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13. Juni 2012 Autor: Christian Bremer

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  • Grundlagen: Luftbefeuchtungssysteme
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Grundlagen: Luftbefeuchtungssysteme

Einerseits ist bei der Gebäudeklimatisierung die Luftbefeuchtung nicht wegzudenken, anderseits gilt es, grundlegende hygienische Zusammenhänge zu beachten. Regelwerke wie die VDI 6022 geben wertvolle Hinweise zu Konstruktion, Planung, Herstellung und Anlagenbetrieb. Der Beitrag soll die Voraussetzungen für hygienische Befeuchtungstechnik beleuchten und die wesentlichen Planungskriterien verdeutlichen.

In klimatisierten Gebäude weichen die Raumluftzustände meist von den Außenluftzuständen ab. Das ganze Jahr über herrschen Raumtemperaturen, die innerhalb einer geringen Bandbreite schwanken. Die erforderlichen Außenluftmengen werden über raumlufttechnische Anlagen in die Gebäude gebracht und dort je nach Außenluftzustand und Raumanforderungen entsprechend aufbereitet.


Behaglichkeit und Gesundheitsschutz

Personen, die trockener Raumluft ausgesetzt sind, leiden häufig unter der Austrocknung der Atemwegsschleimhäute. Die Flimmerhärchen der Schleimhäute, die für eine optimale Funktion genügend Feuchtigkeit benötigen, transportieren dann Staub und Keime nicht mehr aus den Atemwegen ab. Es kann zu Atemwegserkrankungen, wie Husten, Schnupfen, Bronchitis und Nebenhöhlenentzündungen, kommen. Bereits vor dem Auftreten von Erkrankungen führt zu trockene Raumluft oft zu Sekundärerscheinungen, wie unbehagliches Empfinden des Raumklimas, verminderte Leistungsfähigkeit, Abgeschlagenheit, Augenbrennen oder Kratzen im Hals. Eine zu geringe Luftfeuchtigkeit fällt meist nur durch diese Sekundärerscheinungen auf.

Optimale Luftzustandswerte für Behaglichkeit und Gesundheitsschutz liegen im Temperaturbereich von 21 bis 22 °C und bei relativen Luftfeuchten zwischen 40 und 60 %. Während der kalten Jahreszeit kann die Luftfeuchtigkeit in Innenräumen durch Beheizung der Außenluft unter 30 % r. F. absinken. Eine angemessene Luftbefeuchtung während der Heizperiode führt deshalb zu behaglicher Raumluftqualität und dient dem Gesundheitsschutz.

Das Scofield/Sterling-Diagramm zeigt Wechselwirkungen bei unterschiedlichen Raumluftfeuchten. Im optimalen Bereich zwischen 40 u. 60 % relativer Feuchte ist die Gefährdung durch Mikroorganismen und das Auftreten spezifischer Krankheitssymptome minimal.  Das Scofield/Sterling-Diagramm zeigt Wechselwirkungen bei unterschiedlichen Raumluftfeuchten. Im optimalen Bereich zwischen 40 und 60 % relativer Feuchte ist die Gefährdung durch Mikroorganismen und das Auftreten spezifischer Krankheitssymptome minimal.
Bei unterschiedlichen Temperatur- und Feuchtewerten können Raumnutzer die gleiche Behaglichkeit empfinden:
20 °C Raumtemperatur bei 50 % relativer Feuchte
22 °C Raumtemperatur bei 45 % relativer Feuchte
24 °C Raumtemperatur bei 40 % relativer Feuchte

Außer dem erwähnten Winterfall mit zu trockener Atemluft wird Luftbefeuchtung zum Erhalt von Kunstgütern beispielsweise in Museen und Kirchen eingesetzt: Skulpturen und Gegenstände aus Holz geben ihre Materialfeuchte an die Umgebung ab und bekommen Risse. Ähnlich ist es bei Papier, Leder und anderen hygroskopischen Materialien. In der papier- und folienverarbeitenden Industrie ist Luftbefeuchtung notwendig, damit sich das Material aufgrund der hohen Bandgeschwindigkeiten nicht elektrostatisch aufladen kann. Elektrische Entladungen mit Funkenüberschlag können Materialschäden und Produktionsstopps verursachen.

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Artikelnummer: cci14263
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Kommentare (2):

Bei der adiabaten Befeuchtung wird öfters als Vorteil gegenüber der Elektrodampfbefeuchtung der geringere Energiebedarf genannt oder einem erzählt.
Dies ist falsch. Der Energiebedarf ist letztendlich der gleiche, da bei adiabater Befeuchtung nachgeheizt werden muss, um die Behaglichkeit, besonders in den Wintermonaten, zu sichern. Um x kg Wasser zu verdunsten, benötigt man y kWh, egal ob ich die Energie über die erforderliche Nachheizung einbringen muss oder als Elektroenergie zur Dampferzeugung aufbringen muss. Beachtet man nun noch die Hygiene, so hat eine Dampfbefeuchtung wesentliche Vorteile.
Gustl Schönfelder 14.06.2012
Grundsätzlich spricht man bei Befeuchtung heute nur mehr von HD-Befeuchtung und Dampfbefeuchtern, und der Luftwäscher als bestes universales Bauteil hat die Aufmerksamkeit verloren. Wir haben die Renaissance des Luftwäschers durch dauerhafte Hygiene geschafft.
Bei der adiabaten Befeuchtung wird auch immer erwähnt, man spare Wasser, da man ja kein Umlaufwasser mehr abschlämmen muss. Man verschweigt aber, dass die RO mehr Wasser für die Regeneration braucht, als für die Abschlämmung in den Gully fließen.
Der Luftwäscher ist nach Stauber auch ein Filter der Klasse EU9, nur haben die Luftwäscher wasseraufbereiter es nie geschafft, die Hygiene dauerhaft sicherzustellen.
Wir haben es geschafft, ein System zu entwickeln, das dauerhaft Trinkwasserqualität <100 KBE sicherstellt. Über 30 Anlagen laufen seit 5 Jahren und werden nur einmal im Jahr gewartet. Siehe dazu www.luftwäsche.com.
Peter Koch 15.06.2012

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