowie von Beuteln und Strömungshauben. Ausführlich werden in der Norm auch die Messunsicherheiten der jeweiligen Verfahren und die daraus resultierenden Korrekturen der Messergebnisse beschrieben.

Die folgende Zusammenfassung dient als Orientierungshilfe. Auf Basis der Zusammenfassung kann der Nutzer schnell beurteilen, welche Bedeutung die behandelte technische Regel für seinen beruflichen Alltag hat.

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Artikelnummer: cci41349

Kommentare (2):

Kommentar von Prof. Trogisch zur DIN EN 16211

Die im September 2015 als Weißdruck erschienene Norm DIN EN 16211 „Lüftung von Gebäuden – Luftvolumenstrommessung in Lüftungssystemen“ gilt für Messungen von Luftvolumenströmen in Lüftungssystemen. Sie beschreibt dazu verschiedene Verfahren und auch, wie Messungen innerhalb der für das Verfahren vorgeschriebenen Toleranzen durchgeführt werden sollen. Im Vorwort heißt es: „Zur Inbetriebnahme und Betriebsführung Raumlufttechnischer Anlagen wurden Messverfahren entwickelt und normiert, die sowohl vorschriftsmäßig als auch einfach anzuwenden sind. …… Es ist daher wichtig, dass die Anlage im Planungsstadium so konstruiert wird, dass Messungen und Überwachungen unter Anwendung etablierter und anerkannter Verfahren durchgeführt werden können“.
Hier scheint aber der „Wunsch“ der Vater des Gedankens gewesen zu sein, denn wenn man die Messbedingungen für die Luftleitungen betrachtet, können diese zwar in versuchstechnischen Messaufbauten realisiert werden, jedoch kaum in der Praxis der Planung von Luftleitungen.
Ein Verfahren zur Bestimmung des Luftvolumenstroms beruht auf der Messung von Punktgeschwindigkeiten über den Querschnitt einer Luftleitung. Dieses vereinfachte Verfahren ist eine Alternative zu dem in der DIN EN 12599 „Lüftung von Gebäuden – Prüf- und Messverfahren für die Übergabe raumlufttechnischer Anlagen“ (März 2013) beschriebenen Verfahren. Die Norm setzt bestimmte Messumgebungen voraus (Länge gerader Luftleitungen und einheitliches Geschwindigkeitsprofil), die eingehalten werden müssen, um die vorgeschriebenen Toleranzen zu erreichen.
Sehr ausführlich werden die Grundsätze und Einflussparameter (hydraulischer Durchmesser, Strömungsstörungen, Luftdichte, Korrekturen für die Luftdichte, dynamischer Druck), mögliche Fehlerquellen und Messunsicherheiten beschrieben. Um systematische Fehler zu vermeiden, wird auf die unbedingte Notwendigkeit der Kalibrierung der Messgeräte hingewiesen. Bei den Zufallsfehlern bei den Messungen wird detailliert auf die Messunsicherheiten (Unsicherheit des Messgeräts, Standardunsicherheit des Verfahrens, Standardunsicherheit der Ablesung) eingegangen. Die angegebenen Standardunsicherheiten liegen zwischen etwa 4 und 10 %. Dies sollte bei der Darstellung der Messergebnisse immer berücksichtigt werden (vor allem bei digitalen Anzeigen mit mehr als einer Stelle nach dem Komma).
In Kapitel 7 der Norm werden die Anforderungen an die Messung und die Korrektur unterschiedlicher Messverfahren und die Mittelwertberechnung des Messsignals erläutert.
In den Abschnitten 9 bis 11 werden sehr detailliert Verfahren zur Messung von Luftströmen in Luftleitungen (ID-Verfahren), Verfahren für Zuluftdurchlässe (ST-Verfahren) und Verfahren für Abluftdurchlässe (ET-Verfahren) beschrieben.
Die Forderung im ID-Verfahren nach geraden Abschnitten vor und hinter der Messebene ist in der Praxis kaum realisierbar. Dies trifft auch bei Abnahmen und Einregulierungen einer RLT-Anlage bezüglich der notwendigen Messpunkte und -ebenen zu.
Der normative Anhang A beinhaltet Aspekte der Unsicherheiten (Berechnungsbeispiele, zusammengesetzte Unsicherheiten, Anwendungsbeispiele).

Warum diese Richtlinie, die unter englischer Regie erarbeitet wurde, notwendig ist, ist für den Autor unverständlich, zumal in der DIN EN 12599 die wesentlichen Punkte klar und eindeutig geklärt sind. Für den Verfasser ist die DIN EN 16211 ein weiteres Beispiel für die zurzeit bestehende, oft unnötige Normungsvielfalt, die Folgen der Nichtaktivität von Deutschland in der europäischen Normung und der kritiklosen Übernahme einer EN-Norm. Da helfen weder ein entsprechendes Vorwort noch Bemerkungen im Anwendungsbereich.

Prof. (em.) Dr.-Ing. Achim Trogisch, HTW Dresden, Fakultät Maschinenbau, LG TGA
30.10.2015
Alleine der Anwendungsbereich dieser Norm zeigt den Einsatzfall dieser Norm auf "Diese Norm setzt bestimmte Messumgebungen vorraus (Länge gerader Luftleitungen und einheitliche Geschwindigkeitsprofil), die eingehalten werden müssen,...".
Da wir diese Zustände in 99,99..% der möglichen Einsatzfälle nicht auf der Baustelle haben geht der mögliche Einsatzfall der 16211:2015-09 gegen null und ist somit so überflüssig wie ein Kropf der uns nur Zeit und Geld gekostet hat.
Wer bezahlt eigentlich die Erstellung solcher Normen, die einfach keinen Nährwert haben?
Wenn man einen Vergleich mit der DIN EN 12599 ziehen würde, wäre die DIN EN 16211 meiner Meinung nach ein klarer Fall von einem schlechtem Plagiat.
Viel Spaß bei der Einregulierung von Lüftungssystemen.

Detlef Malinowsky 03.11.2015
04.11.2015

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