10. Juli 2018 Autor: Rolf Grupp (Bearbeiter)

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  • Fakten zur Museumsklimatisierung
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Fakten zur Museumsklimatisierung

Die Besonderheit der Museumsklimatisierung machen zwei Dinge aus: Das Zusammenspiel von Architektur und Klimatechnik und der (oftmals zu) hohe Energieaufwand. Die hohen Anforderungen an die Konstanz der Raumkonditionen können allein durch Klimatechnik kaum erfüllt werden. Voraussetzung ist ein Bauwerk mit ausreichendem Speichervermögen, das die Ausstellungsbereiche möglichst gut von außenklimatischen Einflüssen abschirmt.   

Lufttemperatur und Luftfeuchte

Die in einem Museum geforderten Parameter Lufttemperatur und Luftfeuchte richten sich nach den ausgestellten Objekten, aber auch nach den Anforderungen von Leihgebern, und werden von den Konservatoren vorgegeben. Internationaler Standard sind 20 °C / 50 % r.F. Von diesen Standardwerten kann abgewichen werden. Wichtiger als die Absolutwerte ist die relative Konstanz der Raumkonditionen. Häufige und schnelle Schwankungen von Temperatur und Feuchte müssen vermieden werden. Jahreszeitliches und langsames Gleiten der Werte in gewissen Grenzen sind dagegen kein Problem.

Quellluftsysteme
Heutiger Standard sind Quellluftsysteme, die die aufbereitete Zuluft turbulenzarm entlang der Wände und Ausstellungsflächen einbringen. Sie schirmen die Exponate einerseits von den Besuchereinflüssen ab, anderseits ermöglichen sie auch, zugfrei relativ große Luftwechselraten zu realisieren. Der Luftwechsel ist erforderlich, um schnelle Temperatur-/ Feuchteänderungen durch Besuchergruppen zu vermeiden.

Energieaufwand
Der Energieaufwand wird durch die thermodynamischen Prozesse Heizen, Kühlen, Befeuchten und Entfeuchten sowie durch die umgewälzten Luftmengen bestimmt. Die thermodynamischen Prozesse gilt es bestmöglich und kostenoptimiert zu kombinieren. Wärmerückgewinnung, Abwärmenutzung und freie Kühlung spielen dabei eine entscheidende Rolle. Hinzu kommt eine bedarfsgerechte Regelung der Luftmengen. Außerhalb der Öffnungszeiten kann zum Beispiel der Luftwechsel häufig reduziert werden.

Heizung
Der Wärmebedarf ist in Museen unterschiedlicher Art. Zwar benötigen die meisten Exponate nur eine geringe Temperatur, der Publikumsverkehr fordert jedoch einen Mindestanteil an Behaglichkeit. Eine dauerhafte Vollbeheizung der Räume zwischen den Monaten September bis April, ist nicht sinnvoll. Die warme Raumluft kann zwar viel Feuchtigkeit aufnehmen, kühlt diese jedoch in den Nachtzeiten ab, fällt die Feuchtigkeit aus und schlägt sich auf kalten Flächen der Exponate nieder. Zudem erzeugen Warmluftheizungen in der Regel Staubverwirbelungen, die mögliche Schäden am Exponat verursachen. Aber der Heizbedarf für den Besucherbereich der Museen mit Raumhöhen ab 4 m lässt sich gut mit Infrarotheizsystemen erfüllen, so zum Beispiel im Deutschen Museum in München. Ein weiterer Vorteil der Infrarottechheizung: Die Raumluft unterliegt weniger hohen Temperaturschwankungen. Beispiel: Ein Museum möchte eine Empfindungstemperatur von 18 °C sicherstellen. Luftgeführte Heizungen müssen die Luft tatsächlich auf mindestens 18 °C erwärmen. Dagegen erreichen Infrarotstrahler beim Menschen die gleiche Behaglichkeit schon bei einer tatsächlichen Lufttemperatur von ca. 15 °C. Das heißt, die Temperaturdifferenz von nicht beheizt (Nacht oder Schließungstage) zu beheizt (Öffnungszeiten) ist deutlich kleiner. Exponate werden durch das kleinere delta T weniger „gestresst“. Die relative Feuchte der Luft bleibt annähernd im gleichen Maß.
Positiv für den Betreiber sind damit auch die günstigeren Heizkostenkosten. Darüber hinaus können Museen auf lange Aufwärmzeiten verzichten, da eine Strahlungsheizung quasi unmittelbar nach dem Einschalten ihre Wärme bereitstellt.

Quellen
Engie Deutschland GmbH und Schwank GmbH

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