
Die aktuelle Konjunkturumfrage des Verbands Beratender Ingenieure zeigt zum Jahresbeginn 2026 ein heterogenes Bild der Planungsbranche. Während ein Teil der Ingenieurbüros mit steigenden Aufträgen und Umsätzen rechnet, sorgen Projektverschiebungen, Fachkräftemangel und Wettbewerb weiterhin für Verunsicherung.
Die konjunkturelle Lage von Ingenieurunternehmen stellt sich zum Jahresbeginn 2026 sehr uneinheitlich dar. Laut Konjunkturumfrage des Verbands Beratender Ingenieure (VBI), Berlin, rechnen 23 % der befragten Ingenieurbüros mit einem steigenden Auftragsbestand, 21 % erwarten wachsende Umsätze. Zugleich befürchten 31 % einen Rückgang der Aufträge und 24 % sinkende Umsätze. 15 % der Unternehmen sorgen sich, dass ihr Büro in wirtschaftliche Schieflage geraten könnte. Besonders betroffen sind kleinere Büros mit weniger als zehn Beschäftigten: Hier äußern 21 % entsprechende Sorgen. Bei größeren Büros sind es 12 %. Die Ergebnisse setzen laut VBI den Trend einer Branchenumfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW Consult), Köln, vom Sommer 2025 fort, die eine leichte Aufhellung gegenüber den Vorjahren gezeigt hatte.
Anm. d. Red.: 2025 gab es keine VBI-Konjunkturumfrage, jedoch eine „Mitgliederbefragung zur wirtschaftlichen Situation der deutschen Architektur- und Ingenieurbüros“ (siehe cci301411). Diese wurde von IW Consult im Auftrag von VBI, dem Ausschuss der Verbände und Kammern der Ingenieure und Architekten für die Honorarordnung (AHO), der Bundesarchitektenkammer (BAK) und der Bundesingenieurkammer (BIngK), alle Berlin, erstellt.
Die Zahlen der letzten VBI-Konjunkturumfrage 2024 hatten sich in einem ähnlichen Rahmen bewegt wie 2026. So rechneten rund 22 % der Befragten mit einem steigenden Auftragsbestand und 32 % mit einem Rückgang. Bei der Umsatzentwicklung hatten 21 % angegeben, dass sie wachsende Umsätze erwarten. 33 % der Befragten befürchteten 2024 jedoch sinkende Umsätze.
Als wesentliche Störfaktoren nennen die rund 230 Ingenieurbüros, die an der aktuellen VBI-Konjunkturumfrage teilgenommen haben, gestörte Projektverläufe, Ingenieurmangel sowie den zunehmenden Wettbewerb. Zudem klagen viele Büros über zurückgestellte Aufträge. Im öffentlichen Bereich berichten 47 % der Büros von zurückgestellten Projekten, bei privaten Auftraggebern liegt der Anteil bei 46 %. Trotz der angespannten Lage rechnen 28 % der befragten Unternehmen im Jahr 2026 mit einem steigenden Personalbestand.
VBI-Hauptgeschäftsführer Sascha Steuer erklärt: „Die Lage der Branche ist weiter sehr uneinheitlich. Insbesondere der Stopp öffentlicher Projekte durch den Haushaltsstreit im letzten Jahr und nun durch Verschiebungen bereits geplanter Projekte in das Sondervermögen führt zu Verunsicherung.“ Laut Steuer würde „der Stopp des HOAI-Novellierungsprozesses“ (HOAI = Honorarordnung für Architekten und Ingenieure) durch die aktuelle Bundesregierung die Branche „weniger attraktiv für den Nachwuchs machen“. Beide Entwicklungen würden seines Erachtens dazu führen, dass notwendige Kapazitäten nicht aufgebaut werden können. „Wir brauchen nun endlich Verlässlichkeit bei den öffentlichen Aufträgen und eine Fortsetzung des HOAI-Novellierungsprozesses”, fordert der Hauptgeschäftsführer des VBI.
Der VBI vertritt die Interessen der unabhängig beratenden und planenden Ingenieure und Architekten in Deutschland. Die rund 1.400 im VBI organisierten Mitgliedsunternehmen beschäftigen mehr als 52.000 Mitarbeiter. Von freiberuflich Tätigen über mittelständische Fachplanungsbüros bis zu international operierenden Consulting-Unternehmen bildet die Struktur der VBI-Mitgliedschaft nach Verbandsangaben die der Planungswirtschaft in Deutschland ab.
Die Umfrageergebnisse der VBI-Konjunkturumfrage 2026 finden Sie unter „Anhänge“.
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