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20. März 2017 Autor: Rolf Grupp (Bearbeiter)

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Feuchte Raumluft, automatisierte Fensterlüftung und mehr

"Am besten heizt man die komplette Wohnung kontinuierlich und gleichmäßig auf eine Temperatur von etwa 21 °C. So wird vermieden, dass die warme, feuchte Luft in kühlere Räume wandert, und stattdessen dafür gesorgt, dass die Wärme in den Wänden richtig gespeichert wird."

Nicht jeder wird mit dieser Aussage glücklich sein. Die Redaktion bittet um Kommentare.

Kondenswasser am Fenster kann ein Anzeichen für zu hohe Raumluftfeuchtigkeit sein. (Abb. Velux)Kondenswasser am Fenster kann ein Anzeichen für zu hohe Raumluftfeuchtigkeit sein. (Abb. Velux) Wer tagsüber die Heizung ausschaltet oder die Raumluft auf weniger als 15 °C herunterregelt, findet am Abend eine ausgekühlte Wohnung vor. Wird dann die Heizung wieder aufgedreht, erwärmt sie zunächst nur die Raumluft, aber nicht die Wände und Fenster. Diese bleiben kühl und bringen die im Raum befindliche Luftfeuchtigkeit zum Kondensieren – eine ideale Bedingung für Schimmelbildung.

Zudem sollten Nutzer die Fenster in der kalten Jahreszeit drei- bis fünf Mal am Tag für etwa fünf bis 15 Minuten öffnen und im Optimalfall für Durchzug sorgen. Dadurch wird die beispielsweise beim Kochen, Duschen oder auch durchs Atmen an die Raumluft abgegebene Feuchtigkeit direkt nach draußen befördert und durch Außenluft ersetzt. Es liegt auf der Hand, dass dies beispielweise für Berufstätige kaum realisierbar ist.

Deutsche unterschätzen Auswirkungen mangelnder Lüftung


Bei der Frage nach den Folgen mangelnden Lüftens im Winter sind die Deutschen geteilter Meinung: 62 % sehen das Hauptproblem in zu trockener Luft, 28 % in zu feuchter Luft. Dies ergab eine im Dezember 2016 im Auftrag des Dachfensterherstellers Velux durch das Marktforschungsinstitut Kantar Emnid realisierte Studie. Während trockene Luft zu Beeinträchtigungen von Wohlbefinden und Gesundheit führen kann, kann die Feuchtigkeit in der Luft zu Schäden an der Gebäudesubstanz führen. Feuchtigkeit in Räumen entsteht beispielsweise durch Schwitzen, Kochen, Duschen oder Wäschetrocknen.

Jeder Erwachsene produziert durchschnittlich bis vier Liter Wasser pro Tag, die an die Luft abgegeben werden. Wird diese Feuchtigkeit durch Lüften nicht abtransportiert, schlägt sie sich an kalten Stellen, wie etwa Außenwänden, nieder. Hier steigt in der Folge das Risiko von Schimmelbildung. Dass diese Problematik nicht zu unterschätzen ist, zeigt ein weiteres Ergebnis der Studie: 16 % der Befragten hatten in den letzten zwei Jahren ein Problem mit Schimmelbildung in ihrem Zuhause. 27 % der Befragten haben gelegentlich Probleme mit Tau- oder Kondenswasser an ihren Fenstern.

Doch nicht nur die Feuchtigkeit ist ein Problem: Bei mangelnder Lüftung kann es durch Atmung und Ausdünstungen von Möbeln, Reinigungsmitteln und Zigaretten zu einer hohen Konzentration von CO2 und flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) im Gebäude kommen. Dann drohen Kopfschmerzen, Müdigkeit, Infektanfälligkeit oder Allergien und Augenreizungen .

Früher erfolgte durch undichte Fugen oder Ritzen auch bei geschlossenen Fenstern ein gewisser Luftaustausch. Bei Neubauten und Modernisierungen ist dies heute meist nicht mehr der Fall, da Bauherren zur Vermeidung von Wärmeverlusten die Dämmung und damit auch die Dichtheit des Gebäudes optimieren.

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Artikelnummer: cci53754
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Kommentare (2):

Es ist für mich absolut unverständlich, dass hier im Forum der LÜKK die Lobbyarbeit der Fensterindustrie unterstützt wird.
Gerade die Fensterhersteller und in der Folge dann auch die Architekten versuchen von je her, die mechanischen Lüftungsanlagen ad absurdum zu reden.
Selbst wenn die Fenster intelligent öffnen und schließen, ist die Maßnahme irgentwie schizophren.
Erst soll der Bauherr Geld ausgeben, damit sein Haus hoch wärmegedämmt und möglichst dicht ist, dann soll er noch mal Geld in die Hand nehmen, um dichte Öffnungen in der Gebaudehülle zu öffnen!
Wo bleibt hier die Energieeffizienz ?
Ausserdem: Das Öffnen der Fenster bringt nur dann einen Luftwechsel, wenn Aussen ein gewisser Winddruck (Windgeschwindigkeit) vorhanden ist.
Und selbst dann ist nicht gewährleistet, dass die Luft definiert und kontrolliert dort strömt, wo es erforderlich ist.
Also: Zu diesem Thema ist noch jede Menge Aufklärungsarbeit notwendig, leider nicht nur bei Verbrauchern.

Helmut Gosert
Anlagenbau Brisch Klima und Lufttechnik
Helmut Gosert 17.02.2017
Klare Aussage schon im ersten Absatz; von mir schon seit vielen Jahren praktiziert und dem Umfeld versucht zu vermitteln:
- max. 3 Grd. C. Temperaturdifferenz zwischen Tag und Nacht
- nicht unter 19 Grd. C.
- mehrere Male kurz lüften
Die Aussage des Herrn Gosert kann ich nicht nachvollziehen - dies ist eine technisches Forum und über die Klimatechnik wird gefühlt zu 90 % diskutiert; Alternativen sollten also nicht fehlen.
Automatisierte Fenster könnten eine Lösung für Leute sein, die diese Thematik nicht verstehen - jedoch: Einbruchschutz ?

Reinald Helmut Völlink
WDR Köln, Gebäudebetrieb
Reinald Völlink 20.02.2017

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