Auf seiner Mitgliederversammlung am 23. September in Düsseldorf hat der FGK zentrale organisatorische und personelle Entscheidungen getroffen. Neben der Wahl von zwei neuen Vorstandsmitgliedern beschlossen die Mitglieder eine neue Beitragsstruktur, von der auch die Arbeitsgruppen profitieren.
Mit 93 stimmberechtigten von insgesamt rund 300 Mitgliedern war die Mitgliederversammlung des Fachverbands Gebäude-Klima (FGK), Berlin und Ludwigsburg, am 23. September in Düsseldorf gut besucht. In seiner Begrüßung betonte der 1. Vorsitzende, Prof. Christoph Kaup, die wachsende Bedeutung des Verbands als Interessenvertretung der Branche – in Brüssel, Berlin und darüber hinaus. Angesichts komplexer regulatorischer Vorgaben, insbesondere aus der EU, müsse der FGK eine starke und handlungsfähige Stimme bleiben. Im Mittelpunkt stehe dabei die Aufgabe, Gebäude als gesunde und leistungsfördernde Lebensräume zu gestalten – bei weiter sinkendem Energiebedarf und zugleich mit bezahlbaren Lösungen.
FGK-Geschäftsführer Frank Ernst berichtete über den zum 1. März vollzogenen Umzug in das Haus der Bundespressekonferenz in Berlin. Der bisherige Standort Ludwigsburg bleibt als Außenstelle erhalten. In Berlin steht der dortige Besprechungsraum allen Mitgliedern zur Verfügung. Die Verlegung des Verbandssitzes nach Berlin wurde von der Mitgliederversammlung nun auch formal durch die Satzungsänderung einstimmig beschlossen.
Mit dem Standort in der Hauptstadt will der FGK seine politische Präsenz und den Austausch mit Entscheidungsträgern weiter stärken. Dies gewinnt insbesondere vor dem Hintergrund aktueller Gesetzgebungsverfahren an Gewicht. Beim Übergang vom Gebäudeenergiegesetz (GEG) zum Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) sieht der Verband Fortschritte: Die Regulierung sei technologieoffener geworden, ein pauschales Verbot fossiler Energieträger bestehe nicht mehr, und der Blick auf das Gesamtgebäude habe an Bedeutung gewonnen. Vollständig zufrieden sei der FGK mit den Rahmenbedingungen jedoch nicht.
Die wirtschaftliche Entwicklung der Branche stellte sich uneinheitlich dar, führte Ernst aus. Während beispielsweise Rechenzentren und Funktionsgebäude positive Impulse liefern, bleibt der Bürobau schwierig. Baugenehmigungen und Fertigstellungen im Nichtwohnungsbau sind weiterhin rückläufig. Für 2027 erwartet der Verband eine leichte Verbesserung der Marktlage.
Als Erfolg seiner Interessenarbeit wertet der FGK unter anderem die praxistaugliche Anpassung der Chemikalien-Klimaschutzverordnung an die novellierte F-Gase-Verordnung sowie die Berücksichtigung der Wärmerückgewinnung im GModG. Darüber hinaus engagiert sich der Verband beim Thema Innenraumluftqualität auf internationaler Ebene: Auf der World Health Assembly im Mai 2028 soll eine entsprechende WHO-Resolution verabschiedet werden.
Ein weiterer Tagesordnungspunkt betraf die Mitgliedsbeiträge. Die Mitglieder beschlossen mehrheitlich eine neue Beitragsstruktur. Diese kombiniert einen festen Mitgliedsbeitrag mit einer Umlage für die Aufwendungen der Arbeitsgruppen. Damit soll die Finanzierung der fachlichen Verbandsarbeit künftig stärker an den tatsächlichen Aktivitäten ausgerichtet werden.
Bei den Vorstandswahlen wurde Udo Jung erneut gewählt. Aus dem Vorstand ausgeschieden sind Karl-Walter Schuster und Ulrich Eser. Neu in das Gremium gewählt wurden Prof. Konstantinos Stergiaropoulos (Universität Stuttgart, Institut für Gebäudeenergetik, Thermotechnik und Energiespeicherung, IGTE) sowie Matthias Reitzenstein, Geschäftsführer der Pluggit GmbH.
Der FGK kündigte zudem für die kommenden Monate zahlreiche Aktivitäten an. Dazu gehören der „EnergyTalk: Politik fragt Wirtschaft“ in Berlin sowie die Messeauftritte auf der Chillventa 2026 und der ISH 2027. Auf der ISH plant der Verband einen größeren Gemeinschaftsstand mit Partnerverbänden, diesmal mitten in der Halle 8. Außerdem ist der TGA-Kongress 2027 auf den 1. und 2. Juni terminiert.
In der Öffentlichkeitsarbeit setzt der FGK weiterhin auf Themen wie den Austausch ineffizienter Ventilatoren oder gesunde Raumluft oder die Einordnung verbreiteter Vorurteile zu Klimaanlagen bei sommerlicher Hitze und Schwüle. Ein Social-Media-Beitrag zum Mythos hoher Kosten von Klimaanlagen erzielte im Hochsommer laut Verband eine hohe Reichweite.
Der FGK zog folgendes Fazit: Mit den Beschlüssen von Düsseldorf schafft der Verband die Grundlage, seine fachliche und politische Arbeit für die Lüftungs-, Klima- und Kältebranche künftig noch stärker aus Berlin heraus zu koordinieren und nachhaltig zu gestalten.
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