Energetische Gebäudesanierungen 2025 auf neuem Tiefpunkt

2025 wurden an lediglich 0,67 % der Wohngebäude energetische Sanierungen an der Gebäudehülle durchgeführt – viel zu wenig, um die Klimaschutzziele zu erfüllen. (Abb. © Björn Wylezich/stock.adobe.com)

Nach Informationen des Bundesverbands energieeffiziente Gebäudehülle ist 2025 die Quote für energetische Sanierungen im deutschen Wohngebäudebestand auf 0,67 % und damit auf einen neuen Tiefstand gesunken. Um die vereinbarten Klimaziele im Gebäudesektor zu erreichen, wäre eine jährliche Sanierungsquote von rund 2 % notwendig.

Wie der Bundesverband energieeffiziente Gebäudehülle (BuVEG), Berlin, mitteilt, betrug 2025 die Quote der energetischen Sanierung von Wohngebäuden lediglich 0,67 %. Diese Zahl markiert laut BuVEG nach bereits enttäuschenden 0,69 % im Jahr 2024, 0,70 % in 2023 und 0,88 % im Jahr 2022 einen neuen Tiefpunkt für energetische Ertüchtigungen von Wohngebäuden. Nach Angaben des Verbands wurden im Jahr 2025 rund 260.000 Wohneinheiten saniert, 2024 waren es 265.000, 2023: 275.000. Zu den einzelnen Bereichen der Modernisierungen an Gebäudehüllen nennt der BuVEG für 2025 folgende Zahlen:

– Sanierungsquote Dach: 0,74 %
– Sanierungsquote Fassade: 0,46 %
– Sanierungsquote Fenster: 1,19 %
– Sanierungsquote Wohngebäude gesamt: 0,67 %.

Für den Bereich Heizungstechnik hat der Verband keine Zahlen mitgeteilt. Da allerdings der Absatz von Wärmeerzeugern 2025 laut Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) auf insgesamt 627.000 Stück stark rückläufig war, dürfte es auch bei Heizungsanlagen eine geringe Modernisierungsquote gegeben haben (siehe cci315355). Gemäß der Leitstudie „Aufbruch Klimaneutralität“ der Deutschen Energie-Agentur (dena) hätten im vergangenen Jahr 460.000 Wohneinheiten saniert werden müssen; bis 2030 müsste diese Zahl auf bis zu 730.000 steigen. Für die etwas mehr als zwei Millionen Nichtwohngebäude meldet der BuVEG für 2025 eine Modernisierungsquote von 0,92 % (2024: 0,95 %).

Laut Jan Peter Hinrichs, Geschäftsführer des BuVEG, befindet sich „die Sanierungstätigkeit in Deutschland auf einem besorgniserregenden Niveau. Mit einem ambitionierten Gebäudeenergiegesetz besteht jedoch die Chance, energetische Sanierungen attraktiver zu machen und damit die Energiekosten langfristig zu senken. Private und institutionelle Immobilieneigentümer zögern jedoch weiterhin bei Investitionen in ihre Gebäude“. Zudem sei in Nichtwohngebäuden die Entwicklung 2025 noch schwächer: Insbesondere in öffentlichen Gebäuden wie Krankenhäusern, Schulen oder Verwaltungen bestehe ein großer Sanierungsstau. Hier könnte das Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität für einen Befreiungsschlag sorgen. So fordert Hinrichs: „Deutschland braucht nicht nur einen Bau-Turbo, sondern dringend auch einen Sanierungs-Booster!“

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