Kommunale Energieversorgung mit PVT, PV und Wärmepumpe

Abbildung 1: Das Dach des Rathaus- und Verwaltungsgebäudes der Verbandsgemeinde Offenbach an der Queich ist nahezu vollflächig mit Solartechnik belegt: im vorderen Bereich PVT-Module (dunkel) im hinteren Bereich PV-Module (hell). (Abb. © Consolar Solar Energiesysteme)

Donnerstag ist Techniktag. Heute geht es um die Energieversorgung eines Rathaus- und Verwaltungsgebäudes. Dieses wird seit 2022 über ein PVT-basiertes Sole/Wasser-Wärmepumpensystem beheizt und gekühlt – ein Ansatz, der bislang kaum andernorts realisiert wurde. Die Betriebsdaten der ersten beiden Betriebsjahre erlauben eine fundierte Bewertung dieses Versorgungskonzepts.

Offenbach an der Queich gilt als sonnenverwöhnte Gemeinde im Süden von Rheinland-Pfalz – und zugleich als Pionier bei der kommunalen Solarenergienutzung. Ein Meilenstein war der Neubau des Rathauses und Verwaltungsgebäudes der Verbandsgemeinde in den Jahren 2020/2021. Mit zwei baugleichen Stockwerken hat das zweigeschossige Gebäude eine Bruttogeschossfläche von 1.815 m2 und 908 m² Dachfläche. Seit 2022 wird das Gebäude über ein PVT-Wärmepumpensystem (Photovoltaik-Thermie-Kollektoren) beheizt und gekühlt. PVT-Kollektoren kombinieren Photovoltaik und Solarthermie in einem Modul. Das Besondere: Die PVT-Module dienten zunächst als alleinige Wärmequelle für eine Sole/Wasser-Wärmepumpe mit 51,2 kW Nennleistung. Der Bürgermeister von Offenbach an der Queich bestätigt, dass das Arbeiten im Rathaus Sommer wie Winter sehr angenehm sei, weil das Heizen und Kühlen über die Fußbodenheizung gut funktioniere.

Über die Queichtal Energie Offenbach GmbH, Offenbach an der Queich, wird die PVT-Wärmepumpenheizung inzwischen im vierten Jahr betrieben und messtechnisch ausgewertet. Dabei zeigt sich, dass PVT-Anlagen als alleinige Wärmequelle für reversible Sole/Wasser-Wärmepumpen unter geeigneten Randbedingungen eine technisch stabile und energetisch effiziente Lösung zur Beheizung und Kühlung kommunaler Neubauten und sanierter Bestandsgebäude sind. Die zufriedenstellenden Ergebnisse der Rathaus-Wärmepumpenheizung hat die Verbandsgemeinde Offenbach ermutigt, auch weitere kommunale Liegenschaften wie Kindergarten, Feuerwehrhaus und Sportheim mit Wärmepumpen und PV-Anlagen auszustatten. Hier soll dann das im Juni 2025 in Betrieb gegangene kalte Nahwärmenetz als Wärmequelle dienen, an das das Rathaus- und Verwaltungsgebäude unmittelbar angeschlossen wurde, sodass die PVT-Anlage seither nicht mehr die alleinige Wärmequelle ist.

Einen ausführlichen Fachbeitrag über Betriebserfahrungen der kommunalen Energieversorgung mit PVT, PV und Wärmepumpe in Offenbach an der Queich finden Sie in cci Wissensportal unter der Artikelnummer cci321580.

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