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25. Januar 2012 Autor: Axel-Volkmar Jäger

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Grundlagen: Optimale Raumtemperaturen liegen zwischen 20 und 26 °C

Der vorliegende Text wurde zuletzt im Januar 2017 von Dr.-Ing. Manfred Stahl auf Aktualität überprüft.

Für eine bestmögliche Behaglichkeit von Personen sollte die Raumtemperatur im Winter bei 22 °C +/- 2 K und im Sommer bei 24 °C +/- 2 K liegen bei einer Raumluftfeuchte zwischen 30 und 60 %.

Von der Raumtemperatur zur Raumlufttemperatur

Wenn man darüber diskutiert, ab welchen Werten Raumtemperaturen von Menschen als zu hoch oder zu niedrig empfunden werden, muss zuerst festgelegt werden, was unter "Raumtemperatur" genau verstanden wird. Das Landgericht Bielefeld spricht in seinem als 26°C-Urteil bekannt gewordenen Richterspruch nur lapidar von "Raumtemperatur". Es gibt aber die Raumlufttemperatur, die empfundene (operative) Temperatur oder die Temperaturen der Umschließungsflächen. In diesem Text wird unter Raumtemperatur die operative Temperatur verstanden, die den Mittelwert der Raumlufttemperatur und der mittleren Temperaturen der Raumumschließungsflächen (Decken, Böden, Wände) darstellt.

Heizen ist Pflicht – und Klima die Kür?

Da in mitteleuropäischen Breiten der Betriebszustand „Heizen im Winter“ nicht zur Diskussion steht – hier gibt es in diversen Verordnungen, Normen und Richtlinien klare Vorgaben zu Mindesttemperaturen in Gebäuden und Räumen, wollen wir uns nachfolgend dem Zustand „Sommer“ widmen. Wesentliche Regelwerke, in denen für (Büro)Arbeitsräume im Sommer zuträgliche maximale Raumtemperaturen aufgeführt bzw. empfohlen werden, sind die DIN EN 13779 „Lüftung von Nichtwohngebäuden“, die DIN 4108 "Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden", die Energieeinsparverordnung EnEV  und die Arbeitsstättenrichtlinie "Raumtemperatur" (ASR 3.5). Allerdings findet man in keinem dieser Werke einen klar definierten Temperatur-Grenzwert, der im Sommer in Büros nicht überschritten werden darf.

Empfohlen wird eine maximale Raumtemperatur von 26 °C (in der DIN 13779: 25 °C) bei einer Außentemperatur von 32 °C. Jegliche raumluft- und klimatechnischen Anlagen für Komfortzonen in Büro- und Verwaltungsgebäuden – dazu gehören Nur-Luft-Anlagen (RLT-Zentrale zur Filterung, Aufbereitung und Temperierung der Zuluft und deren Verteilung über ein Luftkanalsystem in die Räume), Umluft-Raumklimageräte, dezentrale Lüftungs- und Klimageräte, Induktions- und Ventilatorkonvektoranlagen, Kühldecken, Systeme der Betonkerntemperierung und weitere – sollen eine zentrale Aufgabe erfüllen: Nämlich im Raum dauerhaft Zustände erzeugen (Temperatur, Feuchte, gute Lufthygiene und gute empfundene Luftqualität), die die Gesundheit fördern, bei denen sich der Mensch wohl fühlt und optimale thermische Bedingungen vorfindet, um seine Tätigkeit und Aufgabe bestmöglich ausüben zu können. Bei einer büroartigen Tätigkeit mit einer konzentrierten geistigen Leistung bewegt sich das Optimum der Temperaturen, in dem der Mensch sein volles Leistungspotenzial ausschöpfen kann, in engen Grenzen. In vielen Studien haben Arbeitswissenschaftler, Ergonomen und Ärzte aufgezeigt, dass besonders durch (zu) hohe Temperaturen und Luftfeuchten, verbrauchte und stickige Luft (zu hoher CO2-Anteil, Geruchsstoffe, VOCs), Lärm und weitere Faktoren die Kreativität und Arbeitsleistung deutlich sinkt. Im Hinblick auf die Raumlufttemperatur und relative Raumluftfeuchte gibt es den in Abbildung 1 gezeigten Zusammenhang für ein möglichst behagliches Arbeitsumfeld bei Büro- und vergleichbaren Tätigkeiten. Wie stark bei Raumbedingungen außerhalb dieses Behaglichkeitsbereichs, besonders bei zu hohen Temperaturen, die Leistungsfähigkeit des Menschen abnimmt, zeigt Abbildung 2.

Abbildung 1: Der Behaglichkeitsbereich in Abhängigkeit von der Lufttemperatur und der relativen Luftfeuchte, gültig für Büroarbeitsplätze (Abb. FGK)Abbildung 1: Der Behaglichkeitsbereich in Abhängigkeit von der Lufttemperatur und der relativen Luftfeuchte, gültig für Büroarbeitsplätze (Abb. FGK)

Abbildung 2: Mit steigender Raumtemperatur sinkt die Leistungsfähigkeit deutlich. (Abb. FGK)Abbildung 2: Mit steigender Raumtemperatur sinkt die Leistungsfähigkeit deutlich. (Abb. FGK)

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Artikelnummer: cci11744

Kommentare (1):

Vielen Dank für diesen ausführlichen und kompetenten Aufsatz!
Georg Tale-Yazdi 26.01.2012

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