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27. Juli 2015 Autor: Dr.-Ing. Manfred Stahl
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Grundlagen: Die wichtigsten Forderungen der F-Gase-Verordnung für die LüKK

Die seit Anfang 2015 gültige Neufassung der F-Gase-Verordnung (EU 517/2014) hat weitreichende Auswirkungen auf LüKK-Anlagen in Wohn- und Gewerbegebäuden und in der Industrie. Zu den von der Verordnung betroffenen F-Gasen gehören auch synthetische Kältemittel (HFC, HFKW) wie R134a, R404A, R407C, R410A und R507A, mit denen heute weit über 90 % aller Kälte- und Klimaanlagen sowie Wärmepumpen betrieben werden. Nicht von der Verordnung betroffen sind natürliche Kältemittel, wie Propan, Butan, Ammoniak und CO2, und recycelte Kältemittel. Insgesamt weist die Verordnung den Weg zum künftigen Ausstieg aus der Verwendung von Kältemitteln mit hohen Treibhauspotenzialen (Global Warming Potenzial = GWP-Werte in kg CO2 pro kg Kältemittel) zugunsten von Kältemitteln mit geringen GWP-Werten. Dadurch soll ein Beitrag zur Verringerung des Treibhauseffekts erreicht werden.
Nachfolgend finden Sie eine Zusammenfassung der für die LüKK wichtigsten Inhalte und Forderungen der F-Gase-Verordnung.

Punkt 1: Verknappung von synthetischen Kältemitteln

Die F-Gase-Verordnung enthält einen Fahrplan, nach dem bis 2030 in den EU-Staaten die zur Verfügung stehenden synthetischen Kältemittel um 79 % verringert werden sollen. Dieser Fahrplan wird Phase-down-Szenario genannt.

Auf Basis der HFC-Verbräuche in der EU von 2009 bis 2013 (Startwert) werden die gesamten, neu hergestellten HFC-Mengen, die in der EU in Verkehr gebracht werden dürfen, seit Anfang 2015 stufenweise wie folgt verringert:

Das Phase-Down-Szenario der F-Gase-Verordnung schreibt bis 2030 eine schrittweise Verringerung der CO2-Äquivalenten Emissionen auf 21 % vor. (Abb. M. Kauffeld)Das Phase-Down-Szenario der F-Gase-Verordnung schreibt bis 2030 eine schrittweise Verringerung der CO2-Äquivalenten Emissionen auf 21 % vor. (Abb. M. Kauffeld)
Ab 2017 müssen zudem alle Gerätehersteller und Importeure die HFC-Kältemittelmengen, die in ihren neuen Kälte-/Klimaanlagen, Klimageräten und Wärmepumpen enthalten sind, einer Meldestelle mitteilen.

Anmerkung

Der Phase-down in der Verordnung betrifft nicht die Menge an Kältemitteln (in t), sondern das sogenannte CO2-Äquivalent (CO2äq). Dies ist ein Wert, der sich ergibt, wenn man die Mengen der verschiedenen, für Geräte, Service und Wartung in Verkehr gebrachten Kältemittel mit dem jeweiligen GWP-Wert multipliziert. Einige dieser GWP-Werte für gängige Kältemittel stehen in nachfolgender Tabelle.

.Wenn zum Beispiel 10 t R410A in Verkehr gebracht werden, entspricht dies einem CO2-Äquivalent von 10.000 kg x 2.088 kg CO2 pro kg Kältemittel = 20.880.000 kg CO2 = 20,88 Mio. t CO2-Äquivalent
Wenn man diese Rechnung analog für alle weiteren von der Verordnung betroffenen Kältemittel vollzieht, ergibt sich zum Beispiel ein Wert von 100 Mio. t CO2-Äquivalent. Und dieser Wert wird als Startwert für den Phase-down der Kältemittel eingesetzt.
In Deutschland entsprach 2013 das CO2-Äquivalent nur der Kältemittel R134a (8,9 Mio. t) und R404A (3,9 Mio. t) einem Wert von 12,8 Mio. t CO2. In Europa liegt dieser Wert bei etwa 130 Mio. t CO2-Äquivalent pro Jahr. Dieser müsste also gemäß dem Phase-down (siehe Abbildung) im Jahr 2030 auf etwa 27 Mio. t CO2-Äquivalent zurückgehen.

Was folgt daraus?

Der Ansatz und die Konsequenzen des Phase-down sind in der Theorie ganz einfach. Nehmen wir an, die zuvor genannten 10 t R410A würden komplett durch das Kältemittel R32 (GWP-Wert 675) ersetzt werden. So ergibt sich für die 10 t R32 ein CO2-Äquivalent von 10.000 kg x 675 kg CO2 pro kg Kältemittel = 6,75 Mio. kg CO2-Äquivalent.
Damit hätte man allein durch diese Maßnahme rein rechnerisch bereits 20,88 – 6,75 = 14,13 Mio. t CO2-Äquivalent eingespart.
Noch höhere Einsparungen ergeben sich, wenn Kältemittel mit hohen GWP-Werten durch natürliche Kältemittel wie CO2, Propan, Butan und Ammoniak oder durch synthetische Low-GWP-Kältemittel (HFO1234yf, HFO1234ze, Mischungen damit) ersetzt werden. Diese Kältemittel haben alle GWP-Werte zwischen etwa 1 und 8.

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