Update Gebäudereport: dena-Geschäftsführerin erwartet Durchbruch

Corinna Enders, Vorsitzende der dena-Geschäftsführung (Abb. © Hoffotografen)

Nach Angaben im Updatebericht April des dena-Gebäudereports 2026 sind im vergangenen Jahr mehr Wärmepumpen als Gasheizungen verkauft worden. Neue Zahlen zur kommunalen Wärmeplanung zeigen Fortschritte in vielen Städten und Gemeinden, während sich serielle Sanierung als Markt für effiziente Gebäudemodernisierung etabliert, so die dena.

Wohnungseigentümer sowie das Handwerk treiben die Wärmewende weiter voran. Sie setzen, auch durch die Förderung für Einzelmaßnahmen im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG), immer stärker auf Wärme aus regenerativen Energien und machen sich unabhängiger von schwankenden Gas- und Ölpreisen. Diese und weitere Entwicklungen zeigt der Updatebericht April des „dena-Gebäudereports 2026”, der am 11. Mai von der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena), Berlin, veröffentlicht wurde. Über das vorherige Update des Gebäudereports hatte cci Branchenticker am 30. Oktober 2025 berichtet (cci307752).

Corinna Enders, Vorsitzende der dena-Geschäftsführung: „Die neuen Zahlen verdeutlichen, wie Deutschland seine Abhängigkeit von Energiepreisschwankungen bei Öl und Gas reduzieren kann. Das Heizen mit Wärmepumpen wird zunehmend angenommen und mit dem seriellen Sanieren steht der nächste Effizienzmarkt vor dem Durchbruch.”

Rund die Hälfte der 2025 verkauften Heizungen waren laut dena Wärmepumpen. Ihr Anteil stieg von 27 % im Vorjahr auf 48 % – insgesamt rund 299.000 Anlagen. Gleichzeitig sank der Anteil von Gasheizungen: 2025 machten sie 44 % der Verkäufe aus. Auch die Förderzahlen der BEG-Einzelmaßnahmen deuten darauf hin, dass der Markthochlauf von Wärmepumpen anhalten dürfte. So entfallen rund 85 % der BEG-Maßnahmen für Wärmeerzeuger auf Wärmepumpen. Die Zahl der insgesamt geförderten Maßnahmen stieg 2025 mit 537.787 Maßnahmen für Wohngebäude gegenüber dem Vorjahr um 47 %. „Eigentümer nehmen die Förderung an und stärken damit den Markthochlauf der Wärmepumpe“, sagt Enders. „Dabei gewinnen auch Energieberater an Bedeutung, um Hausbesitzern Orientierung bei Investitionsentscheidungen zu geben.”

Der dena-Updatebericht zeigt zudem eine weiterhin vorhandene Nachfrage nach seriellen Sanierungen. Im Jahr 2025 lag die Zahl der bewilligten Förderanträge für Projekte mit vorgefertigten Fassadenelementen bei über 1.000. Da serielles Sanieren bisher oft in Mehrfamilienhäusern angewandt wird, sind das mehr als 6.000 Wohneinheiten. Dies entspricht rund 24 % aller Wohneinheiten, für die eine Förderung mit dem Effizienzstandard EH 40 und EH 55 bewilligt wurde.
Mit einem Anteil von 24 % an allen Effizienzhaus 55- und Effizienzhaus 40-Projekten ist diese Sanierungslösung laut dena ein bedeutender Bestandteil der energetischen Gebäudesanierung. Nach dena-Schätzungen sind rund 30 % aller Gebäude im Bestand für serielle Sanierungen geeignet.

Aktuelle Daten des Kompetenzzentrums Kommunale Wärmewende zeigen laut dena deutliche Fortschritte bei der kommunalen Wärmeplanung. Zum Ende des ersten Quartals 2026 haben rund 56 % der großen Kommunen mit über 100.000 Einwohnern ihre Wärmeplanung abgeschlossen, 44 % befinden sich noch im Prozess. Auch mittlere Kommunen sind vorangekommen: 84 % der Städte und Gemeinden mit 10.000 bis 100.000 Einwohnern haben ihre Wärmeplanung begonnen oder abgeschlossen. Bei den kleineren Gemeinden unter 10.000 sind mit 49 % ebenfalls schon knapp die Hälfte im Wärmeplanungsprozess oder haben ihn abgeschlossen; die aktuelle Frist zur Bearbeitung läuft für sie bis Mitte 2028.

Der dena-Gebäudereport erscheint im Rahmen des „Gebäudeforums klimaneutral“ (gebäudeforum.de), einer zentralen Anlaufstelle der dena zum klimaneutralen Bauen und Sanieren in Gebäuden und Quartieren. Es richtet sich an Fachleute aus diesem Bereich. Die Plattform stellt Informationen und Arbeitshilfen bereit und will die Energiewende im Gebäudesektor anhand von Beispielen sichtbar machen.

Ein PDF des dena-Gebäudereports 2026 (Update April) steht unter „Anhänge”.

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