Seite 1 2 3 next page last page
21. August 2017 Autor: Dr.-Ing. Manfred Stahl

Aus dem Inhalt

Bewertung empty starempty starempty starempty starempty star
Kommentare (0) frei für angemeldete Mitglieder

Wünsche an die Politik - Diese Themen sollten laut Gebäude-Allianz, VDI und B.KWK im Wahlkampf behandelt werden

Das Papier der Gebäude-Allianz

Im Vorfeld der Bundestagswahl fordert die Gebäude-Allianz, ein Zusammenschluss aus Mieterbund und mehr als 30 Umwelt-, Industrie- und Verbraucherschutzverbänden, den Ausbau des klimaneutralen Gebäudebestands bis 2050 deutlich zu beschleunigen. Die von der Politik ergriffenen Maßnahmen hätten bislang nicht ausgereicht, die notwendige Verdopplung der Sanierungsrate einzuleiten und das energetische Niveau von Neubauten ausreichend zu erhöhen. Bei der Umsetzung dieser Ziele müssen aber das Bauen und Wohnen weiterhin bezahlbar bleiben - sowohl bei Neubauten als auch bei Sanierungen im Gebäudebestand. Zudem müsse die kommende Bundesregierung auch dringend ein neues Gebäudeenergiegesetz (GEG) verabschieden. Trotz Drucks aus Brüssel und einer Vereinbarung im Koalitionsvertrag habe die Große Koalition das Gesetz nicht umgesetzt. Und dann geht es auch noch um eine bessere Qualifizierung von Handwerkern und Energieberatern.

Wunsch 1: Pariser Klimaschutzziele ernst nehmen und danach handeln

Der gebäuderelevante Teil des Klimaschutzplans 2050 und die Energieeffizienzstrategie Gebäude (ESG) müssen möglichst bald überarbeitet werden – und zwar mit konkreten Maßnahmenpaketen. Die Ziele der ESG müssen an die Pariser Vereinbarungen angepasst und so umgesetzt werden, dass eine Sozialverträglichkeit im Gebäudesektor gewährleistet wird. In der Konsequenz muss bis spätestens 2050 die Wärme- und Kälteversorgung durch Energieeinsparung, Energieeffizienz und die Nutzung regenerativer Energien nahezu vollständig dekarbonisiert werden. Das kann nur durch ambitionierte nationale Maßnahmen erreicht werden. Die Ziele für den Gebäude- und Wärmebereich wurden jedoch vor dem Pariser Abkommen zum weltweiten Klimaschutz formuliert, und nach dem derzeitigen Stand wird Deutschland nicht einmal diese sehr schwachen Ziele erreichen. Und das, obwohl die Regierung sich mehrfach auf europäischer und internationaler Ebene für den Klimaschutz stark gemacht hat. Die nächste Regierung muss deshalb schnell handeln, um den Worten auch Taten folgen zu lassen und die internationale Glaubwürdigkeit in Sachen Klimaschutz nicht zu verlieren.

Wunsch 2: Gebäudeenergiegesetz (GEG) sofort angemessen ausgestalten


Die Verabschiedung eines Gebäudeenergiegesetzes (GEG) als Zusammenführung der Energieeinsparverordnung (EnEV) und des Erneuerbare-Energien-Wärmegesetzes (EEWärmeG) zu Beginn der neuen Legislaturperiode muss Priorität haben, um der Gebäude-Energiewende einen verlässlichen und wegweisenden politischen Rahmen zu geben. Hierzu gehört auch die Festlegung des von der EU geforderten Nahenullnergie-Gebäudestandards. Durch diesen sollen alle Neubauten ab 2019/2021 den Anforderungen der Energie- und Klimaschutzziele 2050 gerecht werden. Dies ist bereits heute wirtschaftlich, vermeidet spätere, teure Nachrüstungen und begrenzt durch niedrige Energieverbräuche und Eigenerzeugung die Systemkosten der Energiewende.

Wunsch 3: Sozialverträglichen Klimaschutz sichern


Klimaschutz und bezahlbares Wohnen beziehungsweise ein klimaneutraler Gebäudebestand zu sozialverträglichen Bedingungen sind keine Widersprüche. Notwendig sind im Mietwohnungsbereich Rahmenbedingungen, die Eigentümer/Vermieter, Mieter und Staat angemessen an den Kosten und Erträgen sowie Erträgen und Vorteilen energetischer Sanierungen beteiligen (Drittelmodell). Bei Modernisierungsmaßnahmen im Wohnungsbestand ist eine Warmmietenneutralität anzustreben. Mietsteigerungen bei Transferleistungsbeziehern müssen mit einem Klimawohngeld und Modernisierungszuschlägen ausgeglichen werden. Die notwendige Schaffung von neuem Wohnraum muss mit den Erfordernissen des Klimaschutzes einhergehen.

Wunsch 4: Attraktives Investitionsklima schaffen und zielgenau beraten


Zum Erreichen der Energieeinsparziele im Gebäudebereich und einer Erhöhung der Sanierungsquote ist ein attraktives Investitionsklima mit klaren Anreizen nötig. Die Förderung der energetischen Gebäudesanierung muss daher weiterentwickelt und verstetigt werden. Sie muss die bestehenden Hemmnisse adressieren und sich verstärkt an nachweisbaren Ergebnissen über den Gebäudelebenszyklus orientieren. Die bereits vorhandenen Instrumente müssen besser verzahnt und nutzerfreundlicher ausgestaltet werden. So können sie gemeinsam mit einer qualitätsgesicherten, neutralen und individuellen Beratung ihr Aktivierungspotenzial ausschöpfen. Die energetische Modernisierung des Bestands ist zusätzlich durch die Einführung einer steuerlichen Förderung für energetische Modernisierungsmaßnahmen voranzutreiben - diese macht Hauseigentümern Lust auf sinnvolle Investitionen in Energieeffizienz und kann den Sanierungsstau endlich auflösen.

Wunsch 5: Gewerke qualifizieren und Qualität sichern


Um bei der Steigerung der Sanierungsrate eine qualitativ hochwertige Planung und Ausführung zu sichern, ist eine groß angelegte Qualifizierungsoffensive für exzellent ausgebildete Fachkräfte notwendig. Niedriginvestive Maßnahmen zur Steigerung der Transparenz von Energieverbräuchen sollten zudem Standard werden, um eine solide Datenbasis für kontinuierliche Beratung und Ergebniskontrollen zu haben. Dazu müssen in einem dynamischen Prozess Berufsbilder für Modernisierung und gewerkeübergreifende Kooperationen etabliert und bestehende Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten qualitativ weiterentwickelt werden. Ohne solche Maßnahmen können wir den hohen Standard bei Gebäudesanierungen bei gleichzeitiger Erhöhung der Sanierungsrate nicht beibehalten.

Das ausführliche Statement der Gebäude-Allianz lesen Sie hier.

© cci Dialog GmbH
Jede Art der Vervielfältigung, Verbreitung, öffentlichen Zugänglichmachung oder Bearbeitung, auch auszugsweise, ist nur mit gesonderter Genehmigung der cci Dialog GmbH gestattet.
 
Seite 1 2 3 next page last page
Artikelnummer: cci59110

Login

Passwort vergessen


Tel.: +49(0)721/565 14-88

Ihr Ansprechpartner

ms.jpg






Dr.-Ing. Manfred Stahl
Herausgeber cci Zeitung
Zahlen - Daten - Fakten
für die LüKK interpretiert

Fon +49(0)721/565 14-31
mail_grau_manfred_stahl

Was sagt mir die Ampel?

ampel_gruen_klein

Sie haben Zugriff auf den gesamten Inhalt des Artikels
ampel_gelb_klein

Sie haben Zugriff auf Teile des Artikels
ampel_rot_klein

Sie haben aktuell keinen Zugriff auf den Artikel

Angemeldete Benutzer sehen mehr „Grün“ als Gäste.
Und nur ein angemeldeter Benutzer kann gesperrte Artikel durch Kauf öffnen.
Mehr dazu …

Ratgeberreihe

cci Buch VDE Lüftung Klima

 

Mitglied werden - Mitreden

Forum NetzwerkSpectral-Design - Fotolia.com

 

Als Mitglied von
cci Wissensportal können Sie nicht nur Fragen und Antworten einsehen, sondern auch mitmachen.
Registrieren Sie sich gleich!