Heizungsabsatz bricht ein – BDH warnt vor Modernisierungsstau

Entgegen des rückläufigen Heizungsmarkts wurden 2025 im Vergleich zum Vorjahr 55 % mehr Wärmepumpen verkauft. (Abb. © pvl0707/stock.adobe.com)

Der Markt für Heizungen in Deutschland steckt in einer Absatzkrise. Das ist das Fazit der aktuellen Marktstatistik des Bundesverbands der Deutschen Heizungsindustrie. Demnach setzten die Hersteller 2025 nur rund 627.000 Anlagen ab, 12 % weniger als im Jahr davor. Auch der um 55 % gestiegene Wärmepumpen-Absatz kann den Einbruch im Gesamtmarkt nicht kompensieren.

Der Heizungsmarkt in Deutschland bleibt weiter auf Talfahrt: Mit nur 627.000 abgesetzten Anlagen 2025 verzeichnet die Branche den schwächsten Absatz seit 2010. Gegenüber dem bereits schwachen Vorjahr (2024) ist das ein Minus von 12 %. Das geht aus der Jahresbilanz des Bundesverbands der Deutschen Heizungsindustrie (BDH), Köln und Berlin, hervor, die am 1. Februar in Köln vorgestellt wurde.

Während Wärmepumpen mit 299.000 verkauften Geräten und einem Wachstum von 55 % gegenüber 2024 zulegten (siehe cci315115), können sie allein den Einbruch im Gesamtmarkt nicht kompensieren, so der BDH. Der Gesamtmarkt liegt damit weit unter dem Dekaden-Durchschnitt von 800.000 Geräten pro Jahr – mit schweren wirtschaftlichen Folgen für Hersteller und Zulieferer, so der Bundesverband. Betroffen sind auch Systemkomponenten wie Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung oder Heizkörper, deren Absatz trotz prozentualer Zuwächse auf niedrigem Niveau verbleibt.

Die BDH-Grafik zeigt die Entwicklung des Wärmeerzeugerabsatzes von 2010 bis 2025. Nach dem Höchststand 2023 mit rund 1,31 Mio. Geräten sinkt der Markt 2024 deutlich und fällt 2025 auf 627.000 Anlagen zurück. (Abb. © BDH)

„Der Produktionsstandort für Heizungsanlagen in Deutschland steht unter Druck“, warnt BDH-Hauptgeschäftsführer Markus Staudt. Als Hauptgrund für die Krise nennt er anhaltende politische Verunsicherung. Die Debatten um das Gebäudeenergiegesetz (GEG) 2023 und die Abschaffung des „Heizungsgesetzes“ durch die große Koalition – ohne klare Nachfolgeregelungen – hätten Vertrauen zerstört. „Verbraucher handeln rational: Solange die politischen Rahmenbedingungen unklar sind, werden Investitionen in neue Heizungen aufgeschoben“, erklärt Staudt. Hinzu kommt die kommunale Wärmeplanung, die oft als Investitionsbremse wirke. Viele Haushalte zögerten Entscheidungen hinaus, solange unklar bleibe, welche Wärmeversorgungslösungen ihre Kommune künftig vorsehe. „Ursache dafür sind häufig eine unzureichende Kommunikation und fehlende Erwartungssteuerung auf kommunaler Ebene“, so der BDH.

Auch die schwache Neubaukonjunktur verschärft den Trend. Dabei seien diese Technologien „mit Blick auf die Energieeinsparung und die damit verbundene Reduzierung von CO2-Emissionen von großer Bedeutung – sowohl für das Erreichen der Klimaschutzziele als auch für die wirtschaftliche Entlastung der Verbraucher“, betont der BDH.
Die geringen Modernisierungsraten belasten nicht nur die Branche, sondern auch die Klimabilanz: „Wenn weniger Heizungen modernisiert werden, ist das nicht nur schlecht für Wachstum und Beschäftigung, sondern auch für die CO2-Minderung. Je geringer die Modernisierungsraten in der Gegenwart sind, desto mehr muss in den kommenden Jahren modernisiert werden. Wir schieben eine immer größer werdende Welle vor uns her“, warnt Staudt. Aktuell entsprechen über 40 % der Bestandsheizungen nicht dem Stand der Technik, viele Anlagen sind älter als 30 Jahre. Um die Klimaziele zu erreichen, müssten laut Verband jährlich eine Million Heizungen modernisiert werden – ein Ziel, das aktuell in weiter Ferne liegt.

Der BDH fordert einen Neustart mit verlässlichem politischem Kurs. „Technologiedebatten tragen nicht dazu bei, die bestehende Verunsicherung bei den Verbrauchern aufzulösen“, so Staudt und ergänzt: „Die Politik muss jetzt schnellstmöglich einen verlässlichen, bedarfsgerechten und investitionsfreundlichen ordnungspolitischen Rahmen schaffen, flankiert von einer stabilen Förderung.“ Schließlich habe die Heizungsbranche in der letzten Dekade bewiesen, dass sie zu weitaus mehr in der Lage ist, als der Markt derzeit hergibt. Die Kapazitäten in Industrie und Handwerk seien laut BDH vorhanden. Einzig brauche es jetzt eine Initialzündung in Form einer verlässlichen und praktikablen Rahmensetzung sowie Anreizen.

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