Der Bundesindustrieverband Technische Gebäudeausrüstung hat auf der Messe Light + Building die Ergebnisse seines Frühjahrsgutachtens 2026 „Marktausblick Nichtwohnbau Deutschland“ präsentiert. Die Prognosen für den Nichtwohnbau und den großvolumigen Wohnungsbau zeigen eine „Übergangsphase zwischen Krise und Wachstum“, so der Verband.
Im Rahmen einer Pressekonferenz auf der Messe Light + Building in Frankfurt hat der Bundesindustrieverband Technische Gebäudeausrüstung (BTGA), Bonn, am Mittwoch (11. März) das BTGA-Frühjahrsgutachtens 2026 vorgestellt. Im Blickpunkt ist die wirtschaftliche Situation und Entwicklung der Branche der Technischen Gebäudeausrüstung (TGA). Wie in den vergangenen beiden Jahren führte auch dieses Mal wieder die B + L Marktdaten GmbH, Bonn, die Erhebungen für den BTGA durch.
Die TGA-Branche befindet sich „in einer Übergangsphase zwischen Krise und Wachstum“, stellt der BTGA fest. Die Marktentwicklung in den primären Tätigkeitsfeldern der TGA-Fachbetriebe und Fachplaner zeigte im vergangenen Jahr erneut eine negative Entwicklung. Die erstellten Neubauflächen im großvolumigen Wohnungsbau und im Nichtwohnbau entwickelten sich 2025 rückläufig und lagen unter dem Niveau der Vorjahre. Die B+L beziffert die erstellten Flächen im Nichtwohnbau in Deutschland für 2025 auf insgesamt 26,06 Mio. m2 (2024: 27,03 Mio. m2). Dies entspricht einem Rückgang um -3,6 % im Vergleich zum Vorjahr. Für 2026 geht B + L von einem erneuten Rückgang auf rund 25,26 Mio. m2 aus.
Bei Bestandsmaßnahmen wie Sanierungen, Wartungen und Instandhaltungen zeigte sich eine leicht positive Entwicklung, diese konnte die Rückgänge aus dem Neubau jedoch nicht vollständig kompensieren. Nach einem schwierigen Jahr 2025 mit rückläufiger Neubautätigkeit erwarten die für das Gutachten befragten TGA-Unternehmen für 2026 eine leichte Stabilisierung. Die Mehrheit von ihnen rechnet mit moderat steigenden Auftragszahlen. Zugleich berichten viele Betriebe von einem Rückgang stornierter oder verschobener Projekte. Dies ist laut BTGA „ein Signal für eine allmähliche Marktberuhigung“.
Zusätzliche Impulse erwartet die Branche aus dem Wohnbau: Laut Frühjahrsgutachten wird dieser 2026 anteilig an Bedeutung gewinnen. Hintergrund sind stagnierende Investitionen im Nichtwohnbau bei gleichzeitig steigenden Investitionen im Wohnbau. Hier spielen laut BTGA auch die Fördermittel im Bereich des sozialen Wohnungsbaus eine Rolle. In den Jahren 2024 und 2025 war bereits ein Anstieg der Neubauaktivität erkennbar, und in den kommenden Jahren dürfte sich der geförderte Wohnungsbau noch dynamischer entwickeln, so das Gutachten.
Die TGA-Branche erzielt laut BTGA ein Umsatzvolumen von rund 90 Mrd. € und beschäftigt etwa 45.000 Menschen. Für die Unternehmen zählen der Nichtwohnbau und der großvolumige Wohnungsbau zu den wichtigsten Tätigkeitsfeldern. In beiden Bereichen gingen die realisierten Neubauflächen 2025 weiter zurück und lagen deutlich unter dem Niveau der Vorjahre.
Bestandsmaßnahmen wie Sanierungen, Wartungen und Instandhaltungen entwickelten sich zwar leicht positiv, konnten die Einbußen im Neubau aber nicht vollständig ausgleichen. Zugleich gewinnt das serielle Sanieren für die TGA-Fachbetriebe laut BTGA zunehmend an Relevanz. Treiber sind steigende Förderbewilligungen, eine umfangreiche Projektpipeline und Bemühungen der Wohnungswirtschaft, eine Rahmenvereinbarung für die serielle Sanierung zu etablieren. Gerade bei größeren Quartierssanierungen sei dabei die Expertise der TGA-Fachunternehmen und Fachplaner in der nachhaltigen Umsetzung und Sanierung der technischen Gebäudeausrüstung gefragt, so der BTGA. Gerade in der aktuellen Phase sieht der Bundesindustrieverband politischen Handlungsbedarf: Ein „ausgewogen ausgestaltetes Gebäudemodernisierungsgesetz“ könne wichtige Impulse setzen und sowohl die Bauwirtschaft als auch die TGA stabilisieren sowie „mittelständische Handwerksbetriebe und energieintensive Zulieferindustrien nachhaltig stärken“
Das Frühjahrsgutachten „Marktausblick Nichtwohnbau Deutschland“ hat einen Umfang von 38 Seiten und kann unter „Anhänge“ heruntergeladen werden.
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