In seinem Kommentar blickt Thomas Reuter auf die Entscheidung des Stadtparlaments Groß-Gerau, ein geplantes Rechenzentrum doch nicht zu bauen. Das hat die Leser von cci Branchenticker beschäftigt. Genauso wie ein Rechtsgutachten zur GEG-Novelle. Nachfolgend die Leserkommentare zu Meldungen in cci Branchenticker.
Im Stadtparlament von Groß-Gerau südlich von Frankfurt ist kürzlich über die Ansiedlung eines Rechenzentrums entschieden worden. Das 2,5-Milliarden-Euro-Projekt des US-Unternehmens Vantage Data Centers wurde mit 18 zu 14 Stimmen abgelehnt. In seinem „Kommentar: Schwarz-Weiß ist zu einfach“ (siehe cci316821) vom 18. Februar lässt sich Thomas Reuter darüber aus, das Votum des Stadtparlaments und die Sorgen der Bevölkerung zu akzeptieren und ernst zu nehmen.
Bernhard Schöner von der Coaching-Agentur Schöner&Schöner in Wittlich schreibt hierzu: „Hallo Herr Reuter, interessantes Koffschüttel- und Kopfkratz-Thema, das nicht nur die LüKK betrifft. Ich bin schon auf die angekündigten Gedankensplitter von Herrn Fischer gespannt. Meine vorab in Form von ein paar schlauen Sprüchen:
– Es gibt kein Omelett, ohne dabei ein Ei zu zerschlagen. Oder was auch passt:
– Wasch mich, aber mach mich nicht nass dabei. Und jetzt mein Liebling:
– Lieber bekanntes Leid, als unbekanntes Glück.
All diese Phrasen sollen bekannte Einstellungen dokumentieren, die unseren Standort oft die (künftige) Attraktivität verhageln. Zudem ist die betreffende Gemeinde Groß-Gerau ja nicht gerade finanziell so aufgestellt, dass sie gar nicht mehr weiß wohin mit der ganzen Kohle. Soll zwar nicht bedeuten, dass man deshalb jedes Projekt durchwinkt, aber über klamme Kassen und attestierte Technologiefeindlichkeit darf sich dann der Hesse vor Ort eben auch nicht beklagen. Übrigens: Ähnliche (Nicht)Entscheidungsthematik finden wir in der von Wohnungsnot gebeutelten Stadt München ebenso, wo nach wie vor innerhalb gewisser Grenzen nicht höher als die Frauenkirche gebaut werden darf. Sie haben recht: es gibt nicht nur schwarz, oder weiß. Jedoch ist eine Entscheidung FÜR etwas, auch immer eine Entscheidung GEGEN etwas (noch so ein Spruch von mir…). Mit dieser Konsequenz heißt es klarkommen. Ich persönlich hätte es jedenfalls begrüßt, wenn sich in Groß-Gerau was in Sachen Rechenzentrum getan hätte. So wie in meiner Gemeinde Wittlich sich was tut: bei uns soll das größte Batteriespeicherwerk Deutschlands entstehen. Wird sicher auch keinen Schönheitspreis bekommen, aber wohin uns Schönheit, Kompromisse, es jeden brütenden Vogel recht machen, geführt hat, muss an dieser Stelle auch nicht weiter ausgeführt werden.“
Eine Abschwächung des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) wäre ein klimapolitischer Rückschritt und nicht verfassungskonform. Zu diesem Ergebnis kommt ein Gutachten im Auftrag von Greenpeace und dem Verein GasWende. Aus der Meldung „Rechtsgutachten: GEG-Abschwächung wäre verfassungswidrig“ (siehe cci316755) vom 17. Februar geht hervor, dass die aktuell diskutierten Änderungen am GEG gegen das im Grundgesetz verankerte Klimaschutzgebot verstoßen und den Verbraucherschutz massiv schwächen würden.
Dazu meint Mirko Pfrötzschner von der RL Raumlufttechnik GmbH in Bad Honnef: „Ich halte Klimaschutz für unverzichtbar. Gerade deshalb widerspreche ich der Greenpeace-Lesart zur GEG-Novelle. Wer jede Anpassung bestehender Regeln als verfassungswidrigen Rückschritt brandmarkt, ersetzt Argumente durch moralischen Absolutismus. Art. 20a GG verpflichtet zu Klimaschutz, nicht zur Unveränderlichkeit einzelner Instrumente. Der Wärmesektor ist komplex, Investitionshürden sind real. Technologieoffenheit pauschal als fossile Lobbyarbeit zu diffamieren, gefährdet Akzeptanz und Umsetzung. Auch die European Building Performance Directive lässt nationale Spielräume. Klimapolitik wird nicht wirksamer, weil man sie moralisch unangreifbar erklärt – sondern weil sie realistisch funktioniert.“
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