Wird die F-Gase-Verordnung noch schärfer als befürchtet?

Auf der Chillventa zeigte Haier am Beispiel Raumklimageräte einen Weg zum Ausstieg aus F-Gasen zum natürlichen Kältemittel Propan. (Abb. © cci Dialog GmbH)
Auf der Chillventa zeigte Haier am Beispiel Raumklimageräte einen Weg zum Ausstieg aus F-Gasen zum natürlichen Kältemittel Propan. (Abb. © cci Dialog GmbH)

Seit Veröffentlichung des Entwurfs zur neuen F-Gase-Verordnung im April 2022 opponieren LüKK-Organisationen und -Verbände heftig gegen viele darin vorgesehene Verschärfungen. Nun kommt der Umweltausschuss des EU-Parlaments und fordert für einen rascheren Ausstieg aus F-Gasen zur Neufassung der Verordnung nochmals deutlich strengere Maßnahmen.

Wie das britische Portal Cooling Post berichtet, fordert Bas Eickhout, Berichterstatter des (grünen) EU-Ausschusses für Umweltfragen, Volksgesundheit und Lebensmittelsicherheit (ENVI), mit 113 Änderungsvorschlägen erhebliche Verschärfungen zur künftigen F-Gase-Verordnung, die deutlich über den seit April vorliegenden Entwurf hinausgehen. Dabei geht es zum Beispiel um ein komplettes Verbot von F-Gasen in kleineren Split-Klimageräten und -Wärmepumpen. Ab 2027 soll die Verwendung von F-Gasen mit GWP-Werten unter 750 auf Anlagen von 12 bis 200 kW beschränkt werden. Gleichzeitig sollen F-Gase in Split-Systemen mit Leistungen über 200 kW gänzlich verboten werden. Hinzu kommt ein Vorschlag zu einem zeitlich nochmals beschleunigten Ausstieg aus F-Gasen („Phase-down“). Eickhout begründet diese Vorschläge damit, dass der bisherige Verordnungsentwurf der EU-Kommission zum Ausstieg aus F-Gasen bis 2050 nicht mit dem europäischen Ziel der Klimaneutralität übereinstimme.
Diesem Ansatz stehen Aussagen der LüKK- und Wärmepumpenindustrie sowie dem Handwerk gegenüber, die bereits im aktuellen Entwurf der Verordnung völlig unrealistische Herausforderungen sehen. Wesentlich geht es bei der Kritik um den Bereich Wärmepumpen, die zum Klimaschutz künftig in zig Millionen neuen und bestehenden Gebäuden anstelle von fossilen Heizungen eingesetzt werden sollen. Ein beschleunigter Ausstieg aus synthetischen Kältemitteln, die für Wärmepumpen aber noch mehrere Jahre dringend benötig werden, würden den politisch gewollten Umstieg von konventionellen Heizungen auf Wärmepumpen massiv gefährden. Zudem seien auch Hersteller und Fachbetriebe noch nicht ausreichend auf die Produktion und die Installation von Wärmepumpen vorbereitet, die dann überwiegend mit dem brennbaren Kältemittel Propan betrieben würden.
Einen „Brandbrief: Novellierung der F-Gase-Verordnung ist eine „große Gefahr“ der LüKK-Verbände BIV, VDKF und ZVKKW in cci Branchenticker am 11. Oktober lesen Sie hier.
Einen Bericht zum aktuellen Stand der F-Gase-Verordnung (Vortrag von Dr. Cornelius Rhein, EU-Kommission, auf dem Chillventa-Kongress in Nürnberg), veröffentlichte cci Branchenticker am 12. Oktober hier.

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