Leserstimmen: Explosionsgefahr bei Wärmepumpen und PFAS

(Abb. © tadamichi/stock.adobe.com)

Nach dem Blackout Anfang des Jahres in Berlin haben einige Publikumsmedien über explodierende Wärmepumpen berichtet. Das hat die Leser von cci Branchenticker beschäftigt. Genauso wie der Kommentar von Torsten Wiegand zur EU-Empfehlung, F-Gase vom geplanten PFAS-Verbot auszunehmen. Nachfolgend die Leserkommentare zu Meldungen in cci Branchenticker.

Die Tageszeitung „Die Welt“ hat über den Stromausfall in Berlin berichtet und festgestellt, dass ein mehrtägiger Stromausfall bei Monoblock-Wärmepumpen einen Totalschaden verursachen könne. Bei einigen Geräten mit Propan (R290) als Kältemittel drohe im Extremfall sogar Explosionsgefahr, da solche Anlagen für einen mehrtägigen Stromausfall nicht ausgelegt seien. Vor allem bei längeren Frostphasen gäbe es ein Problem. cci Branchenticker hat diese Thematik im Techniktag „Explosionsgefahr bei Wärmepumpen? Wie gefährlich ist ein Blackout wirklich?“ (siehe cci313693) vom 15. Januar aufgegriffen und zur fachkompetenten Einordnung unter anderem bei Verbänden und Herstellern nachgefragt.

Dazu schreibt Michael Kaß: „Grundsätzlich haben alle Monoblock-WP bei Stromausfall oder einer ernsthaften Störung der WP in Verbindung mit Dauerfrost ein erhöhtes Schadensrisiko. Ich denke hierbei nicht an das beschriebene Explosionsszenario, sondern ausschließlich an Frostschäden der wasserführenden Bauteile unabhängig vom verwendeten Kältemittel. Diese Risiko wird meines Erachtens beim Bau von Monoblock-WP-Anlagen insbesondere im Bereich Wohngebäude unterschätzt. Der langfristige Stromausfall wie in Berlin ist ein Risikofaktor. Aber auch eine einfache Störung wie der Ausfall der Primär-Umwälzpumpe der WP kann bei Dauerfrost und gleichzeitiger Abwesenheit der Nutzer( zum Beispiel ein kurzer Winterurlaub) oder bei zu spät eintreffenden Servicetechnikern innerhalb weniger Stunden zum Frostschaden führen.
Eine Systemtrennung und ein Betrieb des Primärkreises mit Frostschutzmitteln (zum Beispiel 30 % Glykol oder ähnliches) der im Frostbereich befindlichen Bauteile kostet sicher einige Prozentpunkte bei der Jahresarbeitszahl und eine etwas höhere Investition beim Bau der Anlage. Das ist meines Erachtens jedoch der sinnvolle Weg, um sehr teure Totalschäden durch Frost zu vermeiden.“

Olaf Mayer meint: „Der Winter zeigt uns Vor- Nachteile einer Wärmepumpe. Ich kann mich nur meinem Vorredner anschließen. Ausnahme sind warme Länder, wo mit so einem Temperaturabfall bei Stromausfall nicht zu rechnen ist. Ansonsten bleibt nur das Frostschutzmittel, wie auch schon mein Vorredner beschrieben hatte.“

Eine EU-Analyse empfiehlt, F-Gase vom geplanten PFAS-Verbot auszunehmen. Eine pragmatische Entscheidung, findet Torsten Wiegand, zumal die F-Gase-Verordnung den Ausstieg aus synthetischen Kältemitteln mit PFAS-Komponenten ohnehin vorantreibt. In seinem „Kommentar: PFAS und F-Gase – Doppelregulierung vermeiden“ (siehe cci314647) vom 21. Januar wünscht er sich klare Prioritätensetzung: Natürliche Kältemittel, konsequente Rückgewinnung und belastbare Daten.

In diesem Zusammenhang weist Joerg Gollub darauf hin: „Es findet sich mittlerweile PFAS im Regen.“

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