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16. Juli 2013 Autor: Bert Barkhausen

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Schutzmaßnahmen für hochgelegene Arbeitsplätze am Beispiel von Flachdächern

Mit Dacharbeiten, zum Beispiel bei der Montage und Wartung von TGA-Anlagen, ist ein relativ hohes Risikopotenzial verbunden. So besteht beispielsweise die Gefahr, aus großer Höhe durch temporäre Dachöffnungen, über Randbereiche sowie durch filigrane Tageslichtelemente zu stürzen, sofern diese Bereiche nicht ausreichend gesichert sind. Daher sind geeignete Schutzmaßnahmen sowohl während der Bauphase als auch bei der späteren Nutzung zu treffen.

 

Schlecht gesicherte Verkehrswege sind nach der Baustellenverordnung nicht zugelassen.Schlecht gesicherte Verkehrswege sind nach der Baustellenverordnung nicht zugelassen.


Auch wenn die Zahl der Arbeitsunfälle nach Angaben der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) rückläufig ist, verunglückten im Jahr 2011 insgesamt 116.689 Beschäftigte auf deutschen Baustellen, davon 99 tödlich. Auswertungen zeigen, dass Gefahren vor allem in großer Höhe lauern. Nicht absturzgesicherte Dachöffnungen, -ränder, -zugänge oder in die Dachfläche integrierte Tageslichtelemente sind jedoch vermeidbare Unfallschwerpunkte. Dies stellt individuelle Anforderungen an die Schutzmaßnahmen – sowohl während der Bauphase als auch nach der Fertigstellung. Gerade für spätere Arbeiten an und auf Dächern müssen die sichere Erreichbarkeit und die Betretbarkeit von Arbeitsplätzen gewährleistet und ungefährliche Verkehrswege vorhanden sein.

Auf die Bausituation, Gebäudespezifika und deren Nutzung abgestimmte sowie möglichst kollektive Sicherungsmaßnahmen (dazu mehr auf Seite 4) zur Sicherung der Beschäftigten bieten einen effektiven Schutz vor Unfällen und sind eine wichtige Voraussetzung für sichere Dacharbeiten. Ein detaillierter Sicherheits- und Gesundheitsschutzplan bildet dabei die Basis für eine umfassende Baustellensicherheit.

Geplante Baustellensicherheit: der SiGePlan

Etabliertes Regelwerk zur Baustellensicherung ist die „Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz auf Baustellen“ (Baustellenverordnung, kurz BaustellV) von 2004. Sie beruht auf § 19 des Arbeitsschutzgesetzes von 1996 und definiert Ziele und Begriffe für die sicherheitstechnischen Anforderungen auf Baustellen. Hauptziel dieser Verordnung ist es, die Sicherheit und den Gesundheitsschutz aller Beschäftigten auf Baustellen zu verbessern. Darüber hinaus werden mit der zu erstellenden „Unterlage für spätere Arbeiten“ (vgl. § 3 Abs. 2 Pkt.3 BaustellV) bereits in der Planungsphase die sicherheitsrelevanten Erfordernisse bei Wartungs- oder Reparaturarbeiten berücksichtigt und entsprechende Maßnahmen gefordert. Die Verordnung nimmt den Bauherrn ausdrücklich in die Pflicht (vgl. Vorwort zur DIN 4426 „Sicherheitstechnische Anforderungen an Arbeitsplätze und Verkehrswege“). Ein hoher Planungs- und Koordinierungsaufwand zwischen allen auf der Baustelle arbeitenden Gewerken sowie die Umsetzung und Einhaltung aller Sicherheitsvorschriften und -maßnahmen erfordern Fachkenntnisse und stellen eine große Verantwortung dar. Daher hat der Bauherr die Möglichkeit, diese Pflichten an einen geeigneten und fachlich ausgebildeten Sicherheits- und Gesundheitskoordinator, kurz „SiGeKo“ zu übertragen (vgl. VO BGBL 2004: § 3). Der Bauherr wird damit jedoch nicht von seiner Gesamtverantwortung entbunden.

Der SiGeKo (vgl. RAB 30) wurde zur Unterstützung des Bauherrn im Rahmen der Baustellenverordnung eingeführt. Seine Aufgabe besteht darin, die arbeitsschutzrechtlichen Verpflichtungen, die sich aus den Baustellenvorgaben ergeben, zu erfüllen (Koeble 2012: 288). Zu seinen Pflichten zählen unter anderem die Übermittlung der Vorankündigung, die Erstellung und Fortschreibung von Sicherheits- und Gesundheitsschutzplänen (SiGePlan nach RAB § 31) sowie die Beratung des Bauherrn und der am Bau beteiligten Unternehmen. Eines der Hauptinstrumente zur Koordination der Baustellenarbeiten ist der SiGePlan. Er beinhaltet eine ausführliche Analyse der einzelnen Tätigkeiten der unterschiedlichsten Gewerke sowie mögliche Gefährdungen und definiert entsprechende Schutzmaßnahmen.
 

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Artikelnummer: cci23649
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Die Hersteller von Tageslicht- und RWA-Lösungen (RWA = Rauch-Wärme-Abzug) – wie die Jet-Gruppe – geben individuell auf ein Bauvorhaben zugeschnittene Unterstützung bei der Planung und Umsetzung des Sicherheitskonzepts. Dieses umfasst unter anderem die permanente und kollektive Sicherung von Deckenöffnungen für Tageslichtelemente sowie für das temporäre Arbeiten an geöffneten RWA-Elementen mit Durchsturzgittern. Auch nach DIN EN 795 zugelassene Einzelanschlagpunkte für Lichtkuppeln und Lichtbänder können einen Beitrag zur persönlichen Absicherung leisten. Speziell für Arbeiten an geöffneten RWA-Elementen ohne bauseitige Schutzmaßnahmen hat die Jet-Gruppe das „Jet-Safety-Set“ entwickelt. Es umfasst eine mobile, BG-geprüfte Anschlageinrichtung für PSAgA und kann je nach Bedarf über dem Öffnungselement platziert werden. Bedarfsgerechte Lösungen für Tageslichtelemente leisten somit einen wichtigen Beitrag zu Verkehrssicherheit auf Dächern und entsprechen den arbeits- und gesundheitsrechtlichen Vorgaben.
Dipl.-Ing. Bert Barkhausen, Produktmanager, Jet-Gruppe, Hüllhorst. 16.07.2013

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