Über 50 Prozent im Plus: Wärmepumpen-Absatz steigt 2025 deutlich

Absatzzahlen für Heizungswärmepumpen in Deutschland (2019 bis 2025) (Abb. © BWP)

Die Wärmepumpen-Branche vermeldet ein erfolgreiches Absatzjahr 2025: Mit 299.000 Heizungs-Wärmepumpen stieg der Absatz gegenüber dem Vorjahr um 55 %. Auch die Förderanträge für Wärmepumpen sind im Vergleich zum Vorjahr deutlich angestiegen. Der BWP hält es angesichts weiter sinkender Nachfrage nach Öl- und Gasheizungen für notwendig, den Aufwärtstrend bei Wärmepumpen zu festigen.

Erstmals sind knapp die Hälfte aller in Deutschland verkauften Wärmeerzeuger Wärmepumpen. Das liegt nach Einschätzung des Bundesverbands Wärmepumpe (BWP), Berlin, vor allem an einem stetig zunehmenden Vertrauen der Verbraucher in die Technik: „Wir sehen nach zwei Jahren, in denen das Thema Heizen politisch stark polarisiert wurde, dass die Wärmepumpe nun vor allem mit Leistung überzeugt. Zudem wird das Verheizen von Gas und Öl von Verbraucherinnen und Verbrauchern zunehmend mit Preisrisiken, Unsicherheiten der Versorgung und negativen Auswirkungen auf das Klima verbunden“, so BWP-Geschäftsführer Dr. Martin Sabel. Entsprechend hätten sich die Hersteller und das Handwerk auf die gestiegene Nachfrage nach Wärmepumpen eingestellt.

Neben der sachlicheren Auseinandersetzung mit der Wärmepumpentechnik an sich spiele laut Sabel allerdings die Fortsetzung der Förderung eine entscheidende Rolle: „Die Verbraucher haben das aktuelle Förderregime sehr gut angenommen. Es belohnt Investitionen und löst damit lokale Wertschöpfung in der mittelständischen Heizungsindustrie und im örtlichen Fachhandwerk aus.“ Im Jahr 2025 sind nach offizieller Förderstatistik über 288.000 Förderzusagen allein für Wärmepumpen erteilt worden. Ein Plus von 91 % gegenüber dem Vorjahr, in dem die neu strukturierte Förderung ab Februar stufenweise angelaufen war.

„Die KfW-Heizungsförderung wird nur im Bestand gewährt, wo mittlerweile knapp 80 % des Absatzes von Wärmepumpen erzielt wird.“ Sabel sieht dadurch auch bisweilen geäußerte Vorurteile entkräftet, dass sich Wärmepumpen nur für bestimmte Gebäude eignen würden. Der BWP-Geschäftsführer formuliert die Erwartungen der Branche hinsichtlich der anstehenden Überarbeitung des Gebäudeenergiegesetzes (GEG): „Industrie und Handwerk haben sich auf die aktuellen Vorgaben für neue Heizungen ebenso eingestellt wie auf die Förderbedingungen. Von beidem geht ein klares Signal für erneuerbare Wärme aus. Wir befürchten deshalb vor allem, dass ein reformiertes Gesetz zur Investitionsbremse werden könnte, falls plötzlich völlig andere Regeln gelten und wieder Signale zugunsten fossiler Energieträger gesetzt werden.“ Aus Sicht von Sabel brauche es zur Aktivierung des Marktes klare Signale: „Es ist richtig, dass der Wärmemarkt sein Potenzial derzeit noch nicht abruft, weil viele Hauseigentümer mit der neuen Heizung auf die politischen Entscheidungen warten. Doch wer diese Kundengruppen aktivieren will, der muss ihnen im reformierten GEG einen belastbaren Weg in Richtung Energiesouveränität und Klimaneutralität aufzeigen.

Für das Auslösen von Investitionsimpulsen spiele auch die Wärmeplanung eine Rolle, bei denen der Bundesgesetzgeber mit dem Wärmeplanungsgesetz die Kommunen in die Pflicht genommen hat. Großstädte müssen hier bis Mitte des Jahres ihre Pläne zur Wärmeversorgung konkretisieren, alle anderen Kommunen bis Mitte 2028. Dabei zeige sich ein allgemeiner Trend, so Sabel: „Die Aussagen kommunaler Wärmepläne zu Gas- und Fernwärmenetzen sind hingegen häufig vage und vor allem unverbindlich. Ohne die klare Orientierung durch das GEG bilden sie keine belastbare Investitionsgrundlage.“

Beim Blick auf die verschiedenen Wärmepumpen-Typen bleiben die Luft/Wasser-Wärmepumpen weiter die dominierenden Systeme mit 95 % Marktanteil gegenüber Erdreich-Wärmepumpen, die mit 16.000 Anlagen nur 5 % des Marktes ausmachen. Zusätzlich zu den Heizungs-Wärmepumpen wurden 49.500 Warmwasser-Wärmepumpen abgesetzt, mit denen ausschließlich warmes Trinkwasser bereitet wird. Hier vermeldet der Verband ein Plus von 20 % gegenüber dem Vorjahr.

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