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17. März 2011 Autor: Stefan Maier
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Grundlagen: Brandschutz in IT-Bereichen

Beim Brandschutz in IT-Bereichen muss unterschieden werden zwischen innerer und äußerer Brandbedrohung, also zwischen der Möglichkeit eines Brands innerhalb des IT-Bereichs und eines Brands in der Umgebung, der auf den IT-Bereich überschlagen kann.

Der Beitrag wurde im März 2017 auf Aktualität überprüft.

Äußere Brandbedrohung

Zwiebelkonzept: Ein gut dimensionierter Gang, zu beiden Seiten in F90 ausgeführt, schützt umlaufend um den Hochverfügbarkeitsbereich dessen Innenleben. Der Gang wird durch Brandmelder überwacht. Alarme werden unmittelbar an eine ständig besetzte Stelle weitergeleitet. Eine Brandentstehung und ein Überschlag auf das Rechenzentrum ist dadurch nahezu ausgeschlossen. Zwiebelkonzept: Ein gut dimensionierter Gang, zu beiden Seiten in F90 ausgeführt, schützt umlaufend um den Hochverfügbarkeitsbereich dessen Innenleben. Der Gang wird durch Brandmelder überwacht. Alarme werden unmittelbar an eine ständig besetzte Stelle weitergeleitet. Eine Brandentstehung und ein Überschlag auf das Rechenzentrum ist dadurch nahezu ausgeschlossen.
Gerade in mittelständischen Unternehmen kann der IT-Bereich nicht separat untergebracht werden, sondern muss in dem bestehenden Verwaltungs- oder Produktionsgebäude integriert werden. Dabei findet der Brandschutz vor äußeren Gefahren in vielen Fällen zu wenig Beachtung. So werden in unmittelbarer Nähe des IT-Bereichs Brandlasten gelagert und gleichzeitig auf Branderkennungs- und Bekämpfungsmaßnahmen verzichtet. Daher sollte auf zwei Faktoren geachtet werden:

  • Das IT- Umfeld so weit wie möglich von Brandlasten befreien.
  • Die Wände, die Decke und der Boden des IT-Bereichs sollten gemäß dem Gefahrenpotenzial errichtet werden und vor Brand- und Temperaturüberschlag mit seinen Folgen (Wasser und Rauchgase) geschützt werden. Als niedrigstes Schutzniveau sind die Mindestanforderungen der Landesbauordnung zwingend einzuhalten. Ein IT-Bereich mit dem dazugehörenden technischen Betriebsraum muss mindestens in F90 nach DIN 4102 "Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen" abgesichert sein. Damit wird verhindert, dass über einen Zeitraum von 90 Minuten ein Brandüberschlag stattfinden kann. Die IT ist damit allerdings nicht ausreichend geschützt. Ein Bauelement, das nach DIN 4102 geprüft ist, lässt auf der brandabgekehrten Seite einen Temperaturanstieg von 140 bis 180 °C zu. Die IT-Hardware ist jedoch bereits ab 70 °C zerstört.

Optimalerweise wird der IT-Bereich durch angrenzende Räumlichkeiten geschützt und von den Brandlasten des übrigen Gebäudes getrennt. In diesem Fall spricht man von einem Zwiebelkonzept, da der eigentliche Hochverfügbarkeitsbereich, wie das Innere einer Zwiebel, durch die äußeren Bereiche geschützt wird.

Sicherheitszellen
Bei der Sicherung des IT-Bereichs vor Brand sind die Grenzwerte in Bezug auf Temperatur (70 °C) und Luftfeuchte (85 % rel. Feuchte) zu beachten. Diese sind festgelegt in der DIN EN 1047 Teil 2 "Wertbehältnisse - Klassifizierung und Methoden zur Prüfung des Widerstands gegen Brand - Datensicherungsräume und Datensicherungscontainer". Da diese Grenzwerte in der Regel durch bauliche Maßnahmen nicht eingehalten werden, bietet sich ein durch den ECB-S zertifiziertes Raumsystem nach DIN EN 1047 Teil 2 an. ECB-S ist die „Marke“ der European Security Systems Association (ESSA) als akkreditierte Zertifizierungsstelle nach EN 45011 für Sicherheitsprodukte. Auch wenn im Umfeld des IT-Bereichs die Brandlasten nicht entfernt werden können, ist der Einsatz einer solchen Sicherheitszelle zu empfehlen.

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Artikelnummer: cci3657

Kommentare (1):

Bei Ausfall des IT – Systems sollte man sich über die Höhe der anfallenden Folgekosten klar sein, da heute bei fast allen Betrieben / Unternehmen die einfachsten Abläufe von der Funktion des IT- Bereich abhängig sind. Die hohen Folgekosten sind ein gutes Argument für die Berücksichtigung von Mitteln für den vorbeugenden Brandschutz. Maka
Rolf Grupp 29.06.2011

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